Lebensretter zieht Seniorin aus Harder Binnenbecken

Am Rande einer Wahldebatte entdeckte der 36-jährige David Scheffknecht eine im Wasser treibende Frau.
Hard Eigentlich war David Scheffknecht (36) beruflich im Stedepark am Harder Binnenbecken. Für die Aufzeichnung einer Wahldiskussion der VN brachte er die Sitzwürfel und Windfahnen nach Hard, nach deren Aufbau beschloss er, am Ufer eine Runde zu drehen. „Als ich bei der Rampe ankam, sah ich plötzlich einen Rollator aus dem Wasser ragen“, erinnert sich der Bludenzer. Das kam ihm seltsam vor, daher näherte er sich der Gehhilfe. Nach wenigen Schritten sah er die Seniorin im Wasser treiben, mit dem Gesicht nach unten, den Kopf unter der Wasseroberfläche und die Arme von sich gestreckt.
Rollator stand im Wasser
„Ein Radfahrer hatte die Frau auch gerade entdeckt und wählte bereits den Notruf, daher sprang ich sofort hinunter und zog sie aus dem Wasser“, schildert Scheffknecht die dramatischen Augenblicke. Er versuchte als erstes, der Frau das Wasser aus dem Bauch zu drücken. „Ich denke auch, dass ein bisschen Wasser kam“, erklärt der 36-Jährige. Inzwischen kam der Radfahrer hinzu, gemeinsam drehten sie die Seniorin auf den Rücken. Unter der Anleitung der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle über den Lautsprecher des Smartphones begannen die beiden Ersthelfer mit der Stabilisierung und Reanimation der Verunglückten. „Eine Frau, die sich als Ärztin vorstellte, kam uns zur Hilfe. Wir drei wechselten uns dann bei der Reanimation ab”, bis die Wasserrettung eintraf, wurde die kraftraubende Wiederbelebung durchgeführt.

Nach wenigen Minuten wurden die Ersthelfer nicht nur von der Wasserrettung, sondern auch von einem Notarzt und einem Krankenwagen des Roten Kreuzes abgelöst. Den Rettungskräften gelang es, die Seniorin zurückzuholen. Per Krankenwagen wurde sie in den Schockraum des LKH Bregenz gebracht.
„Sollte normal sein“
Nun hofft der Bludenzer, dass alles ein gutes Ende nimmt. Seine eigene Rolle in der Rettungsaktion will er jedoch nicht zu wichtig nehmen. „So etwas sollte als normal gelten“, gibt er sich bescheiden. „Zumindest hoffe ich, dass andere das auch für mich tun würden.“