Zwischen Triumph und Abschied liegt nur ein Wimpernschlag

Kampf um Titel, Karriere und die Zukunft im Ländle-Handball.
Schwarzach Mit dem Startschuss zur K.-o.-Phase der HLA-Meisterliga wird auf dem Spielfeld wieder alles dem Ziel untergeordnet: Titel, Ruhm und Ehre. Doch während auf der Platte um jeden Ball und jedes Tor gekämpft wird, brodelt im Hintergrund längst die Gerüchteküche – und es geht um viel mehr als nur den sportlichen Erfolg dieser Saison.

In Bregenz ist ein Umbruch unausweichlich. Kapitän und Torwart Ralf-Patrick Häusle wird nach Saisonende seine aktive Karriere beenden – ein Verlust, der weit über die sportliche Dimension hinausgeht. Auch sein Backup Jan Kroiss verlässt den Verein aus Studiengründen und wird künftig in der Steiermark für die Bruck/Trofaiach Füchse zwischen den Pfosten stehen.

Torgarant Markus Mahr zieht es nach zwei Jahren in der Festspielstadt zum abstiegsbedrohten VfL Potsdam in die deutsche Bundesliga. Flügelflitzer Sebastian Burger wird seine Handballschuhe an den Nagel hängen – private Gründe führen ihn nach Zürich.


Das Duo Robin Kritzinger und Matthias Brombeis hat sich aufgrund der zeitlichen Doppelbelastung neben ihrem Beruf für eine Veränderung entscheiden und zum Schweizer Drittligisten Fortitudo Gossau wechseln.

Zwei Fragezeichen
Noch offen die Zukunft von Regisseur Matic Kotar: Der 27-jährige Slowene, der aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit erst im ersten Play-off-Spiel sein erstes Punktspiel des Kalenderjahres absolvierte, steht weiterhin ohne klare Entscheidung da. Auch Abwehrspezialist Andreas Schröder könnte dem Verein den Rücken kehren – laut Insidern zieht es den 33-Jährigen aus privaten Gründen zurück in seine deutsche Heimat.

Kontinuität und zwei Unbekannte
Während in Bregenz die Abschiede schwer auf der Seele lasten, setzt man bei Rivale Hard auf Kontinuität. Mit der Verlängerung von Leistungsträgern wie Ante Tokic, Dejan Babic, Goalie Golub Doknic und Youngster Lukas Fritsch sendet der Verein ein klares Signal für die Zukunft. Doch auch hier gibt es schmerzhafte Veränderungen: Spielmacher Nico Schnabl wird nach vier erfolgreichen Jahren zum deutschen Zweitligisten TuS Ferndorf wechseln. Ebenfalls nach Deutschland zu Minden wechseln wird der Litauer Karolis Antanavicius.


Über der Zukunft von Goalgetter Ivan Horvat schwebt ein großes Fragezeichen. Der Kroate könnte zu Bärnbach/Köflach wechseln – vorausgesetzt, die Steirer sichern sich den Klassenerhalt. Auch Samuel Wendel soll vor dem Absprung stehen: Gerüchten zufolge soll es den 28-Jährigen aus privaten Gründen zurück nach Konstanz ziehen, wo er schon vor seiner Zeit bei Hard acht Jahre lang unter Vertrag stand.


Ob auf dem Parkett oder in den Vereinsbüros – die Spannung ist allgegenwärtig. Der Saisonendspurt ist nicht nur ein sportliches Finale, sondern für viele Spieler auch ein Abschied, ein Neuanfang, ein neuer Traum. Für Gesprächsstoff in der Handball-Community ist jedenfalls reichlich gesorgt.