
Der leise Abgang des Sportchefs
Roland Kirchler zurückgetreten! Schon wenige Minuten nach dem Schlusspfiff begann Altachs Zukunft.
Linz Wieder einmal dem Abstieg entronnen, wieder Glücksmomente erlebt. Aus der Kabine drang Musik, der scheidende Teammanager Mario Mayer wurde ebenso von den Spielern gefeiert wie Sportdirektor Roland Kirchler. Wenige Minuten später war klar: Der 54-jährige Tiroler geht ebenfalls von Bord. Der “Architekt” der Mannschaft verabschiedete sich mit emotionalen Worten von den Spielern. “Ich habe schon vor dem Match gespürt, dass es keinen Rückhalt mehr gibt. So will und kann ich nicht arbeiten”, sagte Kirchler, bevor er ins Auto stieg und in die Heimat zurückreiste.

Der Vertrag des Altacher Sportchefs wäre mit Ende Juni ausgelaufen. Bislang hatte es noch keine Gespräche des Vereins mit Kirchler gegeben. Dem Vorschlag, kommende Woche an einen Tisch zu sitzen, ist er nun mit seinem Rücktritt zuvor gekommen. “Es war eine coole, aber auch sehr nervenaufreibende Reise. Ich denke, wir haben alles in die Waagschale geworfen, um den Klassenerhalt zu sichern. Ich bin glücklich, dass ich mit Altach weder als Spieler noch als Sportchef abgestiegen bin.
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Veränderungen sind notwendig
Die Erleichterung ins Gesicht geschrieben war SCRA-Chefcoach Fabio Ingolitsch. “Wir haben viel investiert, haben auf dem Weg zum Klassenerhalt einige Matchbälle ausgelassen. Jetzt bin ich einfach froh.” Nach dem Spiel lobte der 33-Jährige die Mannschaft für deren Einsatz. “Es war nicht leicht für alle nach dem Klagenfurt-Match. Aber heute waren sie alle bereit.” Er selbst hatte vor dem Match einiges zu tun, wie er danach gestand. Begannen beim LASK doch einige neue Gesichter, “von denen ich erst gar nicht wusste, wo sie spielen”. So habe er keine Zeit gehabt, um nervös zu sein.
Für die richtige Einstimmung auf das Spiel hatten am Abend davor im Hotel einige aus dem Trainerstab gesorgt. “Sie haben, wie immer bei Entscheidungsspielen in Altach, einen Pub-Quiz zusammengestellt.” Mit durchaus schwierigen Fragen, wie er gestand. “Vor allem bei der Suche nach Musik-Interpreten habe ich mir schwergetan”, konnte er nach dem erfolgreichen Abend in Linz schmunzeln.
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Gedanken zur Zukunft, so Ingolitsch, werde man sich in den nächsten Tagen machen. “Ich wurde geholt, um eine Veränderung einzuleiten. Eine solche Situation möchte ich nicht noch einmal erleben.
Es wird nun wichtig sein, zu erfahren, wie viel Veränderungen man zulassen will. Eines muss klar sein: Es muss etwas passieren.”