Tore als Argument zählen immer

Sport / 30.07.2024 • 16:00 Uhr

Wer jubelt öfter im Altach-Dress? Im Hause Fridrikas-Tietz läuft diesbezüglich schon eine sehr private Wette.

Altach “Vor allem gesund bleiben”, sagt Lukas Fridrikas ganz spontan auf die Frage nach seiner Saisonerwartung. Denn in seiner bisherigen Karriere haben ihn immer wieder Verletzungen aus dem Rhythmus geworfen. Ob beim FC Dornbirn (Syndesmosebandriss), dann beim FC Wacker Innsbruck oder zuletzt bei der Lustenauer Austria (Probleme mit dem Schambein), es waren körperliche Rückschläge, die seinen Torhunger bzw. seinen Torreigen unterbrachen. Mit dem Wechsel zum Cashpoint SCR Altach sollen erneut Tore sein bestes Argument werden.

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Denn natürlich hat sein Wechsel vom sportlichen Erzfeind aus der Stickergemeinde ins Rheindorf nach Altach unter den Fans für Wirbel gesorgt. Es war natürlich ein Thema für den 26-Jährigen und auch darüber hat er sich vor der Entscheidung für den SCRA mit seiner Freundin ausgetauscht.

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Lukas Fridrikas fühlte sich von Beginn an wohl. gepa

Zögling der Red-Bull-Akademie

Als von Ex-Fußballprofi Robertas und der ehemaligen Welthandballerin Ausra Fridrikas in Wien geboren, durchlief Lukas die Red-Bull-Akademie, um dann als 17-Jähriger in Anif seinen Einstieg in den Männerfußball zu starten. “Mit dem Mindset von heute”, so erzählt er, “hätte es damals vielleicht anders ausgeschaut.” Was er damit meint? “Zurückblickend war ich damals noch nicht reif für den Profifußball. Ich war zu undiszipliniert, brauchte einfach mal den Freiraum, auszubrechen”, ist seine entwaffnend offene Antwort. Doch all das habe ihn am Ende zu dem Spieler gemacht, der er heute ist.

Tore als Argument zählen immer
In bislang 54 Spielen für Altach erzielte Rieke Tietz 16 Tore. VN-Stiplovsek

Ein Fußballer, von dem als Stürmer vor allem eines erwartet wird, nämlich Tore. Dessen ist sich Fridrikas, für den Altach nach dem FC Dornbirn und die Austria, die dritte Station im Ländle ist, bewusst – in allen Facetten: Druck und Motivation (“Von beiden etwas”) zugleich.

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Fußball, Altach Lukas Fridrikas und Rieke Tietz
Rieke Tietz und Lukas Fridrikas im VN-Interview. Paulitsch

Gewinnermentalität

Fußball nimmt im Leben von Rieke und Lukas naturgemäß einen großen Raum ein. Abseits des runden Leders genießen beide gerne die Natur in Vorarlberg oder matchen sich bei einem Brettspiel. Bei “Vier gewinnt” oder “Monopoly” will keiner gewinnen, denn “das höre ich dann eine lange Zeit” – wie Lukas mit einem Lachen gesteht.

Fußball
Die Erwartungen an ihn sich groß, das weiß Lukas Fridrikas. Meier

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Frauenfußball
Zumindest bis Ende der Saison 2024/25 bleibt die Neubrandenburgerin in Altach. Meier

Dabei gehört Empathie ebenfalls zu seiner Stärke. Rieke schätzt diese Eigenschaft ihres Partners sehr. “Er kann ich mich reinschauen, er weiß genau, wie es mir geht und er steht mir immer mit Tipps zur Seite”, verrät die 22-jährige, in Neubrandenburg aufgewachsene, Offensivspielerin. Seit drei Jahren spielt sie in Altach, wobei ihr die letzte Saison noch intensiv im Gedächtnis ist. “Als der Schlusspfiff erklungen ist, war die Enttäuschung ob des verpassten Champions-League-Platzes riesig. Wir sind dann in der Kabine gestanden und haben uns gesagt, dass wir stolz auf uns sein dürfen. Denn der Abgang von Campbell und die schwere Verletzung von Natter haben uns sehr geschwächt. Wie wir dann dennoch die Rückrunde gerockt haben, hat gezeigt, dass wir als Team zusammengerückt sind.” Un diese Saison: Das erklärte Ziel, so sagt Tietz, ist das Erreichen des Top-Four-Play-offs.

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Viele schöne Momente im Ländle

Sportlich erlebte Fridrikas seine schönsten Momente im Ländle. Zum einen den Zweitliga-Aufstieg mit dem FC Dornbirn oder das Erreichen des Play-offs mit der Austria. Doch es gab im Fußballleben des Stürmers auch Augenblicke, die ihn zweifeln ließen. “Klar, ich habe mich anfangs gefragt: Reicht es für die 2. Liga. Und dann, vor allem nach dem Klagenfurt-Jahr, an mir gezweifelt, ob ich es in die Bundesliga schaffe.” Doch er hat seine Zweifel zerstreut, er hat sich durchgesetzt. Mit harter Arbeit im Training, wie er sagt, und mit Disziplin. Eine Eigenschaft, die er bei Freundin Rieke so schätzt. “Sie trainiert, arbeitet und studiert. Dafür bewundere ich sie sehr.” 20 Stunden sind es, die die Fußballerin wöchentlich bei der VKW arbeitet, zudem, so verrät sie, hat sie das Fernstudium Gesundheitsmanagement begonnen. Ganze im Sinne ihres Freundes, der ja anfangs versprochen hat: “Wenn ich gesund bleibe, ergibt sich Rest von allein.” Im besten Fall für Altach sind mit Rest seine Tore gemeint

SCR Altach Pooltalk Livetalk mit Christian Adam Beim Herrenteil: Ludovic Magnin & Gianluca Gaudino Beim Frauenteil: Tobias Thies & Rieke Tietz
Beim Pool-Talk im Heilbad St. Margrethen war Rieke Tietz 2022 zu Gast. Serra