Deshalb enthielt sich Horst Lumper der Stimme

VFV-Präsident hätte sich gewünscht, die Vorstellungen des designierten ÖFB-Präsidenten vorab zu hören.
Wien-Bregenz Es war ein Spiel abseits des Fußballfeldes, ein Spiel, das die Mitglieder des ÖFB-Präsidiums seit Jahren bestens beherrschen. Am Ende einigte man sich auf den Namen Josef Pröll. Der ehemalige Vizekanzler soll also am 18. Mai im Rahmen der Bundeshauptversammlung in Bregenz offiziell inthronisiert und neuer ÖFB-Präsident werden.
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Doch es war kein geradliniger Sturmlauf bis zur Mehrheit für den 56-Jährigen im zehnköpfigen Wahlausschuss. Einige „Gegenspieler“ mussten umspielt werden. Und so haben sich am Ende neben VFV-Präsident Dr. Horst Lumper auch der steirische Landeschef Wolfgang Bartosch sowie Johannes Wutzlhofer (Burgenland) und der BL-Vertreter Philip Thonhauser der Stimme enthalten. „Die Mehrheit ist zu akzeptieren“, sagt Lumper, der seine Stimmenthaltung nicht als Wertung verstanden wissen wollte, weil: „Ich kann nicht jemandem meine Stimme geben, von dem ich nur den Namen kenne. Einen Christian Jauk kenne und schätze ich. Schade ist einfach, dass der Name Pröll erst kurz vor der Sitzung auftauchte und wir uns kein Bild von der Person und seinen Vorstellungen machen konnten. Jetzt warten wir, wie es sich entwickelt. Mit meiner Stimmenthaltung habe ich ja nicht gegen den Vorschlag gestimmt. Für mich wäre Sturm-Präsident Jauk ideal gewesen.“

Ruhe und Einigkeit im zerstrittenen Verband nannte Pröll als sein vorrangiges Ziel. Doch es geht um mehr, als nur das ÖFB-Präsidium zur Raison zu bringen. Der Konflikt zwischen Geschäftsführer Bernhard Neuhold und Generalsekretär Thomas Hollerer samt allen damit zusammenhängenden Bruchlinien schwelt nach wie vor, die Strukturreform muss beschlossen und ein CEO gefunden sowie Teamchef Ralf Rangnick zufriedengestellt werden. Viele Baustellen warten also auf den Generaldirektor der Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI), einer Gruppe von ÖFB-Sponsor Raiffeisen.