Le-Mans-Sieger Reuter: „Kiano hat Potenzial“

Der Fußacher Kiano Blum (18) bekommt für Debüt im GT Masters einen prominenten Coach.
Spielberg Am Wochenende macht Kiano Blum den nächsten Schritt in seiner jungen Karriere und gibt auf dem Red Bull Ring sein Debüt im ADAC GT Masters. Die “GT3-Nachwuchsliga” ist eine etablierte deutsche Rennserie, die seit 2007 ausgetragen wird und sich an Profi- sowie Amateurfahrer richtet. Die Serie gilt als Sprungbrett für Nachwuchstalente und ist Teil der „Road-to-DTM“-Förderung. Nach zwei Saisonen im Porsche Carrera Cup Deutschland ist der noch 18-Jährige jetzt Mitglied im Förderprogramm von Ford.

Wie kam es dazu? Das deutsche Haupt Racing Team hatte Blum im Oktober zu einem Test nach Barcelona eingeladen. Um die Piloten kümmert sich bei Haupt ein prominenter Mentor: Der zweifache Le-Mans-Gewinner, ITC-Champion und langjährige DTM-Pilot Manuel Reuter (64). „Kiano hat beim Test einen einwandfreien Eindruck gemacht. Obwohl es nicht einfach ist, von einem Cup-Porsche auf einen GT3 wie den Mustang zu wechseln. Dann ging alles seinen Weg“, erklärt der seit 1997 in Saalfelden ansässige Mainzer. „Wir haben sein Potenzial erkannt. Dann kam die Einladung von Ford zu einer Sichtung in den USA. Er wurde gemeinsam mit Finn Wiebelhaus, der nun bei uns in der DTM debütiert, in das Fahrer-Entwicklungsprogramm von Ford aufgenommen.“

Wie Reuter bestätigt, war die nächste Aufgabe, den Weg ins GT Masters – den offiziellen Unterbau der DTM für Nachwuchsfahrer – festzulegen. Reuter sagt weiter: „Jetzt muss er lernen, die Kleinigkeiten zu entdecken, die Verbesserungen bringen. Dazu kommt das ganze Drumherum, vom physischen Training bis zu Ernährung, Kommunikation, Auftreten. Ich sehe in ihm schon großes Potenzial. Ich denke, Österreich hat nach Lucas Auer und Thommy Preining wieder einen Hoffnungsträger im GT-Sport.“

Der Vertrag von Blum wurde mit Ford USA direkt abgeschlossen, er wurde dann Haupt zugeteilt. In Charlotte (North Carolina) überzeugte er am Simulator. „Mein Fokus liegt jetzt ganz klar auf den Rennen im GT Masters. Ich habe den Wunsch, mich konstant zu verbessern, von Rennen zu Rennen, und dabei optimal mit dem Team zusammenarbeiten. Alles andere ergibt sich dann“, erklärt der Fußacher. „Die Strecken kenne ich schon alle, bis auf den Salzburgring.“ Dort wird er Anfang September sein zweites Heimrennen bestreiten.

Reuter ergänzt: „Mit dem Ford-Programm hat er auf jeden Fall eine Perspektive und große Chance. Finn Wiebelhaus ist der Erste, der die Entwicklung in der DTM-Pyramide bis zur DTM durchlaufen hat. Das könnte auch Kiano schaffen.“ Gerhard Kuntschik