
“Einfach mal kühlen Kopf bewahren”
Ein Sturz im FIS-Rennen verhinderte das volle Programm von Moritz Zudrell bei der alpinen Junioren Ski-WM.
Tarvis Sein Name, Zudrell, ist ein im Montafon oft gehörter, doch Moritz hat dafür gesorgt, dass sein Familienname auch im Ski-Weltcup angekommen ist. Aufgewachsen direkt neben am Skilift Kristberg, ist er schon als kleiner Junge auf den Skiern gestanden. Sein Weg war also vorgezeichnet, dabei wird oft vergessen, dass Moritz Zudrell erst 19 Jahre alt ist – und ihm noch jede Menge Zeit zum Performen bleibt. Fakt ist jedoch, dass der Montafoner zu den großen Nachwuchshoffnungen im österreichischen Skiverband (ÖSV) zählt.

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Auf dem Weg der Besserung
Aktuell jedoch plagt sich Zudrell mit den Nachwirkungen seines Sturzes beim FIS-Riesentorlauf am Pass Thurn. Ein „Einfädler“ hatte zur Folge, dass nicht nur das Innenband im linken Knie gezerrt ist und die MR-Untersuchung eine Flüssigkeit im Kreuzbandbereich zeigte, auch der Rücken war beleidigt, zudem erlitt er eine leichte Gehirnerschütterung. Nicht die besten Voraussetzungen für einen WM-Start, dennoch überwiegt Optimismus. Weil er sich auf die technischen Disziplinen, die kommende Woche gefahren werden, konzentriert und die Speedbewerbe auslässt. „Vielleicht geht sich ja die Team-Kombi am Samstag aus“, sagt der Skirennläufer, der derzeit vor allem seine Reha absolviert.

„Im Nachhinein bin ich noch froh, dass nicht mehr passiert ist“, sagt er mit einem kurzen Rückblick auf den Sturz. Und damit hat er die Sache schon abgehakt, wohl wissend, dass die Saison insgesamt „nicht die einfachste“ für ihn ist. „Ich muss einfach einen kühlen Kopf bewahren. Der Speed passt ja, das sehe ich im Training. Jetzt heißt es einfach, mal wieder beide Läufe ins Ziel zu bringen.“
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Neue Situation
Eine Situation, mit der Zudrell trotz seiner Jugend, gut umzugehen vermag. Wobei er sich schon auch ein wenig Druck machte, um im Europacup mit Spitzenplätzen die aktuellen Startnummerplätze – zwischen 25 und 30 – zu verbessern.

Gar nicht so einfach für einen, dessen Name nach einer Topsaison 2023/24 plötzlich in aller Munde ist. Zudrell erinnert sich: „Im Dezember 2023 war ich im Riesentorlauf in Hochfügen noch zwei Sekunden zurück, beim Slalomsieg in Obdach Anfang Jänner 2024 hatte ich dann fast eine Sekunden Vorsprung. So nahe liegt alles zusammen.“ Zehn Tage später befand er sich im Weltcupteam für den Slalom am Lauberhorn. Eine riesige Erfahrung, wie er heute sagt. Zwar kam er nicht ins Ziel, doch selbst bei der zweiten Zwischenzeit war er im Bereich der Besten. „Der Weg ist nicht so weit“, weiß Zudrell, zumal er sich im Training mit den Weltcupfahrern messen kann. Dass er nur wenige Tage nach Wengen in Schladming als Vorläufer agieren durfte, lässt sein Potenzial erahnen.
Die aktuelle Konstellation empfindet der Rennläufer des WSV Silbertal durchaus lehrreich. „Es kann nicht immer bergauf gehen“, sagt er und umschreibt seine Ziel: „Ich will mir nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Meine Zeit kommt noch. Einfach technisch sauber Skifahren und einen schnellen Schwung fahren.“


Zumal er im Training auf die Unterstützung aus dem Weltcupteam zählen kann, vor allem von der Wälder Fraktion. So hat Routinier Patrick Feurstein (28) stets ein Auge auf den Jungstar, aber auch von Lukas (23), den er als einen seiner besten Kollegen bezeichnet – und den er schon bald ganz oben auf dem Podium prophezeit, erhält er Tipps. „Mit Patrick zusammen habe ich denselben Konditrainer (Anm. d. Red.: Jürgen Loacker). Patrick hat mir immer wieder unter die Arme gegriffen“, sagt Zudrell und erzählt, wie er die WM-Rennen der beiden Feursteins im Hause von Lukas mitverfolgte – und die Daumen drückte. Jetzt aber ist er an der Reihe. Fit werden, heißt es – und dann wartet die Junioren-WM auf ihn.