Keine Ersatzteile für Pannenradar auf der Valluga

VN / 28.05.2019 • 16:30 Uhr
Keine Ersatzteile für Pannenradar auf der Valluga
Derzeit ist höchst ungewiss, wie es mit dem Wetterradar auf der Valluga weitergeht. BÖSCH

Die Reparatur der defekten Wetterstation ist offenbar unrentabel.

bregenz Gleich zwei Blitze in kurzen zeitlichen Abständen haben das Wetterradar auf der Valluga im Sommer 2017 lahmgelegt. Die Einschläge richteten an der Schutzhülle der Anlage, dem sogenannten Radom, enormen Schaden an. Daraufhin wurde das Teil demontiert und zusammen mit der Antenne ins Tal geflogen, gelagert und konserviert. Trotz weltweiter Suche ist es nicht gelungen, die nötigen Ersatzteile für eine Reparatur aufzutreiben. Als Folge davon haben der Bund und die Austria Control als Betreiber die Betriebsvereinbarung im Februar 2019 aufgelöst. Der Vertrag wäre jedoch erst Ende 2022 ausgelaufen.

Gespräche über neue Lösung

Bei wirtschaftlicher Unvertretbarkeit einer Weiterführung, einer Zerstörung der Anlage oder einem Großschaden sei eine vorzeitige Beendigung des Vertragsverhältnisses aber möglich, schreibt Sicherheitslandesrat Christian Gantner in seiner Anfragebeantwortung an den FPÖ-Landtagsabgeordneten Hubert Kinz (die VN berichteten). Gantner betont auch, das Land sei weiterhin daran interessiert, dass auf der Valluga ein Wetterradar betrieben wird. Dazu gebe es bereits Gespräche auf politischer und Beamtenebene. Involviert sind die Länder Vorarlberg und Tirol, der Bund sowie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die, wie ebenfalls berichtet, an einer neuen Lösung für das Wetterradar interessiert sind. Ein konkreter Zeitplan zur Inbetriebnahme einer solche Anlage steht laut Gantner allerdings noch aus.

Die ZAMG versucht, den Ausfall der Valluga-Daten zu kompensieren, indem sie auf Informationen von Wetterradarstationen im Ausland, wie etwa jener auf dem Weißfluhgipfel in der Schweiz, zugreift. Vorarlberg wiederum hat einen Vertrag mit der ZAMG, auf dessen Basis das Land relevante Wetterdaten für Zecke der Landeswarnzentrale, der Hydrographie, des Lawinenwarndienstes sowie der Straßenerhaltung bekommt. “Bis zum Defekt im Sommer 2017 flossen auch die Daten des Wetterradars Valluga in die Beurteilungen der ZAMG ein”, erläutert Christian Gantner und fügt ergänzend an: “Wir sind sehr daran interessiert, dass die Wetterdienste des Bundes hochwertige Daten liefern, damit wir unsere Aufgaben in den vorgenannten Bereichen optimal wahrnehme können.”

Im Rückblick auf den schneereichen Winter wollte Hubert Kinz auch wissen, welche Anstrengungen zur Gewährleistung der Sicherheit bei großen Schneefällen bisher unternommen wurden und welche Pläne es dazu gibt. Wie Gantner in seiner Antwort unter anderem auflistet, waren zur Bewältigung der Schneesituation rund 4550 Personen über 35.400 Stunden im Einsatz. Zudem sei das Land als Straßenerhalter an vier Lawinensprenganlagen beteiligt, eine davon werde sogar selbst betrieben. Aktuell prüft die Abteilung Straßenbau, wie sich zwischen Schoppernau und Warth, im Bereich Hasenfluhlawine in Zürs sowie auf der Arlbergstraße zwischen Ralegg-Galerie und Stuben künftige Gefahrensituationen weiter minimieren lassen.