Fanszene mit Kritik vor “Finale Grande”

Sport / 12.05.2025 • 16:20 Uhr
Fußball, Altach
Aktuell entlädt sich der Frust des Altacher Fanblocks gegen die Vereinsspitze des heimischen Bundesliga-Clubs. Lutz

Ein Transparent beim Spiel gegen den GAK lässt in Altach niemanden kalt.

Altach Es war kurz nach dem Ausgleich zum 1:1, als aus dem Fanblock des SCR Altach ein Transparent enthüllt wurde, das die Clubführung um Präsident Peter Pfanner, Vize Werner Gunz sowie Geschäftsführer Christoph Längle für die aktuelle sportliche Schieflage verantwortlich macht. Eine überraschende Aktion, selbst für jene Personen, die sich clubintern um die Fanszene kümmern.

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Für das Klagenfurt-Spiel haben sich die SCRA-Fans eine Choreo einfallen lassen. Bild aus dem GAK-Match. apa

„Natürlich gibt es uns zu denken“, gesteht Längle. Doch die mögliche Finalwoche lässt seine Gedanken nicht lange an diesem Moment verweilen. „Wir alle befinden uns in einer Ausnahmesituation“, findet der 54-Jährige durchaus beschwichtigende Worte. Eines möchte er dennoch klar festhalten. „Es tut weh, wenn ein Peter Pfanner oder Werner Gunz, die beide ehrenamtlich für den Verein arbeiten und auch als Sponsoren auftreten, angegriffen werden.“

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„Wer in dieser Ausnahmesituation noch ruhig ist, der hat den Job verfehlt.“

Christoph Längle, Altachs Geschäftsführer über seine aktuelle Gemütslage

Dass Fans ihre Emotionen leben, wie in guten, so auch in schlechten Zeiten, weiß der Geschäftsführer nur zu gut. Zumal er auch im privaten Bereich schon negative Erfahrungen machen musste. Doch gerade sein Einsatz und seine Arbeit werden im Verein sehr geschätzt. „Wir wissen alle, was er in all den Jahren für den Club geleistet hat und aktuell leistet“, spricht es Werner Gunz ganz klar an. „Einen Fußballclub zu leiten, ist mit nichts vergleichbar. Es ist ein heißer Job“, sagt der ehemalige Unternehmer, der seine Firma zu einer Umsatzgröße von knapp 200 Millionen Euro führte und diese nun in familiären Händen gut weitergeführt sieht. „Mein Job war leichter“, sagt er mit Blick auf die Agenden des SCRA-Geschäftsführers. Zumal diese wöchentlich mit Resultaten und den daraus resultierenden Emotionen angereichert werden.

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Die Fans eingebunden

Bezüglich der Fanszene haben die Altacher in den vergangenen zwölf Monaten wichtige Schritte gesetzt. So etwa mit dem Entschluss, wieder zu den Vereinsfarben Schwarz-Weiß zurückzukehren. Eine Thematik, die aktuell auch in Linz beim LASK für Diskussionen zwischen Anhängern und Verein sorgt. In Altach jedoch ist man noch einen Schritt weitergegangen. So wurde nicht nur das Clublogo von jeglicher marketingtechnischer Überlegung befreit. Vielmehr waren die Fans in die Adaptierung des Vereinswappens eingebunden. Durchaus bemerkenswert, war doch das Clublogo in all den Jahren mit Cashpoint als Hauptsponsor mit ein Teil der Vermarktung. „Wir haben diesen Schritt ganz bewusst gesetzt und haben damit auch einem Wunsch der Fans entsprochen“, so Gunz.

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In den Tagen vor dem Klagenfurt-Spiel – Samstag, 17 Uhr – gilt die volle Konzentration jedoch dem „Finale Grande“, dem sportlich wohl entscheidenden Spiel im Kampf um den Klassenerhalt. Das Interesse für das letzte Heimspiel der Saison ist jedenfalls riesig. Denn schon zu Wochenbeginn sind mehr als 5000 Karten abgesetzt. Zudem bietet der Verein allen Dauerkartenbesitzern die Möglichkeit für ein zusätzliches Gratis-Ticket an.