Ländle-Trio feiert historischen Meistertitel

Graz 99ers holen ersten Meistertitel in Vereinsgeschichte. Mit Manuel Ganahl, Kilian Zündel und Lenz Moosbrugger.
Bruneck, Graz Nach Abpfiff am Mittwochabend in der Intercable Arena in Bruneck brachen aus Grazer Sicht alle Dämme. Die 99ers haben mit einem 6:2-Erfolg am Mittwochabend im vierten Finalspiel über den HC Pustertal den ersten Meistertitel in der 26-jährigen Geschichte des Klubs aus der steirischen Landeshauptstadt eingefahren.

Mittendrin mit Manuel Ganahl, Kilian Zündel und Lenz Moosbrugger auch drei Vorarlberger, die alle ihren großen Anteil an dem Titel hatten. Ganahl, der nach dem Titel mit dem KAC 2020/21 nun seinen zweiten holte, gilt seit seiner Rückkehr nach Graz neben Kapitän Korbinian Holzer, Play-off-Topscorer Lukas Haudum oder Paul Huber als absolute Identifikationsfigur bei den 99ers.

Der Bludenzer wusste den Erfolg direkt nach Spielende genau einzuordnen: “Ich bin so dankbar, dass wir uns die Krone aufgesetzt haben. Man kann immer eine gute Saison spielen, aber die dann auch mit dem Titel zu beenden – das bleibt fürs Leben”.
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Die Gründe für den unglaublichen Lauf, die Grazer konnten alle Play-off-Spiele gegen Villach, Fehervar und eben Pustertal gewinnen, sieht Ganahl in der großartigen Mannschaftsleistung, “weil wir einfach eine geile Truppe sind. Wir sind immer besser in Fahrt gekommen, mit jedem Spiel mehr noch näher zusammengewachsen und dann eben brutal marschiert sind. Jeder einzelne Spieler hat seinen Teil zu dieser großartigen Geschichte beigetragen”.

Damit spricht der 35-Jährige auch seine Vorarlberger Kollegen Kilian Zündel und Lenz Moosbrugger an. Während der 21-jährige Lustenauer Moosbrugger beim Sieg in Pustertal gar zum zwischenzeitlichen 5:2 traf, musste Zündel den Erfolg von der Tribüne feiern. Der Dornbirner fiel zuletzt der Legionärs-Regel zum Opfer. Standard-Tormann Maxime Lagace fiel verletzt aus, dafür sprang Nicolas Wieser ein, was wiederum Platz für einen Legionär eröffnete. Daher war Zündel in den letzten entscheidenden Matches zum Zuschauen gezwungen. Für Moosbrugger, der im Sommer 2024 vom EHC Lustenau nach Graz wechselte, ist es der erste Meistertitel, Zündel feierte nach seinem Erfolg 2022 mit EC RB Salzburg den zweiten.

Die Feierlichkeiten, die in Südtirol direkt nach dem Spiel starteten, gingen nach der Rückkehr am Donnerstagmorgen in Graz nahtlos weiter. Auf die Frage, ob nach so einer langen Saison überhaupt die Kraft für große Party vorhanden sei, antwortete Ganahl mit einem breiten Grinsen: “Die haben wir allemal. Das wird wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung”. Am Sonntag steigt am Grazer Hauptplatz die große Meisterfeier, “bis dahin werden wir die Tage genießen”, erklärt Ganahl, der sich für die VN einen Tag nach dem Titelgewinn kurz Zeit nahm: “Schön langsam realisieren wir, was da geleistet wurde. Da spreche ich alle im Klub an. Was sich in den letzten Jahren hier in Graz getan hat, dass wir von einem Durchschnittsteam zum Meister geworden sind, ist unglaublich. Ich bin unheimlich stolz darauf, Teil dieser Geschichte zu sein”. Ob er denn nun wisse, dass er und seine Kollegen ab sofort Grazer Legenden für die Ewigkeit seien, nimmt der Familienvater mit einem zufriedenen Lachen zur Kenntnis: “Das macht vieles natürlich noch schöner. Wobei die Fans auch einen großen Anteil daran haben. So wie sie uns als Team und Verein unterstützt haben, wie sie uns über die Saison weg unterstützt haben, ist einfach großartig.”

Die nahe Zukunft ist für Ganahl, Zündel und Moosbrugger klar gezeichnet: Party – mit u.a. “Maskottchen” und Steiermarks Edel-Barden Andreas Gabalier. Was danach geschieht, dem will Ganahl nicht vorgreifen, “wobei ich schon erklärt habe, sehr gerne für das Nationalteam bei der WM im Mai in der Schweiz spielen zu wollen. Aber ich werde da dem Teamchef sicher nicht vorgreifen. Es wird demnächst zu einem Telefonat kommen, und dann schauen wir, was herauskommt”.
