Wenn eine Vision mehr und mehr Formen an

Sport / 31.07.2024 • 19:29 Uhr

Trotz der Großbaustelle hinter der Osttribüne der Cashpoint Arena müssen die Altach-Fans keine baulichen Einschränkungen befürchten.

Altach Das Thermometer kratzt schon am späten Vormittag an der 30-Grad-Marke, doch auf der Baustelle im Schnabelholz wird trotz der sommerlichen Temperaturen kräftig gebaut. Erste Pfeiler für das neue Infrastruktur-Herzstück stehen bereits und lassen die neue Dimension erahnen. 13 Millionen Euro sind für das Businessgebäude kalkuliert und die Vorgaben sind streng, wie auch Architekt Konrad Hänsler erklärt.

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Die Steher für den ersten Stock sind am entstehen. VN-Stiplovsek

Immer wieder schaut der gebürtige Deutsche, der im Jahre 2000 mit seinem Einstieg ins Architekturbüro Nikolussi auch mit den Verantwortlichen des SCR Altach in Kontakt kam auf der Baustelle vorbei. Geht die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem in Bludenz ansässigen Architektenbüro doch auf 1988 zurück, als im Schnabelholz eine Tribüne für 1000 Zuschauer errichtet wurde. Ab dieser Saison ist auch der Platz hinter der “Ost” in Eigenregie des Clubs überdacht worden. Quasi als neue Partyzone bei sportlichen Erfolgen.

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Neu überdacht wurde der Aufenthaltsplatz hinter der Westtribüne. VN-Stiplovsek

In diesem Zusammenhang blickt Hänsler, der während seines Studiums in Karlsruhe an der Uni mit den schon damals existierenden Stadionplänen des ehemaligen Europacupclubs in Berührung kam, auf jene Zeit in den 90er-Jahren zurück. “Als Studenten waren wir eingebunden bei der Ideenfindung sowie den ersten Planungen.” In Altach selbst ist der in Wangen aufgewachsene Hänsler, der selbst Fußball gespielt hat, mit der Erweiterung der “Ost” so richtig in die Planungsphase des Stadionausbaus einbezogen worden. Sein Hauptthema seit Jahren? “Wir bauen, während der Meisterschaftsbetrieb voll läuft.”

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Konrad Hänsler erklärt die nächsten Schritte. VN-Stiplovsek

So wird aktuell hinter der Haupttribüne gebaut, wo der Businessclub weichen musste und das neue Zelt ein wenig weiter nördlich thront. Rund 550 VIP-Karten für die neue Saison wurden bereits verkauft, bis zu 700 finden aktuell Platz im voll klimatisierten, neuen Zelt. “Es war eine mutige Entscheidung, als wir 2009 nach dem Abstieg den Platz für VIP-Kartenbesitzer vergrößerten”, erinnert sich SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle. Eine Investition, die sich lohnen sollte und schließlich in modernem Ambiente im neuen Gebäude ihre Heimat finden wird.

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Von oben lässt sich das Ausmaß der Baustelle erkennen, links der neu positionierte VIP-Bereich. VN-Stiplovsek.

Gefühlt, so schmunzelt Hänsler, sei das Stadion seit 2010 eine Baustelle. Doch die inzwischen entstandene “Wucht”, die sichob der wachsenden Arena entwickelt, ermöglicht es dem SCR Altach auch sportlich wieder größer zu denken. Zumal der Dauerkartenverkauf gut läuft und sich auch gut 2200 eingependelt hat. “Natürlich sind die Einnahmen aus den Derbys nicht ersetzbar”, sagt Längle.

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Besprechung im neuen VIP zwischen Konrad Hänsler (r.) sowie SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle (l.) und Vizepräsident Werner Gunz. VN-Stiplovsek

Und so hofft er, dass das “Alleinstellungsmerkmal als Bundesligist” dies ein wenig ausgleicht. Deutlich spürbar sei die “zweite Fangeneration”, wie es der 54-Jährige ausdrückt. Die Mitgliederzahl hat die 800er-Marke überschritten, auch im Merchandising-Geschäft habe man erstmals über 100.000 Euro an Einnahmen erzielt. “Wir spüren”, so Längle, “dass unsere jahrelangen Anstrengungen bezüglich Schultour, Fußballcamps und im sozialen Bereich Früchte tragen.”

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Trotz großes Hitze wird gearbeitet auf der Baustelle im Schnabelholz. VN-Stiplovsek

Klares Konzept

Was den aktuellen Baufortschritt betrifft, ist Hänsler sehr zufrieden. “Wir sind im Plan”, sagt er und klärt auf. “Die Pfeiler, die wir sehen, sind Teil der Stiegenhäuser.” Sowohl im Nord- als auch im Südbereich des Gebäudes dienen die Flucht-Stiegenhäuser ab dem Spätsommer 2025 auch den beiden Mannschaften als getrennte Eingänge in die Spieltagskabinen. “Erst in der Mixedzone treffen die Spieler aufeinander”, erklärt Hänsler. Der Haupteingang für den VIP-Bereich im zweiten Stock ist dann zentral.

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Für den Ausbau des ersten Stocks werden bereits Ideen und Pläne für ein Reha- und Physiozentrum geschmiedet. Ähnlich wie bei deutschen Clubs soll ein solches nicht nur Profisportler sondern auch Hobby- und Amateursportlern die Möglichkeit einer medizinischen Rundumbetreuung an einer Stelle ermöglicht werden. Seitens der SCRA-Geschäftsleitung ist man diesbezüglich bereits im engen Austausch mit dem eigenen Ärzte- bzw. Physioteam.

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