Am Ende abgezockter: Bregenz siegt auch gegen Stripfing

Sport / 20.09.2024 • 20:19 Uhr
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Bregenz durfte wieder einmal jubeln. GEPA

Vor trostloser Kulisse luchst SW Bregenz dem SV Stripfing drei Punkte ab. Der Auftritt der Schwarz-Weißen war lange äußerst dürftig, zweimal schlagen die Gäste aber zu. Der Spielbericht:

Wien-Favoriten Das Ambiente wirkte schon fast gespenstisch. In Minute 20 handgezählte 138 Zuschauer (offiziell: 173) verirrten sich nach Wien-Favoriten, um sich das Spiel zwischen dem Tabellenvierten SW Bregenz und dem Tabellenzehnten SV Stripfing anzuschauen. Der Verein aus dem Weikendorfer Ortsteil Stripfing im Marchfeld, der seinen Vereinssitz vor der Saison nach Deutsch-Wagram verlegte, um überhaupt in der GENERALI-Arena von Kooperationsklub Austria Wien in Wien-Favoriten spielen zu dürfen und so die Zulassungskriterien der Bundesliga zu erfüllen, gilt generell nicht gerade als Publikumsmagnet. Das sollte die Trostlosigkeit des Spektakels aber nicht mindern. Immerhin: Bregenz siegte schon wieder, mit 2:0.

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Zumindest akustisch hatte Bregenz den Heimvorteil. Allzu viel fehlte numerisch auch nicht. GEPA

“Hurra, das ganze Dorf ist da”, sangen die 14 Bregenz-Anhänger (unterstützt von Fans des FavAC, mit denen eine Fanfreundschaft gepflegt wird) in Hälfte eins, das war ein Euphemismus: Vor gut zwei Jahren konnte Stripfing immerhin 326 Einwohner zählen. Hätten die Bregenzer nicht für Support gesorgt, hätte man sich nicht einmal getraut, zu husten – so leise war es im 15.600 Zuschauer fassenden Stadion.

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Das Duell zwischen Ex-Bregenzer Gabryel und Monsberger als Symbolbild: Die erste Hälfte war schmerzhaft anzusehen. GEPA

Bregenz spielte im Vergleich zum 4:1-Erfolg gegen Lafnitz mit drei Neuen in der Startelf (Isak Vojic, Marcel Monsberger und Ivo Kralj rückten in die Anfangsformation) – und tat sich sehr schwer. Nach vorne hin boten sich zwar immer wieder Räume, die Schwarz-Weißen agierten in die Spitze aber manchmal kopflos, manchmal glücklos. Stripfing dominierte das Spiel zunächst klar, hatte spielerisch mehr Anteile. Nach drei Minuten stand Damir Mehmedovic frei vor dem Tor, sein Kopfball ging aber drüber. Bei einem Freistoß von Sanel Saljic an der Strafraumgrenze fehlte noch weniger, der Ball touchierte das Lattenkreuz (8.). In Summe war es viel zu wenig, was Bregenz auf den Platz brachte. Die gefährlichsten Aktionen waren ein Distanzversuch von Adriel infolge eines Eckballs (29.) und ein Kopfball von Djawal Kaiba, der das lange Eck verfehlte (45./+2).

Monsberger eiskalt, Flückiger wieder cool

Die zweite Hälfte begann für die Bregenzer beinahe mit dem Rückstand. Stripfing-Angreifer Darijo Pecirep hatte SW-Goalie Franco Flückiger bereits umkurvt, setzte den Ball dann aber trotzdem neben das leere Tor (49.). Auf der Gegenseite behauptete sich Marcel Monsberger erst stark, sein Abschuss wurde aber geblockt. Im Gegenzug trat wieder Pecirep in Aktion, setzte einen Schuss knapp daneben (51.), Jusic parierte gegen Mario Vucenovic (52.).

Unter dem Strich blieb Stripfing aber deutlich gefährlicher, einen Abschluss vom eingewechselten Marco Hausjell konnte von Bregenz gerade noch so im Verbund geklärt werden (63.), auch in weiterer Folge machte der SVS mehr Druck, Bregenz passierten teils eklatante Fehler im Spielaufbau. Nur langsam kehrte mehr Ruhe ins Bregenzer Spiel ein – und vorne die Abgebrühtheit.

Djawal Kaiba spielte den Ball fein halbhoch in die Lücke zwischen den Innenverteidigern, Monsberger nahm den Ball ideal mit und versuchte es mit Gewalt – durch die Beine von Keeper Jusic fand das Spielgerät seinen Weg ins Tor (74.). Auf der Gegenseite hielt Flückiger in der Schlussphase gleich doppelt und brachte die Hausherren zur Verzweiflung (85.). In der Nachspielzeit wurde Fetahu noch von Jusic im Strafraum gelegt, den fälligen Elfmeter verwandelte Adriel überlegen zur Entscheidung.

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Gruß nach oben: Adriel machte mit dem 2:0 per Elfmeter alles klar. GEPA

Durch den 2:0-Erfolg bleibt Bregenz auswärts weiter ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis) und hält nun bei 14 Punkten. Unter Regi Van Acker läuft es heuer weiter bestens.

Der Coach meinte: “Es war ein offenes Spiel, beide Mannschaften haben auf drei Punkte gespielt. Ich finde aber, dass wir die besseren Chancen gehabt haben. Es war meiner Meinung nach ein verdienter Sieg.”

ADMIRAL 2. Liga, 7. Spieltag

SV Stripfing – SW Bregenz 0:2 (0:0)

Wien-Favoriten, GENERALI-Arena; 173 Zuschauer; SR Markus Greinecker

Torfolge: 74. 0:1 Marcel Monsberger, 90./+3 0:2 Adriel (Foulelfmeter)

Gelbe Karten: 7. Kralj (Bregenz/Unsportlichkeit), 12. Bea (Trainer Stripfing/Unsportlichkeit), 57. Tartarotti (Bregenz/Foulspiel), 85. Ramsebner (Stripfing/Kritik)

SV Stripfing (3-4-3): Jusic – Ramsebner, Furtlehner (46. Orgolitsch), Abazovic – Ewemade (46. Altersberger), Cecchini Muller (59. Kerschbaumer), Gabryel (82. Sutterlüty), Mehmedovic – Saljic, Pecirep, Kante (46. Hausjell)

SW Bregenz (3-5-2): Flückiger – Dirnberger, Kralj (64. Tiefenbach), Adriel – Vojic (46. Mandler), Kaiba (84. Rottensteiner), Nussbaumer, Tartarotti (80. Krnjic), Marte – Vucenovic (64. Fetahu), Monsberger