Ein Königreich für einen Stürmer

Sport / 12.03.2025 • 14:59 Uhr
Junior Eyamba hofft, bald für die Austria einsatzbereit zu sein. privat/instagram

Junior Eyamba sollte Stürmersorgen der Grün-Weißen beenden. Den 23-Jährigen plagen aber andere Sorgen.

Lustenau Am 20. Jänner unterzeichnete der Schweizer mit Wurzeln im Kongo bei Austria Lustenau seinen Vertrag. Und wurde dabei als große Stürmerhoffnung der Grün-Weißen präsentiert. Verständlich, ist er doch jener Austrianer mit der längsten Vertragslaufzeit. Bis 2026 gilt der Vertrag plus einer Option auf ein weiteres Jahr. Lustenaus Sportdirektor Mirco Papaleo kam damals nach der Unterschrift des 23-Jährigen ins Schwärmen: „Wir freuen uns sehr, dass sich Junior für uns entschieden hat. Ich kenne ihn seit einigen Jahren aus dem Nachwuchs der Schweizer Teams und habe seine Entwicklung stets mit großem Interesse verfolgt. Mit seinen Qualitäten wird er unsere Offensive verstärken und unserem Spiel eine neue Dynamik verleihen. Wir sind überzeugt, dass er bei uns den nächsten wichtigen Schritt in seiner Karriere machen wird.“

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Seitdem sind schon einige Hektoliter Wasser den Rhein hinuntergeflossen, die Austria absolvierte mittlerweile eine lange Vorbereitungszeit und auch schon drei Ligaspiele (zwei Niederlagen, einen Sieg), aber von Junior Eyamba wart nicht viel gesehen. Weder am Trainingsplatz und schon gar nicht am Spielfeld.

“Die Probleme mit meinem Zehennagel waren eine Tortur, ich bin von einem Experten zum anderen. Jetzt schaut es aber wieder gut aus.”

Junior Eyamba
Stürmer Austria Lustenau
Junior Eyamba
Junior Eyamba bei seinem ersten Training für die Austria im Jänner. Da konnte er noch mit Fußballschuhen trainieren. SCA

Der Zehennagel macht Probleme

Der Grund: Eyamba musste nach seinen ersten zwei Trainingseinheiten unter Coach Markus Mader w.o. geben. Eine Zehenverletzung war der genaue Grund. Für Eyamba war nicht daran zu denken, ohne Schmerzen in einen Fußballschuh zu kommen. “Ich habe seitdem Probleme mit dem Nagel meines großen Zehen”, so der Schweizer. Auch Pausen brachten keine Heilung, “so machte ich mich auf den Weg, von einem Experten zum anderen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Es war ganz schön turbulent und eine Tortur”.

Einsatz nach der Länderspielpause

Doch seit letzter Woche soll sich endlich alles zum Besseren wenden. Eine Behandlung in der Schweiz fand Anklang, der multilinguale Angreifer, er spricht vier Sprachen fließend, stieg diese Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. “Es ist so weit alles gut, die Schmerzen halten sich in Grenzen, ich kann wieder mit Fußballschuhen trainieren”, so Eyamba überglücklich. Athletikcoach Vidal attestiert dem Stürmer eine gute Arbeitsmoral, “Junior hat ein gutes Aufbauprogramm hingelegt, liegt absolut im Soll. Jetzt müssen wir schauen, dass wir ihn so schnell wie möglich bereit für den Kader bekommen.” Ziel ist das Heimspiel gegen den Kapfenberger SV nach der Länderspielpause. “Eventuell könnte er im Testspiel nächste Woche schon seine ersten Minuten mit der Mannschaft bekommen, sofern der weitere Verlauf es zulässt”, so Vidal.

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Auch Austrias Sportdirektor Papaleo ist froh über die Genesung des Stürmers: „Trotz Untersuchungen bei verschiedenen Spezialisten ließ sich die Ursache zunächst nicht eindeutig feststellen. Nun konnte er die Beschwerden lindern und ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Natürlich wird es noch etwas Zeit brauchen, bis er wieder spielfit ist, aber wir sind froh, ihn zurück auf dem Platz zu haben.“

Schwächste Offensive der 2. Liga

Ein Königreich für einen Stürmer
Seydou Diarra ist mit drei Treffern der beste offensive Sommer-Neuzgang der Austria. Aber auch er wird erst wieder nach der Länderspielpause zurückerwartet. stiplovsek

Coach Mader würde es sicher freuen, hätte er einen weiteren Stürmer zur Hand. Denn bislang haben sich die Offensiv-Neuzugänge aus dem Sommer 2024 (Ibrahim Outtara, Daniel Au Yeoung, Seifedin Chabbi, Seydou Diarra, Abdellah Baallal und Sacha Delaye) nicht mit Ruhm bekleckert. In 19 Ligaspielen kommen alle sechs Akteure auf mickrige sechs Treffer bei fünf Assists. Also kein Wunder, dass die Austria mit nur 14 Treffern die schwächste Offensive der 2. Liga darstellt – und dies als Bundesligaabsteiger.