Dieser Spieler macht den Unterschied

Altachs Rezept: Kompaktheit und Greil „zaubern“ lassen. Gegen Rapid soll die Kombination wieder greifen.
Altach “Er ist sicher ein Spieler, der den Unterschied machen kann.” Cheftrainer Ognjen Zaric weiß, was er an Patrick Greil hat. “Er ist für die Mannschaft wertvoll, weil er nicht nur in Ballbesitz gut ist, sondern weil er auch viel arbeitet.” Eine Eigenschaft, die, so der Trainer, extrem wichtig sei für den SCR Altach. Doch für Zaric ist auch Greils “Gespür innerhalb der Mannschaft” sehr bedeutsam. Zudem ist der Coach voll des Lobes, den Bewegungsradius seines Unterschiedspielers beschreibend: “Wie er sich mit Ball bewegt, welche Wege er für die Mannschaft geht, seine Torgefährlichkeit.”
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So gehört Greil nicht nur für seinen Trainer zu jenem Typus Spieler, der als Straßen- bzw. Instinktfußballer bezeichnet werden kann. Den 29-Jährigen zeichnen Kreativität und Ballbeherrschung sowie Spielfreude aus. All diese Eigenschaften verleihen der aktuellen mannschaftlichen Geschlossenheit das “i”-Tüpfelchen. Und so wundert es nicht, wenn Zaric von einem “der besten zentralen Mittelfeldspieler in der Liga” spricht.
Admiral Bundesliga
21. Spieltag
SCR Altach vs SK Rapid Wien Sonntag
Altach, Stadion Schnabelholz, 17 Uhr, SR Christian-Petru Ciochirca (ST)
Bisheriges Saisonergebnis: 0:0 (a)
Mögliche Aufstellungen
SCR Altach (4-3-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Owald, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo, Hrstic, Greil
Fraglich: Sandro Ingolitsch
Es fehlt: Idrizi (Knie)
SK Rapid Wien (4-3-3) Hedl – Bolla, Cvetkovic, Raux-Yao, Horn – Amane, Lukas Grgic, Gulliksen – Matthias Seidl, Weimann, Wurmbrand
Es fehlen: Kara (gesperrt), Schaub, Mbuyi, Ndzie (alle Knie), Tilio (muskuläre Probleme), Antiste (nicht im Kader)
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Selbstvertrauen erarbeitet
All das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass am Sonntag ein Gegner im Schnabelholz auftaucht, dessen Marktwert “das Fünffache von uns” (Zaric) beträgt. Deshalb müsse man als Altach nicht über “Favoritenrolle diskutieren”. In Altach weiß man auch um die Chance, sich mit einem Sieg in eine gute Position für einen Platz in den Top Sechs zu verschaffen. Als bestes Heimteam der Liga (19 Punkte) hat sich das Selbstvertrauen stetig vergrößert, wie auch die Emotionen auf den Rängen im Stadion angewachsen sind. “Natürlich hoffen wir auf stimmkräftige Unterstützung unserer Fans”, bringt es Zaric, der bis auf Sandro Ingolitsch (“Bei ihm überlegen wir noch”) auf alle Spieler zurückgreifen kann, auf den Punkt. Und Greil ergänzt: “Der Hunger ist groß.”

Ein Jahr ist nunmehr vergangen, in dem Greil, dessen Weg im Profifußball nie ein gerader war, die Lust am Fußball wiedergefunden hat. Beim deutschen Drittligisten Sandhausen hatte der Mittelfeldspieler im Frühjahr 2025 einen schweren Stand. Am 1. März noch wenige Minuten im Einsatz, war er danach nicht mehr gefragt. Die Umstände seien “ein bisschen kurios” gewesen, sagt er diplomatisch. Viel wichtiger ist ihm das Jetzt. “Ich bin sehr dankbar, dass mir Altach die Möglichkeit gegeben hat.” Vertrauen vom Trainer, Rückhalt aus der Mannschaft, Wertschätzung im Klub – für Greil sind das keine Floskeln. “Das löst in einem Spieler sehr viel aus.” Altach und Greil, das passt. Der Erfolg hilft, natürlich. Aber es ist mehr als das. Der Salzburger spricht von Energie, die er zurückgeben will. Nicht nur in guten Phasen, sondern immer. Vielleicht ist es genau dieses Bewusstsein, das ihn derzeit so wertvoll macht: Instinktfußballer auf dem Platz, reflektierter Profi daneben.

Reflektiert und fokussiert
Dass sein Name wieder öfter fällt, auch über Altach hinaus? “Ich beschäftige mich wirklich gar nicht damit”, sagt er. Er fühle sich “sehr, sehr wohl” und wolle gar nicht erst in die Situation kommen, groß nachdenken zu müssen. Es ist ein Satz, der in einer Branche voller Wechselgerüchte fast schon ungewöhnlich klingt. Greil denkt weiter – aber nicht nur an den nächsten Vertrag. Er studiert Sportmanagement, steckt im Endspurt. Viel Zeit bleibt neben Fußball und Familie nicht, “ich habe ja einen kleinen Buben daheim”.
