Pflegepersonal hält es nicht lange im Job

Hohe Fluktuation macht den Verantwortlichen große Sorgen.
bregenz Noch scheint die Balance am Personalhimmel der Pflege zu stimmen. Das hat zumindest der erste Monitoringbericht bestätigt, den das Land aktuell präsentierte. Ihm zufolge stieg die Zahl der Pflegekräfte von Jänner 2017 bis Oktober 2018 von 4406 auf 4738 an. Das entspricht einem Zuwachs von 7,5 Prozent. Sorgen bereitet den Verantwortlichen allerdings die hohe Fluktuation. “Ein Großteil der Beschäftigten wechselt schon innerhalb eines Jahres den Arbeitsplatz, etwa die Hälfte innerhalb der ersten drei Jahre”, musste Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker einräumen.
Akutpflege gefragt
Das macht sich besonders in der Langzeitpflege bemerkbar, wo trotz insgesamt steigenden Personalanteils derzeit 22 diplomierte Pflegekräfte fehlen. Im Gegensatz dazu erfreuen sich Krankenhäuser bei den Absolventen von Gesundheits- und Krankenpflegeschulen weiterhin großer Beliebtheit. Jetzt gelte es schnellstens, die Wechselgründe zu eruieren. Als eine Ursache nannte Wiesflecker den allgemeinen Fachkräftemangel. Obwohl die Personalsituation teilweise angespannt sei, von einem Pflegenotstand könne trotzdem nicht gesprochen werden, waren sich Wiesflecker und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard einig. Es bleibt jedoch die Anforderung, in einem Zeitraum von zehn Jahren etwa 400 Personen zusätzlich in Pflegeberufen ausbilden zu müssen.
Um das zu stemmen, wurde von Maßnahmen auf politischer, betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene gesprochen. Es brauche unter anderem genug Ausbildungsplätze für Weiter- und Fortbildungen, um die Attraktivität des Berufes zu steigern, sowie finanzielle Anreize. In diesem Zusammenhang kündigte Katharina Wiesflecker die Einführung von Zulagen für Fachsozialbetreuer an. “Die brauchen wir dringend.” Außerdem wurde die Ausbildung zur Pflegedienstleistung ins Land und da an die FH Vorarlberg geholt. Sie startet im kommenden Jahr. Wiesflecker sieht nämlich auch die Arbeitgeber, sprich Pflegeheime, gefordert, um die Mitarbeiter länger bei der Stange zu halten.
Pflegelehre weiter aktuell
Was die Pflegelehre betrifft, will sich Bernhard weiter um eine Aufnahme in das vom Bund geplante Pflegereformpaket bemühen. Die Schule für Sozialbetreuungsberufe in Bregenz und zahlreiche Träger hatten die Diskussion um die Pflegelehre satt und konzipierten einen Vorbereitungslehrgang, der Jugendliche schon früher als mit 17 an die Pflege heranführen soll. Laut Katharina Wiesflecker plant außerdem eine HLW einen Pflegeschwerpunkt in die dreijährige Ausbildung zu integrieren. Zuversichtlich stimmt, dass die Zahl der Bewerbungen stabil ist.