
Das ist Vorarlbergs bester Trainer
Nicht erst seit 3:1-Heimsieg über St. Pölten: Seit Eric Orie als Chefcoach übernommen hat, fliegt der FC Dornbirn durch die 2. Liga.
Dornbirn Es sind die unvorhersehbaren, die nicht glaubwürdigen Geschichten, die den Fußball zur beliebtesten Sportart der Welt machen. Eine davon trägt sich gerade in der Messestadt Dornbirn zu. Die Rothosen, noch vor wenigen Wochen dank der Gebarungen von Präsident Hubert Domig und “seinem” Figuranten Franz Schwaiger aka Saunameister in Gottes Gnaden zur Lachnummer Vorarlbergs und Fußballösterreich verkommen, feierten eine Wiederauferstehung, die ihresgleichen sucht.
“Das Besondere an Eric ist, dass er über das ganze Jahr hinweg, egal was auch immer geschehen ist – und bei uns ist viel passiert – immer gleich geblieben ist. Er war uns Spielern gegenüber einfach immer ehrlich und authentisch. Das haben wir alle zu schätzen gewusst”
Dragan Marceta
Verteidiger FC Dornbirn über Trainer Eric Orie

Ganze zehn Punkte hatten Goalie Jakob Odehnal und Co. auf dem Konto, als Sportdirektor Eric Orie auch die Geschicke des Cheftrainers übernehmen musste. Weil Vorgänger Thomas Janeschitz von Domig und Konsorten entlassen wurde und dessen Nachfolger Roman Ellensohn nach wenigen Wochen der Aufgabe nicht gewachsen war, das Handtuch warf. Unter dem Motto “Was bleibt uns den nun anderes über?” setzte sich der Niederländer ans Ruder des sinkenden Schiffs.

Und siehe da: innerhalb weniger Tage schaffte es der 56-Jährige, dem Team den Glauben an die Wende einzuimpfen. Als ersten Akt gab es einen 4:1-Kantersieg im Derby bei SW Bregenz, der Auftakt einer Aufholjagd im ganz großen Zweitligastil.
Die Orie-Tabelle

Neun Spiele später stehen sechs Siege zu Buche, zwei Remis und nur eine Niederlage – 20 Punkte bei einem Torverhältnis von 20:10. In diesem Zeitraum war nur die SV Ried mit 21 geholten Punkten besser, die Admira schaffte ebenfalls 20 Zähler. Nur zum Vergleich: Rivale SW Bregenz holte in diesem Zeitraum sage und schreibe einen Zähler.
Authentisch und glaubwürdig
Spricht man mit den Spielern des FC Dornbirn ist klar herauszuhören, dass Orie die Sprache der Kicker versteht. “Das Besondere an Eric ist, dass er über das ganze Jahr hinweg, egal was auch immer geschehen ist – und bei uns ist viel passiert – immer gleich geblieben ist. Er war uns Spielern gegenüber einfach immer ehrlich und authentisch. Das haben wir alle zu schätzen gewusst”, erklärt Verteidiger Dragan Marceta.

Große Kniffe musste sich Orie bei seiner Übernahme als Trainer gar nicht einfallen lassen, erzählt Marceta weiter: “Mit der ersten Ansprache von ihm war eigentlich alles gesagt. Da hat er jedem seine Rolle im Team gegeben und danach in den Trainings jedem Kicker vermittelt, wie er seine Stärken in die Mannschaft einbringt. Und wir sind diesen Weg mitgegangen. Was dabei herauskommt, sieht man jetzt. Wobei ich es manchmal selber nicht glauben kann, was für eine Serie wir da gerade hinlegen”.
“Es mag vielleicht für Außenstehende aussehen, als ob uns die Probleme des Vereins nicht berühren, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Umstände belasten uns schwer, geht an keinem spurlos vorbei. “
Dragan Marceta
Verteidiger FC Dornbirn
In Anbetracht der Umstände, der FC Dornbirn muss vor dem Ständig Neutralen Schiedsgericht um die Zulassung für die 2. Liga kämpfen, ist der Auftritt der Rothosen unter Orie nicht hoch genug einzuschätzen. “Es mag vielleicht für Außenstehende aussehen, als ob uns die Probleme des Vereins nicht berühren, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Umstände belasten uns schwer, geht an keinem spurlos vorbei. Aber wir haben uns geschworen, alles zu unternehmen, um die Saison so gut wie möglich abzuschließen. Denn nur das können wir beeinflussen”, lässt Marceta tief blicken.
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Deshalb hat er vor den letzten beiden Gegner DSV Leoben (Montag, 16 Uhr, Birkenwiese) und SV Ried (25. Mai, 17.30 Uhr in Ried) keine Angst. “Eine Mannschaft vor uns werden wir noch einholen, davon bin ich überzeugt”, so der Verteidiger. Gemeint ist damit SW Bregenz und SV Stripfing. Wird seinen Trainer bzw. Sportdirektor bzw. “Mister FC Dornbirn” freuen. Denn eines ist klar: Sollte der FCD nicht absteigen, darf sich der Niederländer über sein wohl größtes Husarenstück seiner Laufbahn freuen. Ausgenommen der “Affäre” mit dem Saunameister.