Ein Wettkampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Sport / 29.07.2024 • 20:13 Uhr
Judo Lubjana "Lulu" Piovesana
Lubjana Piovesana reist mit viel Selbstvertrauen nach Paris. Sellner

Lubjana Piovesana greift am Dienstag nach einer Olympia-Medaille.

Paris Wenn es heute ab 10 Uhr auf der Judo-Matte in der Arena Champs-de-Mars Ernst wird, dann hat Lubjana Piovesana bereits einen ersten Sieg erreicht. Als Piovesana 2021 mit dem britischen Verband brach, war ihre Zukunft höchst ungewiss. Vor allem schien eine Olympiateilnahme bereits bei den nächsten Spielen in Paris in weiter Ferne. Das hat Piovesana nach ihrem Nationenwechsel – seit Anfang 2023 startet sie für Österreich – geschafft.

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Der Abschied vom britischen Team war begleitet von heftigen Mobbingvorwürfen gegen einzelne Trainer und Aktive, diese soll sogar in körperliche Gewalt ausgeartet sein. Eine Untersuchung wegen der Vorfälle wurde damals vom britischen Verband initiiert. Für die Neo-Österreicherin ist die Causa, wie sie selbst betont, mittlerweile abgeschlossen. „Aber damals war es keine schöne Zeit und kein schöner Ort für mich“, blickt die 27-Jährige zurück. Ihre Vergangenheit könnte sie bereits in der Vorrunde des olympischen Judo-Turniers einholen. Sollte Piovesana in der ersten Runde ihrer Favoritenrolle gegen die Kasachin Esmigul Kujulowa – die Nummer 37 der Welt – gerecht werden und in die zweite Runde einziehen, könnte dort eine alte Bekannte auf die Lochauerin warten.
Denn die Zweit-Runden-Gegnerin von Piovesana wird zwischen der Australierin Katharina Haecker und Lucy Renshall aus Großbritannien ermittelt. Renshall ist eine frühere Teamkollegin von Piovesana und war nach Aussage der Neo-Österreicherin Teil des Mobbings gegen sie.

Lubjana Piovesana
2018 stand Lubjana Piovesana mit ihrer damaligen Teamkollegin Lucy Renshall (ganz rechts) auf dem Podest. Sabau

Im Vorfeld der Spiele hatte sich Piovesana bereits mit einem möglichen Duell mit ihrer Bekannten befasst. „Das wäre nicht schön. Aber ich habe akzeptiert, dass es passieren kann“, sagte die ÖOC-Sportlerin noch vor der Auslosung. Sie ist sich über die spezielle Bedeutung des Duells bewusst: „Jeder würde sich den Kampf anschauen, weil die Vorgeschichte bekannt ist. Diese Gedanken muss ich aber überwinden, denn ich möchte nicht, dass es mich beeinflusst.“

Lubjana Piovesana
Auch gegen Haecker hat Lubjana Piovesana 2018 gekämpft. Sabau

Ausgeglichene Bilanz

Sportlich gesehen ist ohnehin Haecker (Nummer 5) höher einzuschätzen als Renshall (Nr. 11), Piovesana wünscht sich trotzdem eher ein Duell mit der Australierin. Auf der Matte hatte sie gegen beide bereits häufiger gekämpft. „Ich habe beide schon besiegt und gegen beide schon verloren“, bilanziert Piovesana. Der erste Fokus gehört zunächst ohnehin dem ersten Kampf gegen die Kasachin Kujulowa.

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