Big Points für Lustenau! – Mader: “Das war ein dreckiger Sieg”

Austria Lustenau macht einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt, gewinnt knapp in Amstetten. “Wir können wieder versuchen zu kicken, wenn wir gerettet sind”, sagt Trainer Mader. Goldtorschütze Gorzel sagt: “Das war unfassbar wichtig.”
Amstetten Auch der 27. Spieltag der 2. Liga bietet noch ein Novum: Erstmals in dieser Spielzeit holt Austria Lustenau zwei Siege in Folge. “Das tut schon sehr gut, gerade in der Situation. Es war unfassbar wichtig”, sagte Goldtorschütze Nico Gorzel. Beim Auswärtsspiel in Amstetten verwertete er in einer chancenarmen Partie die einzige gute Möglichkeit der Gäste eiskalt. “Es hat auf beiden Seiten relativ wenig klare Chancen gegeben. Deshalb ist es auch so, dass du die eine Chance irgendwie nutzen musst. Das haben wir gemacht”, sagte er zufrieden.

Nicht in alte Muster zurückfallen, lautete die Devise, die Trainer Markus Mader vor dem Spiel ausgab. Was er damit meinte: Versuchen, gefällig Fußball zu spielen, funktioniert momentan nicht, und Zeit, es zu versuchen, gibt es nicht. “Wir können wieder versuchen zu kicken, wenn wir gerettet sind. Aber wir müssen weitermachen. Und wenn es ein unattraktiver Fußball ist, ist mir das scheißegal”, so Mader.
Im Vergleich zum 2:1-Derbysieg gegen Bregenz in der Vorwoche veränderte Mader die Startelf nur auf einer Position: Statt Jack Lahne spielte Sacha Delaye von Beginn an. Bei herrlichem Fußballwetter konnte das Geschehen auf dem Platz mit den Bedingungen nicht ganz mithalten, beide Teams kamen nur selten in gefährliche Abschlusspositionen, zumindest bezüglich der Entscheidungsfindung im Angriffsdrittel verfiel Lustenau in bekannte Muster. “Wir versuchen aus einer Stabilität in Umschaltsituationen zu kommen, treffen dann aber immer wieder falsche Entscheidungen. Das ist halt schade”, fasste es Mader zusammen.

Bis zur Trinkpause konnte Amstettens Dominik Weixelbraun die bis dato beste Möglichkeit vorweisen: Er schoss deutlich über das Tor (20.). Die Abendsonne lud auf der Tribüne zum gemütlichen Dösen ein, nur das taktlose Trommeln der Mostviertler Jugend störte dabei etwas, aber auch Lustenau ließ sich zunehmend einlullen. Als Amstetten nach einer halben Stunde zum wiederholten Mal vor Torhüter Domenik Schierl auftauchte, weckte er die Vorderleute auf. “Wir haben immer wieder ein Thema mit der ersten Halbzeit”, weiß auch Mader. “Zum Glück finden wir in der Pause immer die richtigen Worte und Ideen. Aber irgendwie verbocken wir die erste Hälfte”, sagte er. Bis zur Pause hatten beide Teams noch je einen guten Abschluss durch Jannik Wanner (39.) bzw. Namory Cisse (38.), jeweils rettete ein Bein eines Abwehrspielers.
Eine Möglichkeit, ein Tor
Nach einer kurzen Lustenauer Druckphase zu Beginn der zweiten Hälfte beruhigte sich das Spiel wieder merklich. Im Spiel nach vorne ging bei den Grün-Weißen zunehmend weniger, Mader brachte zwei neue Flügelspieler, Amstetten erhöhte die Schlagzahl. Aus einem Konter hatte Weixelbraun die Chance auf die Führung, setzte den Ball aber am langen Eck vorbei (71.). Lustenau hingegen hatte eine gute Möglichkeit und nutzte diese. “Wir waren absolut effizient. Wir müssen nicht glänzen, auch nicht sieben Tore schießen. Uns reicht eines, wenn wir keines kriegen. Das haben wir geschafft, deshalb sind wir alle happy”, so Mader.

Nico Gorzel – der unter der Woche, wie auch Urgestein Pius Grabher, seinen Vertrag verlängert hatte – köpfte per Abstauber ins Kreuzeck, die 25 mitgereisten Fans jubelten, die Mannschaft jubelte (80.). War es der Vertragsverlängerungs-Effekt? “Das würde ich so nicht sagen, natürlich kann das einen Push geben”, sagte er lachen. “Aber die Situation war vor dem Spiel klar, wir haben die Punkte gebraucht.”
Drei Runden vor Schluss hat Lustenau acht Punkte Vorsprung auf Stripfing und Platz 14. Das direkte Duell steht noch aus, die Niederösterreicher haben noch ein Nachtragsspiel. Maders Stimme war nach dem Sieg angeschlagen, er sprach von einem intensiven Spiel mit viel Laufbereitschaft von beiden Mannschaften. “Es gab viele lange Bälle, weil es momentan einfach zweckmäßig ist. Ob der Sieg verdient ist oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist: Wir haben gesagt, wir brauchen Siege, auch dreckige Siege. Und das war heut ein dreckiger.”
ADMIRAL 2. Liga,
SKU Ertl Glas Amstetten – SC Austria Lustenau 0:1 (0:1)
Amstetten, Ertl Glas-Stadion; 1.030 Zuschauer; SR Stefan Ebner (OÖ)
Torfolge: 80. 0:1 Nico Gorzel
Rote Karte: 90./+5 Engleder (Trainer Amstetten/Unsportlichkeit)
Gelbe Karten: 7. Voisine (Lustenau/Unsportlichkeit), 40. Gorzel (Lustenau/Foulspiel), 43. Yilmaz (Amstetten/Foulspiel), 90./+4 Deinhofer (Amstetten/Kritik), 90./+5 Mayer (Amstetten/Foulspiel)
SC Austria Lustenau (4-4-2 Raute): Schierl – Gmeiner, Maak (82. Devisate), Voisine, Rouquette (46. Mätzler) – Grabher, Gorzel, Mikic (63. Ouattara), Delaye (77. Au Yeong) – Chabbi, Cisse (63. Diarra)