Mal wieder nur ein Punkt: Lustenau verpasst Sieg beim Mader-Comeback

Lustenau holt beim ersten Spiel unter Trainer-Rückkehrer Markus Mader ein Remis beim Tabellenletzten. Die Austria ist trotz Ausfällen klar überlegen, am Ende wird der Sieg aber erneut verpasst.
Lafnitz 392 Tage nach der 2:3-Niederlage gegen den WAC hat Markus Mader wieder auf der Lustenauer Trainerbank Platz genommen. Der Gegner war derselbe wie bei seinem bislang letzten Spiel – damals im März als Kurzzeit-Coach von SW Bregenz: Es ging wieder auswärts gegen den SV Lafnitz.
Nicht nur die Austria steckte in der Krise, die Oststeirer sogar umso mehr. Mit nur acht Punkten waren die Gastgeber ganz unten in der Tabelle zu finden. Dass aber beide Mannschaften aktuell nicht auf der Erfolgswelle surfen, sah man dem Spiel durchaus an. Auf beiden Seiten gab es viele Ballverluste und teils wilde Fehlpässe (bei Lafnitz kontinuierlich immer mehr), auch der schwierige Untergrund tat da sein Übriges. Gespielt wurde jedenfalls mit orangem Winterball, auch bei überschaubarer Schneelage (auf der rechten Lustenauer Angriffsseite lagen Reste der weißen Pracht).
Im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Voitsberg, die auch das letzte Spiel von Martin Brenner als Trainer der Austria bedeutete, veränderte Mader einiges in der Startelf – weil er zum Verändern gezwungen war. Die Verteidiger Robin Voisine und Leo Mätzler fehlten gesperrt, Rafael Devisate begann in der Innenverteidigung. Leo Mikic fehlte verletzungsbedingt, für ihn rückte Seifedin Chabbi in den Doppelsturm, die Austria spielte ein klassisches 4-4-2. Daniel Au Yeong im rechten Mittelfeld sowie Stan Berkani im Zentrum rechts daneben komplettierten die neue Startelf.
Die Austria hatte die besseren Chancen, fand mit zunehmender Dauer besser ins Spiel. Schon in Minute acht hätte Au Yeong die Grün-Weißen in Führung bringen können, dass Lafnitz-Keeper Kanuric eine harmlose Hereingabe noch einmal fallen ließ, überraschte aber auch ihn, weshalb er nicht mehr genug Druck hinter den Ball brachte. Seydou Diarra brauchte in der 27. Minute aus guter Position dann zu lange mit dem Abschluss, Chabbi brachte den Ball dann nicht mehr am Lafnitz-Verteidiger vorbei (27.). Kanuric war zudem zweimal gegen Namory Cisse zur Stelle (31. & 36.). Von Lafnitz war indes wenig zu sehen, meist wurden die zaghaften Angriffsversuche von der aufmerksamen Austria-Defensive schon im Entstehen abgefangen, am gefährlichsten wurde es bei einem Distanzversuch von Mahmic, der Ball landete rechts neben dem Tor (10.). Torlos ging es in die Pause, der Sportplatz-DJ legte Don’t stop Believin’ von Journey auf.
Zwei geschenkte Tore
Lustenau glaubte an sich, und erzielte mit dem Wiederanpfiff die Führung. Nathan Falconnier hatte auf der rechten Seite Zeit und Übersicht, am Fünfer versenkte Cisse die Hereingabe unhaltbar im Tor, sprintete übers halbe Feld und umarmte das zurückgekehrte Trainergespann Mader/Schneider (46.).
Die Freude währte kurz, die Gastgeber glichen aus – und das nach einem äußerst schmeichelhaften Elfmeter. Sebastian Feyrer nahm das Geschenk dankend an, Schierl parierte zwar den Strafstoß des Ex-Lustenauers, dieser verwertete aber den Nachschuss zum 1:1 (52.). Lustenau war angefressen, das war gut so – denn es war eine Regung, die in den letzten Wochen zu selten gezeigt wurde.
Mit Wut im Bauch folgte die erneute Führung. Nach einer Ecke bekam Lafnitz den Ball nicht weg, den zweiten Abpraller nutzte Falconnier und legte auf den ersten Assist für Lustenau noch seinen ersten Treffer drauf, mit Wucht zwischen den Beinen von Kanuric hindurch zum 1:2 (62.). Spielerisch bot die Partie in weiterer Folge wenig, es wurde gekämpft, bis Lafnitz wieder traf.
Denn einmal stand Lustenau hinten unsortiert, Lafnitz hatte es zu einfach, vom Sechzehner platzierte Mahmic den Ball im langen Eck (82.). Dass die Spieler des Tabellenletzten sich dann bewusst provozierend vor den mitgereisten Lustenau-Fans aufbauten, war allenfalls peinlich, sanktioniert wurde es nicht.
Für Bundesliga-Absteiger Lustenau ist das 2:2 das zehnte Remis der 2.-Liga-Saison. In 16 Partien wurden 19 Punkte eingefahren. Ansonsten stehen drei Siegen drei Niederlagen gegenüber. Der Winter kommt, im Frühling muss es besser werden.
ADMIRAL 2. Liga, 16. Spieltag
SV Licht-Loidl Lafnitz – SC Austria Lustenau 2:2 (0:0)
Lafnitz, Fußballarena Lafnitz; SR Mag. Markus Hameter
Torfolge: 46. 0:1 Namory Cisse, 52. 1:1 Sebastian Feyrer, 62. 1:2 Nathan Falconnier, 82. 2:2 Ermin Mahmic
Gelbe Karten: 21. Cisse (Lustenau/Foulspiel), 43. Mahmic (Lafnitz/Foulspiel), 45. Siegl (Lafnitz/Foulspiel), 51. Gmeiner (Lustenau/Kritik), 52. Mader (Trainer Lustenau/Kritik), 57. Burmeister (Lafnitz/Unsportlichkeit), 64. Uzun (Trainer Lafnitz/Unsportlichkeit), 67. Au Yeong (Lustenau/Foulspiel)
SV Licht-Loidl Lafnitz (4-3-3): Kanuric – Freisegger, Feyrer, Pichorner, Butkovic – Schriebl, Siegl (46. Kam), Güclü – Burmeister (68. Dizdarevic), Mahmic, Knollmüller
SC Austria Lustenau (4-4-2): Schierl – Falconnier (86. Rouquette), William, Devisate, Gmeiner – Au Yeong (78. Koc), Berkani, Grabher, Diarra – Chabbi (86. Outtara), Cisse