Ein blaues Auge und ein Punkt für Altach

Gegen Austria Wien kam Altach mit einem blauen Auge davon. Denn das Remis (1:1) wurde erst in der Nachspielzeit sichergestellt. Auch die Konkurrenz im Abstiegskampf punkte. Tirol holte ein 1:1, die Austria Lustenau spielte in Linz 0:0.
Altach Die Worte vor dem Spiel hatten viel versprochen, nach vorne wollte man sich orientieren. Doch auf dem Feld war nicht viel zu sehen. So wird es der Cashpoint SCR Altach schwer haben, nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen zu müssen. Zu pomadig wirkte das Offensivspiel, zu viel Raum wurde dem Gegner zwischen den Formationen gegeben. Und so war man in vielen Szenen zu spät. Erst in den letzten zehn Minuten schafften es die Hausherren, Druck auf den Gegner aufzubauen. Lange umsonst, ehe dann doch noch der verdiente Punktgewinn (1:1) unter Dach und Fach gebracht werden konnte.
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Es war eine spannende Anfangsphase, doch danach konnten beide Mannschaften das anfängliche Versprechen nicht mehr halten. Dabei hatte die Austria spielerisch zwar Vorteile, doch war in Hälfte eins wenig Fußball zu sehen. Dabei jubelte Altach schon nach 39 Sekunden. Denn Gustavo Santos hatte nach einem herrlichen Pass in die Tiefe von Sandro Ingolitsch den Ball im Tor untergebracht. Doch die Fahne von SR-Assistent Daniel Trampusch ging nach oben – und der Treffer wurde zum VAR-Thema. Am Ende waren es Zentimeter, die auf “kein Tor” entschieden. Wieder einmal wurde im Keller gegen Altach entschieden. War es doch – trotz Linie – eine Situation, die auch positiv für die Heimischen hätte ausgehen können. Im Zweifel für den Angreifer . . . das war einmal.

In Minute neun dann der umgekehrte Fall. Der VAR revidierte die Abseitsentscheidung zugunsten der Austria. Und das zu Recht, dann Torschütze Dominik Fitz stand nicht im Abseits. Dieses hatte Ingolitsch, der zu spät nach vorne lief, aufgehoben. Damit führten die Wiener früh mit 1:0 – und Altach tat sich damit schwer. Zwar wirkte die Mannschaft sehr engagiert, doch viele Fehlpässe im Spielaufbau ließen keinen Fluss zu. Torraumszenen waren in der Folge Mangelware – und das auf beiden Seiten. So wurde die Austria nur noch einmal gefährlich, als Constantin Reiner in Minute 45 einen Kopfball von Tin Plavotic vor der Linie klärte. Besonders pikant: Beide hatten einst gemeinsam für Ried gespielt
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Admiral Bundesliga
Qualifikationsrunde
1. Spieltag
Cashpoint SCR Altach vs FK Austria Wien 1:1 (0:1)
Altach, Cashpoint Arena, 4079 Zuschauer, SR Markus Hameter (NÖ)
Torfolge: 9. 0:1 Fitz, 90./+ 5 1:1 Lukas Gugganig
Gelbe Karten; 19. Koller (Altach), 25. Fischer (Austria Wien), 45./+ 2 Demaku, 52. Gebauer, 76. Lukas Gugganig, 88. Nuhiu (alle Altach), 90./+ 7 Ranftl (Austria Wien/alle Foulspiel)
Rote Karte: 90./+ 7 Standfest (Trainer/SR-Kritik)
Cashpoint SCR Altach (4-3-3) Stojanovic – Ingolitsch (58. Lukas Gugganig), Reiner, Koller, Ouédraogo – Fadinger, Jäger (68. Bahloul), Demaku – Gebauer, Gustavo Santos, Jan Jurcec (58. Nuhiu)
FK Austria Wien (3-4-3) Früchtl (3-4-3) Früchtl – Handl, Plavotic, Meisl – Ranftl, Fischer, Krätzig, Guenouche (65. Wels) – Gruber (65. Huskovic), Fitz (90./+ 1 Holland), Vucic (83. Schmidt)
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Umstellungen
Blieb zur Pause alles beim Alten, so reagierte Standfest nach 58 Minuten. Mit Atdhe Nuhiu schickte er für den schwachen Jan Jurcec einen zweiten Zentrumsstürmer auf das Feld und mit der Einwechslung von Lukas Gugganig wurde die Abwehr auf einer Dreierreihe umgestellt. Also noch mehr Risiko. Und schon drei Minuten später war es Gustavo Santos, der Austria-Goalie Christian Früchtl mit einem Schuss erstmals zu einer Abwehr zwang. Die Systemumstellung fruchtete also schnell.

Allein die Torchancen blieben weiter Mangelware. Altach vermochte keine Torgefahr zu erzeugen. Und so reagierte Standfest ein weiteres Mal. Mit der Herausnahme von Kapitän Lukas Jäger (68.) ging er “all in”. Für den defensiven Mittelfeldspieler schickte er mit Sofian Bahloul einen weiteren Offensivspieler auf das Feld. Und Altach kam zu einer Chance. So zwang Gustavo Santos (79.) Früchtl erneut zum Eingreifen. Und als der Goalie den Ball ausließ, war erneut Santos zur Stelle. Der Brasilianer aber wurde eingeklemmt und von Manfred Fischer auch zu Fall gebracht. Allein für die Unparteiischen war es kein Elfmetervergehen.

Hektik
Und so wurde es eine hektische Schlussphase. Allein der Fußball kam zu kurz und Altach fand keinen Spielfluss mehr. Viele Zuschauer verließen schon vorzeitig ihre Plätze. Doch sie sollten noch die besten Szenen verpassen. Denn in Minute 97 war es der eingewechselte Lukas Gugganig, der nach einer erneut elfmeter-verdächtigen Szene an Santos den Ball über die Linie drückte. Und Sekunden vor Schluss rückte erneut Schiedsrichter Markus Hameter in den Mittelpunkt, als er erst einen Freistoß für Altach pfiff, dann aber die Ausführung mit dem Schlusspfiff verhinderte. Sehr zum Ärgernis von Altach-Coach Joachim Standfest, der sich beim Schiedsrichter beschwerte und dafür Rot sah. Damit ist er zumindest ein weiteres Spiel gesperrt.