Müde, enttäuscht und hinter den Erwartungen

Segler vom Yachtclub Bregenz verpassen Medalrace deutlich.
Marseille Mit großen Hoffnungen waren Benjamin Bildstein und David Hussl nach Marseille gereist. Im Kampf um die Medaillen wollten die Olympia-Zehnten von Tokio ein Wörtchen mitreden. Das Material schien zum Ende der Vorbereitung zu passen. Bildstein sprach nicht umsonst vor der ersten Wettfahrt davon, dass sie über das „beste Set-up“ aller Teilnehmer verfügen würden. Und trotzdem steht am Ende der zwölf Wettfahrten nur ein 14. Gesamtrang. Der Rückstand auf einen Platz im Medal Race ist mit 28 Punkten gewaltig, es waren keine einzelnen Ausrutscher, die den Wolfurter Steuermann und seinen Tiroler Vorschoter eine bessere Platzierung kosteten. „Wir waren sicher nicht die Favoriten und es war vorher nicht alles top, aber wir hätten doch erhofft, dass wir besser abschneiden“, bilanzierte Bildstein nach dem Rennen.
Im Nachhinein war der Eröffnungstag mit den Rängen 3, 5 und 9 ein positiver Ausreißer nach oben. In den folgenden neun Wettfahrten folgte nur noch eine Top-Ten-Platzierung. Am Finaltag hätte es ein kleines Wunder gebraucht, um das Ziel Medal Race noch zu erreichen. Woran es genau gelegen hat, gilt es im Anschluss zu analysieren. Dass die Startsequenzen nicht der Klasse von Bildstein/Hussl entsprachen, war jedoch offensichtlich. Meist verspielten sie eine bessere Platzierung schon bei der Positionierung hinter der Startlinie. Bei Leichtwindverhältnissen war eine Aufholjagd für Bildstein/Hussl nicht möglich.

Verpatzter Start
Der letzte Tag ihres Wettbewerbs stand sinnbildlich für die gesamte Regatta von Bildstein/Hussl. Vor dem ersten Start mussten sie wegen eines Regelverstoßes einen Kringel drehen. Anschließend jagten sie dem Feld hinterher, mehr als Rang 18 an der ersten Boje war nicht drin. Am Ende bedeutete Rang 16 die nächste Enttäuschung.
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In der zweiten Wettfahrt entschieden sie sich für eine andere Taktik, positionierten sich in der ungeliebten Mitte und wählten den Backbordbug. Eine Fehlentscheidung, denn an der ersten Boje kamen sie wieder erst als 16. an. Bis ins Ziel gelang eine Verbesserung um einen Rang. „Einer der größten Punkte bei dieser Regatta war definitiv unser Verhalten am Start“, war sich Hussl bewusst. Der Zug ins Medal Race war zu diesem Zeitpunkt längst abgefahren. Der zehnte Rang in der letzten Wettfahrt hat nur noch statistischen Wert.
Pause vor der Analyse
Zwölf Jahre segeln der Wolfurter Steuermann und sein Tiroler Vorschoter schon gemeinsam in der 49er Klasse. Ob und wie es mit dem Duo nach ihrer zweiten Teilnahme an den Olympischen Spielen weitergeht, ist derzeit noch nicht entschieden. „Wir werden jetzt versuchen, ein wenig Abstand zu gewinnen und uns dann hinsetzen und alles analysieren. Es war eine anstrengende Regatta. Ich spüre, dass ich müde bin“, gestand Hussl nach den intensiven Tagen vor Marseille.

Ebenfalls nicht nach Wunsch lief es für Lorena Abicht in der IQ-Foil-Klasse. Die OeSV-Surferin ist vor dem Schlusstag Gesamt-24. und somit letzte.