Nächstes Remis: Bregenz punktet auch in Hütteldorf

SW Bregenz holt in Hütteldorf gegen Rapid II erneut ein 1:1-Unentschieden. Aufgrund der englischen Woche konnten die Schwarz-Weißen damit gut leben. “Fußball ist kein Sprint, sondern ein Marathon”, so Regi Van Acker.
Wien-Hütteldorf Bregenz setzt seine Serie fort, bleibt auch gegen Rapid II weiter ungeschlagen – die erste und letzte Saisonniederlage datiert vom 23.08., als man sich Tabellenführer Admira Wacker knapp mit 1:2 geschlagen geben musste. Allerdings setzt sich auch eine andere Serie fort: Bereits im dritten Ligaspiel in Folge spielen die Schwarz-Weißen “nur” 1:1-Remis.
“Nach der kräftezehrenden Woche ist es schon sehr wichtig, dass wir gepunktet haben. Auch wenn wir mit dem Punkt nicht ganz so zufrieden sind”, meinte Torhüter Franco Flückiger nach dem Spiel. Er sagte auch: “Wir haben Rapid laufen lassen, das werden hier nicht viele Mannschaften schaffen.” Trainer Regi Van Acker war ebenfalls nicht unzufrieden mit dem Punktgewinn: “Es war ein offenes Spiel. Beide wollten unbedingt gewinnen, so muss es sein. “
Fans und Flückiger
Für Ruhe ist Wien-Hütteldorf eigentlich nicht bekannt. Auch dafür, dass die Auswärtsfans den Ton angeben, eher nicht. Dass im spärlich besuchten Allianz Stadion im Duell zwischen der Rapid-Zweitvertretung und SW Bregenz aber die Fans der Bodenseestädter im Verbund mit den befreundeten FavAC-Anhängern “Ohne Bregenz wär hier gar nichts los” singen konnten und auch Recht damit behielten, war indes zu erwarten.
Auf dem Feld war das Aufeinandertreffen ausgeglichener, es spielte der Sechstplatzierte gegen den Dritten. Rapid II startete mit drei Spielern aus der Profimannschaft. Bregenz-Trainer Regi Van Acker tauschte seine Startformation im Vergleich zum Cup-Erfolg gegen den GAK (2:1) auf zwei Positionen, statt Raul Marte (gelbgesperrt) spielte Isak Vojic, Franco Flückiger rückte wieder zwischen die Pfosten. Der wurde auch direkt beschäftigt: Gegen Hedl parierte er im Eins-gegen-Eins, den zweiten Versuch durch Gale entschärfte er ebenfalls (2.). Bregenz indes ging mit der ersten Möglichkeit in Führung, und das vom Elfmeterpunkt. Johannes Tartarotti wurde im Sechzehner zu Fall gebracht, Renan verwandelte humorlos in die Tormitte zum 0:1 (10.).

In weiterer Folge kamen die Schwarz-Weißen nur bei einem stark initiierten Kontern von Daniel Tiefenbach vor das Rapid-Tor, die Hereingabe von Marcel Monsberger landete aber etwas im Rücken von Renan, der den Ball deshalb nicht verwerten konnte (24.).
Rapid II hingegen wurde zunehmend stärker, versuchte es immer wieder über hohe Bälle in die Tiefe. Aus einem solchen von Tambwe-Kasengele über 60 Meter resultierte das 1:1, Thierry Gale vollendete (34.). Zuvor parierte Flückiger bereits bei einem Distanzschuss gegen Gale (26.) sowie gegen Dursun (32.), bei einem Kopfball von Gueye war nach einer Ecke auch ordentlich Glück dabei.
Wenig los bis zur Schlussphase
Van Acker tauschte zur Pause, für den verwarnten Marcel Krnjic (erwischte Gueye in Minute 19 mit dem Fuß unglücklich im Gesicht) kam Djawal Kaiba zu seinem Comeback. Spielerisch ließen Highlights in Hälfte zwei aber auf sich warten. Bregenz machte das Spiel, Rapid II wartete ab.

Es dauerte bis zur 74. Minute, ehe eine der beiden Mannschaften wieder in die Gefahrenzone kam. Es war Bregenz, Kaiba hielt aus der zweiten Reihe drauf, verfehlte aber knapp. Monsberger tat es ihm per Kopf gleich (81.). Auf der Gegenseite tauchte Dursun alleine vor Flückiger auf, der Bregenzer Torhüter blieb lange stehen und wehrte dann wieder stark ab (82.).
In der Schlussphase gingen Bregenz ein wenig die Kräfte aus. Die englische Woche merkte man den Gästen an, das sah auch Van Acker – der auf sieben Spieler verzichten musste – so: “Die letzten 20 Minuten hat die Frische gefehlt, beim letzten Pass, beim letzten Schuss.” Rapid II drückte noch einmal, Flückiger war in der Nachspielzeit noch einmal zur Stelle (90.+1). “Im Endeffekt stehe ich ja da hinten drinnen, um genau das zu erfüllen – auch wenn das Torwartspiel in den letzten Jahren vielleicht etwas komplexer geworden ist. Mein Job ist es immer noch, Tore zu verhindern”, sah dieser das nüchtern. Auch Van Acker sagte: “Wir haben zwei Torhüter in Topform, sie treiben das Niveau gegenseitig immer höher. Dann bist du ein glücklicher Trainer.”
Es blieb beim 1:1, Bregenz steht weiter auf Platz drei der Tabelle, punktgleich mit dem Zweitplatzierten Ried. Eine verpasste Chance, sich selbst näher an Leader Admira heranzuschieben, sah man nicht. “Die Saison ist noch lange. Lieber bin ich an den letzten paar Spieltagen da oben drinnen”, so Flückiger. Und Van Acker meinte: “Fußball ist kein Sprint, Fußball ist ein Marathon.”
Admiral 2. Liga, 12. Spieltag
SK Rapid II – SW Bregenz 1:1 (1:1)
Wien-Hütteldorf, Allianz Stadion; 380 Zuschauer; SR Markus Greinecker
Torfolge: 10. 0:1 Renan (Foulelfmeter), 34. 1:1 Thierry Gale
Gelbe Karten: 19. Krnjic (Bregenz), 43. Hedl, 59. Stehrer (beide Rapid II/alle Foulspiel), 67. Prirsch (Bregenz/Unsportlichkeit), 82. Tambwe-Kasengele (Rapid II/Kritik), 88. Kerber (Rapid II/Kritik)
SK Rapid II (3-4-3): Orgler – Tambwe-Kasengele (89. Brunnhofer), Gröller, Muharemovic – Vincze (70. Roka), Ibrahimoglu, Gueye, Stehrer – Dursun (83. Djezic), Hedl, Gale (70. Zivkovic)
SW Bregenz (4-4-2 Raute): Flückiger – Vojic, Dirnberger, Prirsch, Mandler – Nussbaumer, Tiefenbach (83. Ergin), Tartarotti, Krnjic (46. Kaiba) – Renan (62. Vucenovic), Monsberger