Verpatzte erste Hälfte: Bregenz muss sich auch Horn geschlagen geben

Die Schwarz-Weißen kassieren früh drei Tore, Horn verpasst es in weiterer Folge, den Sack zuzumachen. Bregenz kann dennoch keine Punkte mitnehmen. “Es hat nicht viel geklappt”, so Trainer Van Acker über Halbzeit eins.
Horn SW Bregenz muss sich in Horn mit 2:3 geschlagen geben. Entscheidend dabei? Ein komplett verpatzter Start in die Partie. “Es hat nicht viel geklappt“, meinte Trainer Regi Van Acker über die erste halbe Stunde des Spiels. Diese war entscheidend dafür, dass Bregenz nach einem 1:3 gegen Stripfing und einem 1:2 gegen die Vienna auch gegen Abstiegskandidaten Horn keine Punkte mitnahm. Vielleicht habe man den Gegner unterschätzt, gedacht, es gehe einfach, mutmaßte der Trainer, der die Idee im Spiel lange vermisste.
In der Startelf zeigten sich bei Bregenz wieder andere Gesichter, sechs Neue begannen im Vergleich zum Vienna-Spiel. Franco Flückiger ersetzte Felix Gschossmann, der rotgesperrt fehlte, auch Marcel Krnjic musste nach der fünften Gelben Karte zuschauen. Isak Vojic, Lars Nussbaumer, Jan Stefanon, Adriel und Marco Rottensteiner rutschten in die Startelf.

Von Beginn weg waren die auf einem Abstiegsplatz stehenden Horner es aber, die im Kollektiv über Bregenz rollten. In Minute sieben konnte Flückiger bei einem Distanzschuss mit den Fingerspitzen parieren, keine Minute später setzte Haris Ismailcebioglu den Ball aus Abseitsposition an die Latte (8.). In der elften Minute fiel die Führung für die Waldviertler, im Zentrum drückte Lorenzo Coco den Ball aus kurzer Distanz zwischen die Beine von Flückiger ins Tor. Zwei Minuten später erhöhte Horn auf 2:0, Flückiger parierte erst stark, beim Nachschuss von Din Barlov war er machtlos. Während bei Bregenz nach vorne wenig zusammenpasste, machte Horn weiter Druck. Und ein unwahrscheinliches 3:0: Paul Lipczinski jagte den Ball von rechts aufs kurze Eck, das Flückiger frei ließ. Via Latte und linkem Innenpfosten landete der Ball im rechten Eck, das Tor des Monats war damit wohl gefunden (28.). Bei Bregenz saß der Frust hingegen früh tief. “3:0 nach einer halben Stunde – das ist zu viel”, so Van Acker.

Jan Stefanon initiierte den Anschlusstreffer zum 3:1 dann selbst, spielte den Doppelpass mit Mario Vucenovic und zog satt ab (37.). Auf der Gegenseite wehrte Flückiger einen Lipczinski-Kopfball auf der Linie mit den Beinen ab, es wäre wohl die Vorentscheidung gewesen (43.).
“Wir geben allen Spielern im Kader noch Chancen, auch in Vorbereitung auf nächstes Jahr. Aber dann müssen sie reif sein”, erklärte der Trainer die vielen Veränderungen in der Startformation. Und fügte hinzu: “Wenn es nicht gut ist, dann muss man eingreifen.”
Vierfachwechsel zur Pause
Zur Pause reagierte Trainer Regi van Acker, brachte mit Raul Marte, Nicolas Rossi, Florian Prirsch und Michael Monsberger vier (!) Neue und stellte auf eine Viererkette um. “Die zweite Halbzeit war okay, das war wieder das normale Bregenz”, so der Coach. Mehr Zug zum Tor wiesen aber zunächst weiter die von Ex-Dornbirn-Trainer gecoachten Horner auf. Ismailcebioglu verpasste nur knapp das vierte Tor, nachdem er die Abwehr ausgetanzt hatte, schob er den Ball knapp am langen Eck vorbei (59.). Coco zog gegen Flückiger den Kürzeren (61.). Horn ließ Bregenz leben – und Bregenz weckte die eigenen Lebensgeister umso mehr, als Daniel Tiefenbach aus dem Rückraum das 3:2 erzielte (69.).

Das Spiel war so in der Schlussphase ein offenes, per Kopf wuchtete Stefanon den Ball nach einer Ecke ins Tor, stand aber im Abseits (79.). Vier Minuten später kam Stefanon noch einmal zum Kopfball, es fehlten Zentimeter (83.). Auch Tiefenbach hatte noch eine gute Möglichkeit, der Ball landete ebenfalls neben dem Tor (89.), Monsberger schoss aus der Drehung noch drüber (90.+3).
Am Ende brachte Horn den Sieg über die Zeit, und Van Acker ärgerte sich über die Art und Weise, wie man auf die Verliererstraße geriet. “Alle wollen immer dabei sein, vom einen Spieler ruft der Berater an, vom anderen der Papa. Scheißegal. Sie müssen am Platz zeigen”, sagte er. Am Montag steht gegen den FAC bereits das nächste Heimspiel an, um fit zu sein, fährt Bregenz erst am Samstag früh wieder ins Ländle zurück. Und nach dem FAC kommt das Derby gegen Lustenau. “Alle Spieler wollen beim Derby dabeisein. Wenn du aber so spielst, verpasst du deinen Platz”, mahnte Van Acker. Und: “Ich sehe, was ich sehe.”
Admiral 2. Liga, 24. Runde
SV Horn – SW Bregenz 3:2 (3:1)
Sparkasse Horn Arena, 430 Zuschauer; SR Alexander Harkam
Torfolge: 11. 1:0 Lorenzo Coco, 13. 2:0 Din Barlov, 28. 3:0 Paul Lipczinski, 37. 3:1 Jan Stefanon, 69. 3:2 Daniel Tiefenbach
Gelbe Karten: 23. Conte (Horn/Foulspiel), 51. Rottensteiner (Bregenz/Unsportlichkeit), 51. Ismailcebioglu (Horn/Unsportlichkeit), 56. Rossi (Bregenz/Foulspiel), 56. Van Acker (Trainer Bregenz/Kritik), 77. Marte (Bregenz/Kritik), 84. Hotop, 90./+4 Spahic (beide Horn/beide Kritik)
SW Bregenz (3-4-3 Raute): Flückiger – Adriel (46. Marte), Dirnberger, Umjenovic (46. Prirsch) – Rottensteiner, Tiefenbach, Nussbaumer (46. Rossi), Tartarotti – Vojic (67. Martinovic), Vucenovic (46. Monsberger), Stefanon