Tragödie am Nürburgring

Die Bregenzerin Elena Egger hat das Drama live miterlebt
Nürburg Die “grüne Hölle”, wie die Nürburgring-Nordschleife auch genannt wird, wurde ihrem Namen auf tragische Weise gerecht. Beim Qualifikationsrennen zum 24-Stunden-Rennen auf der 25,378 km langen Strecke kam es in der Passage Klostertal zu einem Massencrash mit sieben Fahrzeugen, ausgelöst vermutlich durch austretende Flüssigkeit. Dabei wurde der Finne Juha Miettinen (66) so schwer verletzt, dass er nach der Bergung im Medical Center an der Strecke verstorben ist. Die anderen sechs Piloten kamen recht glimpflich davon, keiner schwebt in Lebensgefahr.

Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen, der sich ebenfalls für das bevorstehende 24-Stunden-Rennen mit seinem Teampartner Lucas Auer an der Qualifikation beteiligte, zu dem Zeitpunkt aber Lucas Auer im Mercedes GT3 saß und nicht am Unfallgeschehen involviert war, zeigte sich bestürzt über die Vorkommnisse und äußerte sich geschockt: “Motorsport ist etwas, das wir alle lieben, aber in Zeiten wie diesen werden wir daran erinnert, wie gefährlich er sein kann.”
Betroffenheit bei Egger und Teamkolleginnen
Sehr wohl betroffen war aber die Bregenzerin Elena Egger (22), die zeitweise in China und in München lebt. Ihr Team GITI Tire Motorsport by WS Racing, ein reines Girly-Team, mit der Deutschen Helge Tamm (Prisdorf) und der 20-jährigen Schwedin Siri Hökfelt, war eines der sieben an der Kollision beteiligten Boliden.

Zum Zeitpunkt des Unfalls war Siri Hökfelt am Steuer. “Wir haben anfangs nicht genau gewusst, was los war, erst so nach und nach kamen die Nachrichten auch beim Team an, wir waren alle schockiert und im Aufruhr, weil wir von Siri nichts gehört haben über Funk. Richtig schockiert war ich, als ich bald darauf vom Tod von Juha Miettinen erfahren habe”, betont Egger.
Die Stimmung im Fahrerlager und rund um die Strecke war verständlich bedrückt. “Für meine Kollegin Siri ging die Sache zum Glück recht glimpflich aus. Sie musste nur zur Überwachung die Nacht im Krankenhaus verbringen.”
Das Rennen wurde abgebrochen und nicht wieder aufgenommen. Da der BMW 330i einen Totalschaden hatte, mussten Egger und Co. auch auf das zweite Rennen verzichten. “Jetzt heißt es, bis zum nächsten Rennen ein neues Fahrzeug aufzubauen”, betont Egger abschließend. Manfred Noger