Stadtoberhaupt auf Zeit: Hubert Schwarz regiert in der närrischen Zeit über die Montfortstadt

VN / 23.02.2019 • 13:00 Uhr
Hubert Schwarz regiert im Fasching als Graf Hugo IX über die Montfortstadt Feldkirch. spältabürger
Hubert Schwarz regiert im Fasching als Graf Hugo IX über die Montfortstadt Feldkirch. spältabürger

Graf Rudolf IX, alias Hubert Schwarz, regiert in der närrischen Zeit über die Montfortstadt

Die Fasnat hat Hubert Schwarz zwei Mal zum Adeligen gemacht: zumindest im Fasching. Bereits als junger Mann war Schwarz 1977 in Altenstadt als Prinz Hubert I., Graf von Schwarzenstein und Edler von Königshof für eine närrische Jahreszeit lang das nominelle Oberhaupt einer Faschingsgemeinschaft. Seine zweite Amtszeit dürfte länger sein. Seit dem 11. November hat Schwarz in der Innenstadt, in die er 2009 gezogen ist, das Zepter übernommen: als Graf Rudolf IX., Herrscher über die Neustadt zu Feldkirch, steht er den Spältabürger vor.

Allerdings ist es ein zeremonieller Titel, Vereinsobmann ist mit Thomas Kathan weiterhin ein Urgestein der Feldkircher Fasnat. Der steht dem Verein seit 1990 vor. Die Aufgabe von Graf Rudolf IX. liegt dagegen mehr in der Repräsentation. So wird er an diesem Wochenende zwei Mal einen Umzug durch die Feldkircher Innenstadt anführen. Heute, Samstag, Abend ab 20 Uhr beim Gugga-Nachtumzug und morgen Nachmittag ab 13.30 beim großen Feldkircher Faschingsumzug.

Auch sonst ist Schwarz in seiner Funktion als Graf viel unterwegs. Ihm sind gerade die Kaffeekränzle in den Feldkircher Pflegeheimen ein großes Anliegen. Zudem steht am schmutzigen Donnerstag der traditionelle Besuch bei den Patienten des Landeskrankenhaus Feldkirch an. “Diese Besuche sind mir eine Herzensangelegenheit”, erklärt der oberste Narr der Stadt. “Wir bringen den Patienten neben närrischen Grüßen auch Blumen mit. Die Freude und strahlenden Gesichter motivieren uns jedes Jahr aufs Neue.” Und am ruaßiga Fritig werden in der Stadt alljährlich Glückspunkte verteilt.

“Genieße meine Pension”

Zwischen seiner Zeit als Faschingsprinz in Altenstadt 1977 und 2015 hatte Hubert Schwarz für den Fasching wenig Zeit. Der Feldkircher arbeitete 42 Jahre (er begann 1974) für Blum und machte Karriere. Zuletzt war er Geschäftsführer des Unternehmens in Deutschland und gehörte zum Blum Führungsteam, da blieb wenig Zeit für Vereinsaktivitäten. 2010, nach seinem Umzug von Altenstadt in die Feldkircher Neustadt, trat er aber den Spältabürger bei. Die Gaudi und die Freundschaft brachten ihn dorthin. Und er begann im Verein mitzuhelfen, etwa beim Ausschank beim Weinfest oder anderen Veranstaltungen. 2015 musste sich Schwarz dann aus gesundheitlichen Gründen aus dem Beruf zurückziehen.

“Ich genieße meine Pension”, erzählt er. Die Zeiten der langen arbeitsreichen Tage sind vorbei, aber Langeweile kommt keine auf. So geht Schwarz täglich eineinhalb Stunden Laufen, um sich fit zu halten. Und er genießt es in der Innenstadt zu leben. Mit dem Beruf hat er abgeschlossen sagt er, wobei das nicht so ganz stimmt. Denn er hat eine Aufsichtsratstätigkeit bei der MHK, der Gemeinschaft des mittelständischen Küchen- und Möbelfachhandels inne, und so trägt er seine Erfahrung auch in die Pension hinein weiter.

Hobby Spältabürger

Aber das wichtigste Hobby sind für Schwarz doch seine Spältabürger. Er betont, dass die Tätigkeit des Vereins weit über den Fasching hinausreicht. Das ganze Jahr über gibt es Veranstaltungen, man lebt die Gemeinschaft und engagiert sich auch. So etwas beim Ausschank fürs Fidelisfest, die Einnahmen gehen dann an die Feldkircher Kapuziner.

Für den Pensionisten war es deshalb Ehrensache zuzusagen, als ein neuer Graf gesucht wurde. Auch wenn das die “Freiheit der Pension” doch einschränkt, knapp dreißig größere Termine stehen dieses Jahr in der närrischen Zeit an und als Graf der Spältabürger kann man sich nicht drücken. Dieses Wochenende sind alle 65 Spältabürger und mehr als 400 weitere Helfer im Einsatz, um zu einem gelungenen Faschingswochenende beizutragen. Schwarz hat bisher immer im Ausschank mitgearbeitet, heuer kommt es zur Premiere in der neuen Rolle.

Einen Wunsch hat Schwarz: “Wir würden es begrüßen, wenn sich mehr junge Menschen für den Verein interessierten würden”, macht der Graf Werbung für seine Spältabürger. Und auch für den morgigen Umzug hat er einenWunsch: “Schön wäre es auch, wenn wieder mehr maskierte Kinder dabei wären.”

Hubert Schwarz

Herrscht am Wochenende als Rudolf IX. von Montfort, Herrscher über die Neustadt zu Feldkirch, über die Montfortstadt

geboren am 7. Jänner 1953

Lieblingsspeise: fast alles was ich selbst koche

Lebensmotto: Goats üs guat! Es söll üs nia schlechter goa!