Zwei Fehler zu viel: Rhombergs Platz im Einzel wackelt

Der Teambewerb der Springreiter endete für die ÖOC-Equipe mit Katharina Rhomberg mit einer Enttäuschung.
Versailles Österreichs Springreitteam ist in der Qualifikation der Olympischen Spiele ausgeschieden. Das Team um die Dornbirnerin Katharina Rhomberg, Gerfried Puck und Max Kühner belegte nur den 13. Platz und verpasste die Qualifikation um acht Strafpunkte, gleichbedeutend mit zwei Fehlern. Die entscheidenden Missgeschicke sind schnell gefunden, Rhomberg musste bei ihrem Ritt gleich 16 Strafpunkte hinnehmen. Die 31-Jährige haderte nach dem Wettbewerb mit ihrer frühen Startnummer zwei. Dadurch hatte sie keine Möglichkeit, sich den Parcours bei einem anderen Reiter anzusehen. „Ab Nummer drei hätte zumindest einer vom Team Infos liefern können“, sagte Rhomberg. So musste sie rein mit dem Wissen der Besichtigung mit ihrem Pferd Colestus Cambridge antreten. „Das hat es sehr schwierig gemacht, denn es waren einige Passagen anders zu reiten, als wir es geplant hatten“, gab die Dornbirnerin zu. Die Reihenfolge war bereits im Vorfeld festgelegt worden, noch vor bekannt war, dass Österreich bereits als Zweiter ausreiten muss. „Ich fange eigentlich nicht gerne an. Aber wir haben das bereits in den vergangenen Monaten so eingeübt“, sagte Rhomberg. Neben Rhomberg hatten auch die Starter aus Spanien (Nr. 1), Mexiko (Nr. 3) und der Schweiz (Nr. 4) Probleme. Erst die Schweden blieben in Folge als erste Nation fehlerfrei.

Überwältigt
Rhomberg unterlief am Wassergraben ein Fehler, weil die Schrittfolge vor dem Hindernis nicht stimmte. Außerdem habe Colestus Camebridge die ungewohnte Atmosphäre mit den riesigen Tribünen, die 16.000 Fans beherbergten, beeinflusst: „Er war beeindruckter, als ich es erwartet hatte.“

Die Entscheidung den neunjährigen Schimmel zu nehmen und auf ihr erfolgreiches Europameisterschaftspferd Cuma 5 zu verzichten sei jedoch kein Fehler gewesen. „Ich bin ein großer Fan von Kathis Pferd. Es ist eines der besten, dass wir in Österreich haben“, bekam Rhomberg Unterstützung von Österreichs Nummer eins Max Kühner, „für mich muss die Abstimmung zwischen den beiden noch etwas wachsen und reifen. Ich habe aber immer Colestus priorisiert.“

Puck für Veränderung
Doch in der Mixed Zone nach den Ritten gab es auch andere Töne. Gerfried Puck, der als Zweiter des österreichischen Trios den Parcours mit acht Fehlerpunkten verlassen hatte, kündigte recht offen an, dass aus seiner Sicht nun über die Besetzung des Einzelspringens gesprochen werden sollte. Ersatzreiter Christoph Obernauer scharrt schon mit den sprichwörtlichen Hufen. Damit ist Rhomberg vor der Einzelqualifikation am Montag die Wackelkandidatin im österreichischen Team. „Wir werden uns wahrscheinlich nochmals zusammensetzen“, konstatierte Rhomberg, die sichtlich enttäuscht von ihrer eigenen Leistung war. Bis zwei Stunden vor dem Vet-Check, der tierärztlichen Untersuchung am Vortag des Wettkampfs, ist eine Entscheidung über die finale Aufstellung möglich. Doch Rhomberg rechnet mit einer Zu- oder Absage bereits am Freitag.

Kühner zählt zum Favoritenkreis
„Wir werden die ganze Zeit nachdenken“, ließ sich Kühner ebenso wenig in die Karten blicken, was seine Meinung zur Aufstellung im Einzel betrifft. Der gebürtige Deutsche, der seit 2015 für Österreich reitet, verzeichnete bei seinem Umlauf einen Fehler. Mit 73,61 Sekunden war er mit seinem Pferd Electric Blue P der zweitschnellste Reiter im Parcours nach der US-Amerikanerin Laura Kraut (72,92 Sekunden). In Richtung Einzelbewerb zeigte sich der Weltranglisten-Dritte deshalb optimistisch: „Ich fühle mich wohl hier, mein Pferd auch. Wir werden unser Bestes geben und schauen, was dabei rauskommt.”

Den Sieg in der Team-Qualifikation holte sich Deutschland, alle drei Reiter waren fehlerlos geblieben. Ein Kunststück, das sonst keiner Nation gelang, neben den Österreichern scheiterten auch die Schweizer auf Rang zwölf. Der Teambewerb geht heute ab 14 Uhr vor der beeindruckenden Kulisse von Versailles über die Bühne.