Nächster Auswärtssieg: Lustenau bricht die Falken-Serie

Austria Lustenau siegt in Kapfenberg mit 2:0. Die drei Punkte fallen unter die Kategorie “Arbeitssieg”, es bleibt aber ein fahler Beigeschmack – Mittelfeldspieler Sacha Delaye musste verletzt abtransportiert werden. Der Spielbericht:
Kapfenberg Die Spiele in der Ostregion wurden regenbedingt abgesagt, in Kapfenberg brauchte man nicht einmal einen Regenschirm. Darüber, dass die Bedingungen für Stadionbesuche auch in der Steiermark mäßig attraktiv waren, konnte aber auch die Choreografie, in der die Falken-Fans der “Macht an der Mürz” zum 105. Vereinsgeburtstag gratulierten, nicht hinwegtäuschen. Im Alpenstadion waren lediglich 500 Zuschauer, als Lustenau den zweiten Sieg in der Liga holte.
Gastgeber Kapfenberger SV holte in der Liga bisher die volle Punkteausbeute, Lustenau war wettbewerbsübergreifend noch ohne Niederlage. In gewisser Weise handelte es sich also um ein Top-Spiel, auch wenn der 8. der Liga beim Tabellenzweiten gastierte. Lustenau-Coach Martin Brenner schickte seine Startelf im Vergleich zum 1:1 gegen den FAC vor der Länderspielpause ohne Veränderung aufs Feld.

Dort tat sich lange wenig. Das Spiel war von langen Bällen dominiert, die KSV presst zwar hoch, Lustenau konnte sich aber stets aus dem Pressing befreien. Mit dem ersten wirklich guten Abschluss der Partie gingen die Austrianer dann in Führung. Leo Mikic verarbeitete einen weiten Ball von Pius Grabher stark, setzte sich im Eins-gegen-Eins durch. Seinen Abschluss konnte Richard Strebinger zwar parieren, allerdings nur zur Seite. Dort brauchte Seydou Diarra nur mehr abzustauben, es war das Premierentor des Maliers (19.).
Lustenau hatte weiter mehr vom Spiel, kam aber nicht mehr zwingend vors Tor. Die Partie näherte sich der Pause, einen Aufreger sollte es aber noch geben. KSV-Innenverteidiger David Heindl grätschte Sacha Delaye rustikal um, sah dafür von Schiedsrichter Jäger nicht einmal Gelb. Delaye musste mit der Trage abtransportiert werden, für ihn kam Abdellah Baallal neu in die Partie.

Turbulente Schlussphase
Nach der Pause agierten die Gastgeber etwas bemühter, Lustenau stand hinten aber sicher. Zudem spielten die KSV nicht immer ganz präzise, es boten sich Umschaltmöglichkeiten. In der 51. Minute tauchte Diarra etwa mit Platz vor dem Tor auf, kriegte den Kopfball aber nicht aufs Tor. Wenig verwunderlich: Bei seiner Körpergröße ist Diarra eben kein Kopfballungeheuer.
Auf der Gegenseite wurde die KSV aus einem Freistoß gefährlich, N’zi schloss am zweiten Pfosten ab – am kurzen Eck agierte Domenik Schierl aus kürzester Distanz aber überragend (63.). Auch in weiterer Folge wurden die “Falken” gefährlicher, Lustenau mühte sich. In Minute 75 rettete erst William per Grätsche, anschließend hielt Schierl gegen Heindl gleich doppelt. Cisse hatte im Gegenzug die Chance, den Sack zuzumachen, zögerte gegen Strebinger aber zu lange (76.).

In Minute 81 ließ der ansonsten starke Schierl dann einen hohen Ball aus, dieser rutschte ihm zwischen den Beinen in Richtung Torlinie – dort rettete William. Es war eine turbulente Schlussphase, in die auch ein Lattenstreifer vom eingewechselten Matthias Puschl passte. Den Schlusspunkt setzte aber Joker Daniel Au Yeong, der nach einem Konter eiskalt auf 2:0 stellte. Lustenaus Sieg war am Ende glücklich, vielleicht nicht ganz verdient – aber es war einer. Der zweite der Liga-Saison, erneut auswärts. Die Austria hält nun bei zehn Punkten.
Admiral 2. Liga, 6. Spieltag
KSV 1919 – SC Austria Lustenau 0:2 (0:1)
Kapfenberg, Alpenstadion; 500 Zuschauer, SR Florian Jäger
Torfolge: 19. 0:1 Seydou Diarra, 90./+2 0:2 Daniel Au Yeong
Gelbe Karten: 17. Gmeiner (Lustenau/Unsportlichkeit), 39. Römling (Kritik), 47. Bochmann (Unsportlichkeit), 57. Haxha (alle KSV/Foulspiel), 67. Schierl (Kritik), 69. Baallal (Foulspiel), 90./+1 William (alle Lustenau/Unsportlichkeit)
KSV 1919 (3-4-1-2): Strebinger – Turi, Heindl, N’zi – Haxha (58. Marinovic), Prohart (89. Mikulic), Bochmann (79. Kerschner), Römling – Krasniqi (58. Helleparth) – Eloshvili (79. Puschl), Hofleitner
SC Austria Lustenau (4-1-4-1): Schierl – Gmeiner, Mätzler, William, Voisine – Grabher (77. Devisate) – Diarra (68. Yeong), Gorzel, Delaye (44. Baallal), Mikic – Cisse (77. Chabbi)