Gemeindeinformatik von Millionenbetrug betroffen

Ermittlungen gegen ehemalige Mitarbeiterin werden ausgeweitet.
Dornbirn Der im Jänner 2019 aufgedeckte Betrugsfall in der Gemeindeinformatik GmbH in Dornbirn (die VN berichteten) hat sich nach aktuellen Ermittlungen ausgeweitet: Die Veruntreuungen durch eine langjährige Mitarbeiterin reichen demnach rund 20 Jahre zurück. Aus diesem Grund muss auch mit einer Summe an veruntreuten Geldern im siebenstelligen Bereich gerechnet werden. Jetzt wird der gesamte Zeitraum mit Hilfe von Daten der Bank überprüft. Die Gemeindeinformatik GmbH arbeitet eng mit dem Landeskriminalamt zusammen und ist an einer lückenlosen Aufklärung interessiert, betont Geschäftsführer Ferdinand Gabriel. Gleichzeitig wurden Maßnahmen gesetzt, um Schadenersatzansprüche sicherzustellen und weitere Haftungen zu prüfen.
Geld auf Privatkonto
Mitte Jänner wurde in der Gemeindeinformatik GmbH ein Fall von Veruntreuung durch eine langjährige Mitarbeiterin aufgedeckt. Die betroffene Mitarbeiterin, die sofort nach Bekanntwerden des Falles entlassen wurde, hat gestanden, in den letzten beiden Jahren in betrügerischer Absicht Geld widerrechtlich auf ihr Privatkonto überwiesen zu haben. Inzwischen haben die Ermittlungen gezeigt, dass die Veruntreuungen etwa 20 Jahre zurückreichen und dadurch die Untersuchungen ausgeweitet werden müssen. Nachdem die Bank jetzt einen Teil der Daten für den betroffenen Zeitraum zur Verfügung gestellt hat, können die Bankbewegungen der letzten 20 Jahre überprüft werden, erklärt Geschäftsführer Ferdinand Gabriel, der sich daraus wesentliche Erkenntnisse erwartet. Die Frau soll aufgrund der neuen Informationen auch neuerlich vom Landeskriminalamt einvernommen werden. Die Einvernahme mit einem Geständnis der Frau erfolgte bei Bekanntwerden des Falles im Jänner 2019.
Sicherstellung von Privatvermögen
Für die Gemeindeinformatik GmbH stehen neben der Ermittlung der Schadenssumme auch die Sicherstellung von Vermögenswerten und allfällige Schadenersatzforderungen im Vordergrund. Die erforderlichen rechtlichen Maßnahmen wurden bereits gesetzt, Gespräche über eine Vermögensverwertung zur Schadenswiedergutmachung sind im Gange.
Die Ausweitung des Betrugszeitraums auf 20 Jahre hat auch eine Ausweitung der Ermittlungen zur Folge. So wird möglichen Haftungen von weiteren Beteiligten nachgegangen. Auch interne Kontrollsysteme werden überprüft. Ebenfalls wird intensiv daran gearbeitet, das Schadensausmaß für jede einzelne Gemeinde zu eruieren, betont Geschäftsführer Gabriel.
Die Gemeindeinformatik GmbH, gegründet 1980, ist eine IT-Kooperation für alle 96 Vorarlberger Gemeinden und stellt den Gemeinden Leistungen und Produkte im Bereich IT zur Verfügung.