“Veränderung ist keine Einbahnstraße”

Altachs sportlicher Berater Marin Kessler sieht jetzt Chance für nächste große Schritte.
Altach „Der Deckel muss auf den Topf passen“ – getreu diesem Motto agiert man dieser Tage in Sachen Trainerfindung beim Bundesligisten SCR Altach. Denn lauscht man den Worten von Martin Kessler, der im August vom Verein als sportlicher Berater ausgestattet mit „jeglicher sportlicher Kompetenz“ (Zitat von Altachs Geschäftsführer Christoph Längle bei der Präsentation von Kessler), ist dieser von der Qualität der Mannschaft mehr als nur überzeugt.
„Wir suchen einen Trainer, der zu unseren Spielern passt, mutig und kreativ spielen lässt.“
Martin Kessler
Sportlicher Berater des SCR Altach

Maßgeschneidert
Daher gilt für den 61-Jährigen, der in der Findung des neuen Trainers voll involviert ist: „Es braucht jetzt einen Coach, der ein Spielsystem spielen lässt, dass maßgeschneidert für die vorhandenen Spieler ist. Dann bin ich überzeugt, dass die Mannschaft als Ganzes viel besser agiert als in den letzten Wochen. Das war nämlich nicht das Gelbe vom Ei, da müssen wir nicht drumherum reden“.
Kessler sieht in der aktuellen Situation eine ganz große Chance für den Klub, „mit den richtigen Schritten eine positive Entwicklung anzustoßen. Unter dem Motto: Veränderung ist keine Einbahnstraße. Wir können und wollen den Weg nach oben ständig optimieren“.
Dabei sieht der 61-Jährige ehemalige Nationaltrainer des Ruderteams die Bereitschaft des gesamten Klubs, „diesen Weg gehen zu wollen. Mit der Findung des richtigen Trainers wollen wir als Verein Bedingungen für die Mannschaft schaffen, die uns langfristig Erfolge bringen.“
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Infogram angezeigt.
Mutig und kreativ soll er sein
„Weg von Namen, hin zur Kompatibilität“, so die Devise. In Altach verschreibt man sich einer Spielphilosophie, „die zu den Spielern und zu den Neueinkäufen passt,“ so Kessler, dessen vorrangiges Ziel ist, „dass die Fans dann ins Stadion kommen, um einen mutigen und kreativen Fußball zu sehen“.
Dabei nimmt der Unternehmer in der Leuchtenbranche gleichzeitig die Spieler in die Pflicht: „Über die Bereitschaft sich persönlich weiter zu entwickeln, soll auch die Mannschaft den nächsten Schritt setzen. Aus den vielen Gesprächen mit den Kickern habe ich herausgehört, dass alle dazu bereit sind. Sie wollen unbedingt, dies sehe ich schon mal als großen Pluspunkt, jetzt gilt es für die Verantwortlichen eben die besten Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.“
Wer nun wann neuer Coach der Rheindörfler wird, verriet Kessler nicht, „aber wir befinden uns mitten im Prozess, der bislang vielversprechend aussieht.“
Kein Interesse an Vergangenheit
Dass der zukünftige Trainer der bereits 15. Coach seit dem Wiederaufstieg 2014 in die Bundesliga sein wird, kein Klub in Österreich wechselte in diesem Zeitraum den Cheftrainer, tangiert den 61-Jährigen überhaupt nicht. „Die Vergangenheit interessiert mich nicht. Das Hier und Jetzt ist wichtig, und da wollen wir die richtigen Schritte setzen. Ich kenne solche Prozesse, habe sie schon oft erlebt in meiner Laufbahn, aber wir im Klub sind uns klar, wo wir hin wollen – und wie“, so Kessler, der trotz zuletzt sportlich mageren Wochen viel Optimismus versprüht.