Tiefgreifende Veränderungen als Chance sehen

Sport / 01.08.2024 • 17:35 Uhr

Altach holt Martin Keßler ins Boot. Ex-Ruder-Nationaltrainer soll Erfolgskultur einführen.

Altach Das Jahr 2012 bedeutete für den ehemaligen Sportler, Trainer und Chef des Olympiazentrums in Dornbirn eine einschneidende Zäsur. Über seine Vergangenheit als Ex-Ruder-Nationalspieler sowie die Schwarzgeld-Vorwürfe, die ihn als OZ-Chef stolpern ließen, spricht er heute ganz offen. Es scheint, die Zeit heilt Wunden.

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2024 nun ist Martin Keßler zurück auf der Sportbühne – in der Fußball-Bundesliga. Beim Cashpoint SCR Altach erarbeitet der 62-Jährige nach einigen Wochen der Analyse nunmehr einen neuen sportlichen Weg. Besonders brisant: Auch wenn er den Job ehrenamtlich ausführt, so ist Keßler laut Geschäftsführer Christoph Längle doch mit „jeglicher sportlicher Kompetenz“ ausgestattet. Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war eine interne Aufarbeitung und Entschluss, etwas verändern zu wollen. Er, so Keßler im Gespräch, habe sein Engagement an „klare Bedingungen“ geknüpft, denn: „Mein Antrieb ist das Erfolgsdenken. Natürlich wird es auf dem Weg dorthin Auf- und Abs geben und es bedarf sicher einiger Zeit. Doch am Ende wollen wir am Erfolg gemessen werden.“
Für Keßler waren die ersten Wochen vor allem geprägt von Gesprächen. „Für mich war wichtig, die Strukturen im Verein kennenzulernen und mich mit jedem Einzelnen auszutauschen.“ Auffällig sei vor allem die große Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Stärke und sportlicher Erfolge.

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SCRA-Ehrenpräsident Karlheinz Kopf war in Begleitung seiner Frau Karin gekommen. Lutz

„Es muss“, so Keßler, „der Anspruch aller sein, dies zu verändern bzw. anzugleichen.“ Notwendigerweise müsse die Bereitschaft bestehen, alte Muster loszulassen. „Ich spüre die große Bereitschaft, den Weg mitgehen zu wollen“, fasst er seine ersten Gesprächswochen zusammen. Etwas, was ihm ganz entscheidend fehlt, ist Mut.

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Andreas Neuhauser, Martin Jäger und Alexander Lau (von links). Lutz

Doch das fordert er ein, denn Mut heißt für ihn „alte Wege aufzubrechen und neue anzugehen“. Und deshalb spricht er davon, eine Erfolgskultur zu implantieren und Veränderungen einzufordern. Das gelte für den gesamten sportlichen Betreuerstab ebenso wie für die Spieler bzw. Spielerinnen.

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Frauenpower demonstrieren die SCRA-Spielerinnen Julia Kofler, Rikke Fleischer, Sabrina Horvat und Francesca Calo (von links). Lutz

Das vorhandene Potenzial gelte es auszuschöpfen, auch und eine neue Unternehmenskultur zu schaffen, an die Leistungsgrenze zu gehen. Deshalb werde er auch unangenehme Themen, wie zuletzt das blamable Cup-Aus, knallhart ansprechen. Er sagt aber auch: „Ich bin nicht hier, um taktische Dinge zu besprechen.“

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Thomas Grebenz, Lukas Jäger, Gerhard Hamel und Dieter Tschemernjak (von links). Lutz

In personeller Hinsicht bangt man in Altach vor dem Auftakt gegen Wattens um den Einsatz von Lukas Fridrikas. Den Stürmer plagt eine Zerrung im Knöchelbereich.

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Das Grand Casino in Liechtenstein ist neuer Hosensponsor in Altach, bei den Männern als auch bei den Frauen, v. l.: Cino Dündar, Atdhe Nuhiu, Brigitta Pullins und Erik Purgstaller.