Die Rückkehr an den Lieblingsort

Sport / 23.07.2024 • 11:54 Uhr
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Bei den French Open 2023 zog Grabher erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in die zweite Runde ein. APA

Für Julia Grabher ist bereits die Teilnahme ein Erfolg, damit will sich die Dornbirner aber nicht zufriedengeben.

Dornbirn „Es war ein sehr, sehr schwieriges Jahr“, blickt Julia Grabher im VN-Gespräch auf die vergangenen Monate zurück. Nachdem sie sich im Sommer 2023 mit der Weltranglistenplatzierung 54 auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Karriere befunden hatte, folgte bekanntlich der Rückschlag mit der Handgelenksoperation im August. Grabher wusste, dass sich der Weg zurück schwierig gestalten würde. Dennoch gab es die Hoffnung auf Comeback ohne Komplikationen. Im März bestritt die heute 28-Jährige ihre ersten Spiele nach der Operation, doch zunächst wollte sich der Erfolg nicht einstellen, dafür kamen die Schmerzen zurück. „Es gab viele Ungewissheiten“, erinnert sich die 28-Jährige. Vor mittlerweile acht Wochen wurde ein zweiter Eingriff notwendig. „Das alles ist nicht optimal gelaufen. Aber inzwischen bin ich guter Dinge, dass es gut werden wird“, sagt Grabher.

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Bei den Staatsmeisterschaften präsentierte sich Grabher am Weg zurück. Gepa

Erste Verbesserungen zeigten sich auch schon in den Ergebnissen der Rechtshänderin. In Turin zog sie erstmals nach der Verletzung wieder in ein Viertelfinale ein und blieb davor ohne Satzverlust. Doch in der Runde der letzten Vier gab Grabher nach nur 21 Minuten beim Stand von 0:5 gegen die topgesetzte Argentinierin Solan Sierra auf. Doch die Sorge der Öffentlichkeit, ob nun auch der Olympia-Start von Österreichs Nummer eins in Gefahr sein könne, ist unbegründet. „Es war nichts Schlimmes, sondern eher eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hatte zuvor zwei lange und anstrengende Matches und hatte deshalb Probleme im Unterarm. Ich wollte kein Risiko eingehen“, beruhigt die Dornbirnerin, die am Mittwoch in Richtung französische Hauptstadt aufbrechen wird. Am Freitag will sie die Eröffnungsfeier auf keinen Fall verpassen.

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Im Tennis kann alles passieren

Die erste Runde im Tennisbewerb der Damen wird am Samstag und Sonntag bestritten. Gespielt wird in Roland Garros, der Heimat der French Open. Für Grabher ist das ein besonderer Ort, auch weil sie heuer ihre Teilnahme am Grand-Slam-Turnier in Paris wegen ihrer Verletzung absagen musste. „Roland Garros ist mein Lieblingsort im Tennis. Dort zu spielen, ist etwas Besonderes. Ich freue mich extrem darauf“, zeigt sich die Dornbirnerin euphorisch. Auf wen sie in der ersten Runde trifft, wird sie erst am Donnerstag bei der Auslosung erfahren. Dass sie jedoch als Außenseiterin ins olympische Tennisturnier starten wird, steht schon vor Beginn fest. Qualifiziert hat sich die 28-Jährige dank ihres „Protected Ranking“, das sie nach ihrer Verletzung hatte. Dieses allein reichte allerdings nicht aus, um einen der 64 begehrten Startplätze zu erreichen. „Ich war in der ersten Liste ein der ersten vier Nachrückerinnen. Deshalb habe ich gewusst, wenn es körperlich ausgeht, sieht es sehr gut aus“, erinnert sich Grabher, „als es dann festgestanden ist, dass ich starten darf, habe ich mich dennoch extrem darüber gefreut. Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht. Das Olympische Turnier ist etwas ganz anderes als jedes andere Turnier. Ich spiele in Paris für mein Land.“
Trotz Außenseiterrolle fährt Grabher keinesfalls als Olympia-Touristin nach Paris: „Im Tennis kann es schnell gehen. Ich brauche die Vergleiche mit den Besten.“

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Julia Grabher im Training mit Jürgen Melzer. Gepa