
Das jähe Ende des Dornbirner Aufschwunges
Spieler und Trainer des FC Dornbirn reagierten bestürzt auf das Ende in der 2. Liga.
Dornbirn Die Nachricht, dass dem FC Dornbirn die Zulassung für die 2. Liga nicht erteilt wird, hat im Lager der Rothosen gestern schnell die Runde gemacht. Trainer und Sportdirektor Eric Orie, der mit der Mannschaft eine bis dato noch nicht gesehene sportliche Aufholjagd mit 23 Punkten aus zehn Spielen hinlegte, reagierte mit Fassungslosigkeit auf die Meldung aus Wien. „Mir fehlen wirklich die Worte“, war der Niederländer zutiefst betroffen. „Eine ganz bittere Nachricht, mehr als nur ein Nackenschlag“, ergänzte Orie und wies dabei auf die letzten Wochen hin, „in denen wir als Mannschaft gemeinsam aus einem ganz tiefen Tal heraus gekommen sind. Weil wir zusammengehalten haben – und dann erfahren wir, dass der Klub die Zulassung nicht bekommt“.
“Wir waren sicher nicht blauäugig, aber wenn dann der Todesstoß tatsächlich kommt, tut es ungemein weh”
Lars Nussbaumer
Spieler FC Dornbirn

Nackenschlag
Damit kommt der FC Dornbirn-Express, der zuletzt durch die 2. Liga rollte, prompt zum Stehen. Der sportliche Aufschwung ist somit beendet, der Abstieg besiegelt. Bitter, weil die Bremse dazu der eigene Lokführer in Person von Hubert Domig betätigte. „Dabei haben wir sportlich mit viel Vorfreude in die Zukunft geblickt. 13 Spieler, vor allem jene, die zuletzt maßgeblich an den Erfolgen beteiligt waren, hatten noch einen Vertrag für die nächste Saison. Mit punktuellen Verstärkungen waren wir alle bereit, nächste Saison in der 2. Liga durchzustarten“, hadert Orie mit dem Schicksal.
“Wir haben uns in den letzten Wochen als Team aus einem ganz tiefen Tal heraus gearbeitet, weil wir zusammengehalten haben – und dann erfahren wir, dass der Klub die Zulassung nicht bekommt, bitter.”
Eric Orie
Trainer und Sportdirektor FC Dornbirn

Bis zuletzt gehofft
Für Lars Nussbaumer, der zwei Jahre lang seine Knochen für den FCD hinhielt, kam die Botschaft nicht völlig überraschend, „weil wir ja aufgrund der Geschehnisse im Frühjahr nicht blauäugig in diese Phase gegangen sind. Aber wenn der „Todesstoß“ dann wirklich kommt, tut es trotzdem ungemein weh. Insgeheim hat man ja immer noch die Hoffnung, dass es gutgehen könnte“, gibt der 23-Jährige offen zu. Selbstredend waren alle im Team ob der Nachricht niedergeschlagen, „zumindest herrscht jetzt Klarheit, wir Spieler wissen, dass wir uns nun im nächsten Transferfenster bewegen müssen“, so Nussbaumer.
Für die letzte Partie am Samstag bei der SV Ried verspricht der zentrale Mittelfeldspieler, „dass wir seriös an das Spiel herangehen werden, abschenken werden wir sicher nichts. Wobei ich jeden Spieler verstehen kann, wenn er das Thema nicht komplett ausblenden können wird“. Was bleibt für Nussbaumer über aus seiner Zeit bei den Rothosen?: „Der Klub hat enormes Potenzial in Vorarlberg, ich habe immer sehr gerne für ihn gespielt – und erlebt habe ich hier auch einiges“.