Negativspirale dreht sich weiter: Nächste Pleite für SWB

Sport / 09.05.2025 • 21:37 Uhr
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Bregenz hatte in St. Pölten wieder einmal das Nachsehen. GEPA

SW Bregenz verliert auch das siebte Spiel in Serie. In St. Pölten entscheidet SKN-Angreifer M’Buyi fast im Alleingang, Van Acker wird nach dem Spiel deutlich.

St. Pölten “Ich finde, dass wir einen Schritt weitergekommen sind”, sagte SW-Bregenz Trainer Regi Van Acker trotz der 1:3-Niederlage gegen St. Pölten, und bezog diesen Unterschied auf die Vorwoche. Nach zuletzt sechs Pleiten in Serie gab es bei den Bregenzern nämlich allerhand gutzumachen – besonders nach der 1:5-Heimniederlage gegen Rapid II. “Man kann immer ein Spiel verlieren, aber nicht so”, sagte Trainer Regi Van Acker über dieses, unter der Woche gab es eine Aussprache mit allen Spielern, dem Trainerteam und Sportdirektor Predrag Zivanovic. “Wir hatten bessere Phasen im Spiel als gegen Rapid. Da haben wir nur zehn Minuten gut gespielt”, sagte der Trainer nach dem Spiel in St. Pölten. Gegen den SKN waren es zwar etwas mehr, zu Punkten reichte es aber nicht.

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Phasenweise gab Bregenz auch in St. Pölten wieder keine gute Figur ab. GEPA

Im Vergleich zur 1:5-Pleite gegen die Hütteldorfer Youngsters veränderte Van Acker die Startelf auf einer Position: Für Daniel Tiefenbach rückte Marcel Krnjic ins Mittelfeld. Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen vom Bodensee. Bregenz machte das Spiel, schaltete nach Ballverlusten schnell ins Gegenpressing um. Die ersten beiden Chancen fand Marcel Monsberger vor: Seinen Kopfball in der siebten Minute wehrte SKN-Keeper Hülsmann gerade noch so auf der Linie ab, auch eine Minute später war der Torhüter im Eins-gegen-Eins gegen Monsberger Sieger (8.). “Ich finde, dass wir einen guten Anfang hatten, die ersten 20 Minuten müssen wir mindestens ein Tor schießen, wir hatten die Chancen dazu”, so Van Acker.

Das anfängliche Tempo kam Bregenz aber rasch abhanden, St. Pölten fand immer besser in die Partie. “Dann haben wir möglicherweise gedacht, dass wir ohnehin so gut sind, die Abstände haben nicht mehr gestimmt”, suchte der Trainer nach einer Erklärung dafür.

Was man vermeiden wollte

Einen Distanzschuss von Krasniqi konnte Felix Gschossmann noch abwehren (24.), in der 25. Spielminute gingen die “Wölfe” aber in Führung. Nach einer Flanke von rechts verlor Sebastian Dirnberger seinen Gegenspieler aus den Augen, Claudy M’Buyi köpfte zum 1:0 ein. Bregenz kam mit dem neuen Druck ganz schlecht klar, St. Pölten wurde durch Lochpässe gefährlich, schlug Flanken in den Strafraum – Entlastung gab es nur durch Umschaltsituationen, bei denen aber meist ein Bregenzer alleine in der gegnerischen Hälfte unterwegs war. Nach so einer Situation traf Monsberger – nach einer Unsicherheit des Torhüters – das Außennetz (30.). Das war eine unerwartete Bregenzer Möglichkeit inmitten eines Geschehens, in dem nur St. Pölten Spielfreude ausstrahlte. Es wurde den Niederösterreichern aber auch sehr einfach gemacht, beim 2:0 – Flanke von links, Kopfball M’Buyi, Doppelpack – stieg der Torschütze am zweiten Pfosten als einziger hoch. Für den Franzosen war es der 17. Treffer der laufenden Spielzeit.

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Claudy M’Buyi verwertete die Flanken eiskalt, und hätte noch mehr Treffer erzielen können. GEPA

“Die sind im Umschaltspiel und bei Flanken so gut. Wir haben gesagt: ‘Jede Flanke muss geblockt werden.’ Und dann kriegst du zwei Tore nach Flanken. Dann ist das erledigt”, so Van Acker. Die Probleme habe man nicht primär mit M’Buyi gehabt – sondern mit den Außenspielern, die bei ihren Flankenversuchen zu wenig bedrängt worden seien. “Mit sechs, sieben, acht Metern Entfernung kannst du nicht blocken”, so der Coach.

“So kannst du kein Spiel gewinnen”

Wenig überraschend stellte Bregenz zur Pause auf 4-3-3 um und wechselte gleich dreifach. Prirsch, Vojic und Tiefenbach rückten neu in die Partie. “Wir wollten noch einmal anfangen, mit Disziplin spielen, ein Tor schießen und sie nervös machen”, so Van Acker. Die Fehler im Bregenzer Spiel blieben aber auch in weiterer Folge zu groß, aus einem Konter nach einem eigenen Eckball machte M’Buyi fast sein drittes Tor, traf aber nur das Außennetz (52.). M’Buyi wirkte wie der Alleinunterhalter im Spiel, startete nach einem Patzer von Dirnberger auf das Tor zu, Gschossmann rettete stark im Eins-gegen-Eins (77.).

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Joker Burak Ergin brachte Bregenz zwischenzeitlich noch einmal heran. GEPA

Durch den Anschlusstreffer des eingewechselten Burak Ergin, keimte bei Bregenz noch einmal Hoffnung auf, ein wunderschöner Sololauf von Elijah Just zerstörte sie, der Joker schlenzte den Ball zum 3:1 ins lange Eck (85.). “Wenn du ihm sagst, er soll bitte mitkommen und ein Tor schießen, kannst du kein Spiel gewinnen”, ärgerte sich Van Acker über den dritten Gegentreffer. Gschossmann verhinderte gegen M’Buyi eine noch höhere Niederlage (88.).

Van Acker: “Dann ist es vorbei”

“Du kannst dir in der Analyse die Fehler anschauen. Und nochmal, und nochmal. Aber irgendwann musst du sagen: Entschuldigung, aber dann hast du nicht die Qualität für diese Liga”, wurde Van Acker deutlich. “Vielleicht denken manche Spieler, es ist schon erledigt. Aber dann gehen sie nächstes Jahr, das habe ich auch in der Halbzeit gesagt.”

Wenn man immer auf einem Level bleibe und immer die gleichen Fehler mache, reiche das für die Liga nicht, so Van Acker. “So geht das im Fußballgeschäft. Wir sind nicht bei den Schülern, wo der Lehrer den Kindern immer sagt, sie sollen es einfach nochmal versuchen. Du kannst 20 Chancen bekommen, aber nicht 21. Dann ist vorbei. Für mich ist es für manche Spieler vorbei.”

Admiral 2. Liga, 28. Runde

SKN St. Pölten – SW Bregenz 3:1 (2:0)

St. Pölten, NV Arena; 1.238 Zuschauer, SR Alexander Harkam (St)

Torfolge: 25. 1:0 Claudy M’Buyi Kabamba, 39. 2:0 Claudy M’Buyi Kabamba, 79. 2:1 Burak Ergin, 85. 3:1 Elijah Henry Just

SW Bregenz (4-4-2 Raute): Gschossmann – Martinovic (46. Vojic), Dirnberger, Umjenovic, Marte (46. Prirsch) – Krnjic, Nussbaumer, Rossi (46. Tiefenbach), Tartarotti – Vucenovic (73. Delibasic), Monsberger (73. Ergin)