Das war’s für den FC Dornbirn

Sport / 23.05.2024 • 19:29 Uhr
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Der FC Dornbirn und die Admiral 2. Liga – diese Kombination wird es vorerst nicht mehr geben. Gepa

Die Rothosen erhalten keine Zulassung für die 2. Liga. Verein hat keinen Plan B.

Wien Der erhoffte Showdown im Kampf gegen den Abstieg am letzten Spieltag der 2. Liga findet am Samstag nicht statt. Das Ständig Neutrale Schiedsgericht wies die Klage des FC Mohren Dornbirn gegen die verweigerte Zulassung ab und schickt die Rothosen damit unabhängig vom sportlichen Ausgang der Liga zurück in den Amateurfußball. „Das Schiedsgericht kam zur Ansicht, dass die Erfüllung der finanziellen Kriterien bzw. die Ausfinanzierung für die kommende Saison zum Zeitpunkt der Protestfrist vor dem Protestkomitee nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte“, begründete das dreiköpfige Gremium die Entscheidung. Der FCD war zuvor bereits zwei Mal von der Bundesliga wegen finanzieller Kriterien die Zulassung verweigert worden.

PK Akademie Vorarlberg, Fu§ball, AKA, LandesrŠtin Martina RŸscher (Sportreferentin der Vorarlberger Landesregierung) Horst Lumper (PrŠsident des Vorarlberger Fu§ballverbandes) Werner Gunz (VizeprŠsident SCR Altach) Bernd Bšsch (Vorstand SC Austria Lustenau) Hubert Domig (PrŠsident FC Dornbirn) Thomas Fricke (Obmann SW Bregenz)
Hubert Domig konnte das Ruder nicht herumreißen. Steurer

Die Dornbirner waren optimistisch zur Anhörung bei der letzten Instanz nach Wien gefahren, laut eigener Aussage hatten sie eine Sponsorenzusage in Höhe von 200.000 Euro inklusive Garantie- und Haftungserklärung in der Tasche, allerdings konnten keine Dokumente mehr nachgereicht werden.
Damit werden die Rothosen zum Saisonende unabhängig vom sportlichen Ausgang des finalen Duells mit der SV Ried an das Tabellenende der 2. Liga zurückgereiht und müssen in die Regionalliga West absteigen.
Wie es mit dem Verein weitergeht und ob er trotz eines deutlichen Minus – die Spielzeit 2022/23 wurde mit einem Verlust von 93.000 Euro abgeschlossen, dieses soll inzwischen weiter angewachsen sein – einfach in der Regionalliga weitermachen kann, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. „Wir haben noch keinen Plan B“, sagte ein konsternierter Dornbirn-Präsident Hubert Domig in einer ersten Stellungnahme nach der Entscheidung, „ich muss mich erst mit meinem Gremium beraten.“

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Das war's für den FC Dornbirn
Im Jänner 2022 hat Domig das Präsidentenamt in Dornbirn übernommen. Hartinger

Fünf Jahre 2. Liga

Sollte der Verein, der keine Spielbetriebs-GmbH ausgegliedert hat, durch den Zwangsabstieg in finanzielle Schieflage geraten und müsste sogar Konkurs anmelden, würde ein Verwalter darüber verfügen, ob und in welcher Form der Spielbetrieb fortgeführt wird. Dem Verbandsvorstand des Vorarlberger Fußballverbandes würde in diesem Fall die Entscheidung darüber obliegen, in welcher Amateurliga der Klub wieder eingegliedert würde. Am wahrscheinlichsten wäre, dass die Rothosen den Platz ihrer Juniors in der Vorarlbergliga übernehmen. Doch Stand heute werden die Dornbirner als Absteiger aus der 2. Liga wieder in der Regionalliga West andocken. Eine Spielklasse, aus der sie vor fünf Jahren aufgestiegen sind. Seither belegten sie in der 2. Liga die Ränge 12, 7, 16, 11 und aktuell 14.

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Im ersten Spiel nach dem Aufstieg 2019 empfingen die Dornbirner die Lustenauer Austria zum Derby. Gepa

Ein Absteiger weniger

Mit dem Zwangsabstieg aufgrund der Zulassungsverweigerung werden in der Messestadt Erinnerungen wach an die Saison 2009/10, als dem FC Dornbirn nach der Aufstiegssaison die Lizenz für eine zweite Spielzeit verweigert wurde. Wenige Wochen später musste der Verein damals Konkurs anmelden.
Die Rückstufung des FC Dornbirn hat weitreichende Auswirkungen auf den Abstiegskampf unterschiedlicher Ligen. In der 2. Liga wird es mit Sturm Graz II und dem SKU Amstetten maximal zwei sportliche Absteiger geben. Da sich das Ständig Neutrale Schiedsgericht erst heute mit den Klagen des DSV Leoben und Austria Salzburg beschäftigt, dürfen sowohl Sturm II als auch Amstetten weiterhin hoffen, in der zweithöchsten Spielklasse zu bleiben. In der Regionalliga West gäbe es, Stand jetzt, vier Absteiger, davon drei aus Vorarlberg – Silz/Mötz zieht sich bekanntlich freiwillig in die Regionalliga Tirol zurück.

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