„Wir sind nicht der ,glasklare‘ Favorit“

Sport / 20.09.2024 • 19:06 Uhr
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Markus Mahr ist mit 22 Treffern (Schnitt 7,33 pro Spiel) die Nummer zwei in der HLA-Torschützenliste. GEPA

Bregenz-Akteur Markus Mahr vor dem Heimspiel gegen seinen Ex-Verein Westwien.

Bregenz Im Juni 2023 lieferte Markus Mahr im Trikot von Westwien seine sportliche Reifeprüfung ab und trug mit insgesamt 18 Treffern in den beiden Finalpartien gegen Linz zum Gewinn des HLA-Meistertitels bei. Knapp 18 Monate später trifft der Anfang November 24 Jahre alt werdende Wiener erstmals in seiner Karriere auf seinen Ex-Klubs. Am vierten Spieltag der HLA-Meisterliga gastiert der Aufsteiger am Samstag (18.30 Uhr) bei Bregenz Handball in der Arena Rieden. „Natürlich hat die Partie aus diesem Blickwinkel einen besonderen Charakter. Doch am Ende geht es um die zwei Punkte und die sollen in Bregenz bleiben“, betont Mahr kämpferisch.

Kein leichter Gegner

Der Traditionsverein aus der Bundeshauptstadt, der zwei Monate vor dem Gewinn des Meistertitels 2023 aus wirtschaftlichen Gründen seinen freiwilligen Rückzug aus der HLA bekanntgab, letzte Saison aber den sofortigen Wiederaufstieg schaffte und zudem als erster Zweitligist ÖHB-Cupsieger wurden, ist nach drei Partien noch ohne Punktgewinn, ist aus Sicht von Mahr aber alles andere als ein leichter Gegner. „Wir dürfen uns nicht vom Blick auf die Tabellen täuschen lassen. Es ist ein Wiedersehen, in dem ich als einziger Wiener nach dem Abpfiff Grund zur Freude haben will“, erklärt Mahr. „Wir müssen sie wie jeden anderen Gegner ernst nehmen und dürfen nicht damit spekulieren, dass es ein Spaziergang wird. Wie schnell es gehen kann, hat man bei Bruck/Trofaiach gesehen. Dort haben wir eine katastrophale Viertelstunde abgeliefert. So etwas darf uns nicht mehr passieren. Wir sind sicher nicht der ,glasklare‘ Favorit, doch wenn wir die kämpferische Leistung aus der letzten Partie die komplette Spielzeit abrufen, sollte die Partie zu unseren Gunsten ausgehen.“

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Markus Mahr ist ein Spieler, der in jeder Partie an die Schmerzgrenze geht. GEPA

Kein Gastgeschenk zu erwarten

Zu den wenigen ehemaligen Teamkollegen, die im aktuellen Kader der Wiener stehen, pflegt Mahr einen freundschaftlichen Kontakt: „Diese Woche habe ich mit Andi Dräger und Paul Pfeifer telefoniert. Sie sind eigentlich mit Goalie Sandro Uvodic die einzigen Spieler, die aus der Meistersaison 2023 noch im Verein sind. Ich freue mich auf das Wiedersehen, habe aber gleich gesagt, dass es aus meiner Sicht keinen Grund gibt, ein Gastgeschenk zu erwarten.“

ABD0272_20230607 – LINZ – …STERREICH: Das Team der SG INSIGNIS Handball WESTWIEN feiert den Meistertitel 2023 am Mittwoch, 07. Juni 2023, wŠhrend des 2. Spiels im Finale der Handball Liga Austria zwischen dem HC Linz AG und SG Insignis Handball Westwien in Linz. – FOTO: APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER
Markus Mahr (vorne rechts neben Kapitän Willi Jelinek) nach dem HLA-Titelgewinn von Westwien im Juni 2023. APA
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Mit insgesamt 18 Treffern war Markus Mahr der überragende Westwien-Spieler in der HLA-Finalserie im Juni 2023. APA

Ehrgeizige Ziele

Nicht nur auf dem Spielfeld, auch in Sachen berufliche Ausbildung verfolgt Mahr ehrgeizige Ziele. Anfang Oktober startet der Absolvent des Bundesrealgymnasiums Bad Vöslau mit einem Fernstudium für Psychologie. Auf sportlicher Ebene strebt Mahr die Etablierung im ÖHB-Männerteam und einen Wechsel in die Deutsche Bundesliga an. „Unabhängig davon, wohin meine sportliche Reise geht, war mir immer wichtig, dass ich ein zweites Standbein habe. Ich liebe den Handballsport, bin extrem ehrgeizig, aber nicht so gutgläubig, dass ich später einmal meinen Lebensunterhalt damit verdienen werde. Ich habe große Ziele, denke aber auch an Zeit nach meiner aktiven Karriere.