Robert Weber vor Rückkehr in die Region

VN / 03.04.2019 • 23:00 Uhr
Nach zehn Saisonen beim SC Magdeburg in der deutschen Bundesliga soll Robert Weber im Sommer zu Otmar St. Gallen wechseln. GEPA
Nach zehn Saisonen beim SC Magdeburg in der deutschen Bundesliga soll Robert Weber im Sommer zu Otmar St. Gallen wechseln. GEPA

Der Handball-Torjäger aus Hard hat mit Magdeburg im Pokal-Final-4 in Hamburg den Titel im Visier und steht vor Wechsel zu Otmar St. Gallen.

Magdeburg Die Spatzen peifen es schon seit einiger Zeit von den Dächern, doch nun verhärten sich die Gerüchte: Handball-Ass Robert Weber kehrt im Sommer an den Bodensee zurück. Allerdings wird der 33-jährige Harder zukünftig nicht, wie oft vermutet wurde, wieder in der Teufelsarena seines Stammvereins Alpla HC Hard, sondern knapp 30 Kilometer südlicher in der Sporthalle Kreuzbleiche auf Torjagd gehen. Laut Informationen soll Weber einen Vertrag beim TSV St. Otmar St. Gallen unterschreiben und wird beim Ostschweizer Traditionsverein zukünftig Teamkollege seiner Landsleute Frederic Wüstner und Julian Rauch, der dieselbe Position wie Weber spielt, werden. Neben Weber sollen zudem Jens Schöngarth, Goalie Primos Prost und der ehemalige Linz-Trainer Zoltan Cordas bei St. Gallen im Gespräch sein.

Keine Antwort von Weber

Auf Anfrage der Vorarlberger Nachrichten wollte der noch bis Saisonende beim SC Magdeburg uner Vertrag stehende Weber die Spekulationen nicht beantworten: „Ich werde mich dahingehend nicht äußern und das Gerücht weder bestätigen noch verneinen“, so Weber.

Robert Weber hat seit seinem Teamdebüt 2006 insgesamt 179 Länderspiele bestritten und dabei 743 Tore erzielt. GEPA
Robert Weber hat seit seinem Teamdebüt 2006 insgesamt 179 Länderspiele bestritten und dabei 743 Tore erzielt. GEPA

Vor den beiden Auftritten in der kommenden Woche im Nationalteamtrikot gegen 2018-Europameister Spanien im Rahmen des EHF-Euro-Cups am 11. April (20.15 Uhr) im Dornbirner Messestadion und drei Tage später in Melilla, wartet auf Weber mit dem SC Magdeburg der ultimative Härtetest. Beim Final-Four-Turnier im deutschen Pokal in Hamburg greift Weber nach dem Triumph 2016 nach seinem zweiten Titelgewinn im Trikot des Traditionsvereins aus Sachsen-Anhalt. Gegner im Halbfinale (Samstag, 15.50 Uhr) ist der TSV Hannover-Burgdorf. Die zweite Partie bestreiten der zehnfache Rekordtitelträger THW Kiel und die Füchse Berlin. Das Endspiel steigt am Sonntag (15.10 Uhr). „Ich habe im September bei der Bekanntgabe meines Vertragsendes erklärt, dass ich mich aus Magdeburg gerne mit einem Titelgewinn verabschieden würde. Nach dem Aus im EHF-Europacup in der dritten Runde gegen Porto ist es für uns als Mannschaft die letzte Titelchance in dieser Saison. Gleichzeitig möchte ich mir diesen sportlichen Traum erfüllen. Sollten wir wirklich den Pokal holen, habe ich mir Neoteamchef Ales Pajovic schon vereinbart, dass ich erst einen Tag später ins Team einrücken werde.“

Ich werde mich dazu nicht äußern und das Gerücht weder bestätigen noch verneinen.

Robert Weber
Handballprofi SC Magdeburg

Obwohl Weber in seiner zehnten Spielperiode bei Magdeburg bedingt durch das früh verkündete Vertragsende deutlich weniger Spielzeiten erhält, hat der Magdeburger Rekordtorschütze nicht nur einmal seine Qualitäten bewiesen. Vor einer Woche hat Weber mit seinem Treffer fünf Sekunden vor dem Abpfiff den umjubelten 24:23-Auswärtsieg in Flensburg fixierte und die erste Saionniederlage des Meisters und Tabellenführers der deutschen Bundesliga besiegelt. Flensburg scheint überhaupt so etwas wie der Lieblingsgegner von Weber zu sein: Bereits beim 31:28-Auswärtssieg im Pokal-Viertelfinale war der Ösi-Torkaiser, der längst Kultstatus genießt in Magdeburg, mit acht Treffern erfolgreichster SCM-Werfer.
In der Bundesliga strebt Weber bei seiner Abschiedstour im SCM-Trikot der besten Endplatzierung seit Jahren zu. Mit 42:10 Punkten nimmt der Weber-Klub hinter Flensburg (48:2) und Kiel (46:6) acht Runden vor dem Ende den dritten Tabellenplatz ein und hätte damit einen Startplatz in der Champions League. Unmittelbar dahinter folgt 2018-Vizemeister Rhein-Neckar-Löwen (40:10). Sollte es so bleiben, wäre es die beste Platzierung der letzten zehn Saisonen.

Mit 1932 Treffern hat Robert Weber längst die Führung in der Bestenliste des SCM übernommen und zählt zu den Top-Ten in der Bilanz der deutschen Bundesliga. Verein
Mit 1932 Treffern hat Robert Weber längst die Führung in der Bestenliste des SCM übernommen und zählt zu den Top-Ten in der Bilanz der deutschen Bundesliga. Verein

In der Torschützenliste wird Robert Weber wohl viele Jahre die Poleposition innehaben. Mit seinen aktuell 1932 Treffern hat er 462 Tore Vorsprung auf Joel Abati bzw. 789 Tore mehr auf dem Konto als Klublegende Stefan Kretzschmar, der Weber einst 2008 nach Magdeburg lotste.