Leserbrief: “Ländle Apfel”

Da fragt die österr. Landwirtschaftskammer die Länder, ob Bedarf an einem giftigen, nicht mehr zugelassenen Insektizid besteht, und alle außer dem Burgenland sagen Ja! Es zeigt sich wieder deutlich: Der Bereich Natur- und Umweltschutz ist im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in denkbar schlechten Händen. Wenn ein Mittel, das derart schädlich ist, aus dem Verkehr gezogen wird, hat es auch keine Berechtigung, durch die Hintertür als “Notverordnung” wieder eingesetzt zu werden. Auch die Bienen-Toxizität des Insektizides Movento kann nicht umgangen werden. Es geht auch nicht nur um diesen Einzelfall. Wir sind drauf und dran, uns schleichend zu vergiften, indem immer mehr schädliche Substanzen in die Umwelt gelangen, deren kumulierende Wechselwirkungen weitgehend unerforscht sind. Das natürliche Gleichgewicht wird gestört und damit ein Teufelskreis in Gang gesetzt. Die Abwärtsspirale zeigt sich deutlich in immer mehr Allergien und Krankheiten. Auch das Artensterben, verursacht durch menschliche Eingriffe, hat ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Es ist zu hoffen, dass auch der Imkerverband und die Vereine da aktiv werden. Wenn der Ländle Apfel zum Konsumentenschreck und zu reinem Ländle-Schmäh verkommt, brauchen sich die Produzenten nicht zu wundern. Auch im Fall Antibiotika gegen Feuerbrand gab es Alternativen, die hier mit Sicherheit auch gegeben sind.
Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn