Windrad-Projekt am Pfänder ist in der Sackgasse gelandet

VN / 25.03.2019 • 19:00 Uhr
Das Projekt Windrad am Pfänderrücken will irgendwie noch nicht auf Touren kommen.
Das Projekt Windrad am Pfänderrücken will irgendwie noch nicht auf Touren kommen.

Nach schwierigen Verhandlungen wird wieder nach einer neuen Zufahrtsstraße gesucht.

Eichenberg, Möggers Neue Zufahrtsstraße, neues Glück? Vor knapp sechs Jahren wurde auf dem Pfänderturm in knapp 80 Metern Höhe ein Windmessgerät installiert. Die Werte stimmen. Das Projekt Windrad will dennoch nicht auf Touren kommen. Aktuell müssen sich die Proponenten der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV) erneut nach einer alternativen Zufahrtsstraße zum geplanten Standort an der Gemeindegrenze Möggers-Eichenberg umschauen.

Versuch Nummer drei

Der ursprüngliche Plan einer Zufahrt durch das Ortsgebiet von Möggers scheiterte, weil die Bevölkerung dagegen mobilisierte. Mittlerweile sind auch die Verhandlungen über Variante zwei in die Sackgasse geraten, bestätigt Projektleiter Franz Rüf (67) auf VN-Anfrage. Er habe mit den rund 40 Grundeigentümern lange Gespräche geführt, am Ende konnte er allerdings nicht alle davon überzeugen, dass der bestehende Forststraße auf ihrem Grundstück ausgebaut wird. “Auf dem Forstweg darf nur Holz transportiert werden. Wenn eine andere Nutzung erfolgt, braucht es die Zustimmung jedes einzelnen Grundeigentümers”, erläutert der Projektleiter die Problematik. Ad acta gelegt habe man das Projekt deswegen aber nicht. “Wir suchen nach einer Alternative”, betont Rüf.

Die AEEV plant, zunächst ein Windrad am Pfänderrücken zu errichten und damit zwischen 1000 und 1200 der Haushalte im Leiblachtal mit Strom zu versorgen. Maximal möglich wären drei Windräder. An dem geplanten Standort passt laut den Proponenten vieles. Zum einen seien mit durchschnittlichen Werten von sechs Metern pro Sekunde Windleistungen vorzufinden wie bei den meisten Standorten im deutschen Binnenland. Zum anderen liege das Grundstück außerhalb des Quelleinzugsgebiets, das Projekt wäre dort zudem technisch machbar und auch wirtschaftlich umsetzbar. Noch ausständig sind allerdings zahlreiche Gutachten zu Schall, sonstigen Emissionen, Pflanzenschutz, Vogelzug oder Wildtieren. Diese würden dann in Angriff genommen, wenn eine Zufahrt gefunden und eine entsprechende Umwidmung erfolgt ist.

Enkeltaugliche Maßnahme

Das Land Vorarlberg hat die Windkraft im Jahr 2012 in die 101 enkeltauglichen Maßnahmen aufgenommen. Vorgesehen war, dass im Jahr 2020 rund zehn Gigawattstunden (GWh) Strom aus dieser erneuerbaren Energiequellen produziert werden. Doch die kritische Situation bezüglich Natur- und Landschaftsschutz ist zu beachten, eventuell müssen gemeinsame Anlagen in Kooperation mit benachbarten Ländern entstehen. Unterstützung kann Franz Rüf von Landeseite bis dato allerdings “keine erkennen”. “Wobei es von der Abteilung Umwelt und Energie gerne gesehen wird, dass wir was machen. In der Abteilung Raumplanung hat man Angst, dass das Landschaftsbild durch die Windräder massiv beeinträchtigt wird”, merkt er an. Die Motivation haben der AEEV-Projektleiter und seine Mitstreiter trotz der vielen Hürden jedenfalls noch nicht verloren. “Wenn wieder etwas passiert, ein Atomunfall zum Beispiel, dann kippt die Stimmung schnell und dann sollte man eine umsetzbare Variante in der Schublade haben, sonst dauert es zu lange. Darum bleiben wir dran”, begründet er. Geplant ist derzeit auch eine Vor-Ort-Aktion am „Tag des Windes“, der am 15. Juni im Kalender steht. “Das Ansuchen für die Veranstaltung ist in Vorbereitung.”

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