Deshalb verhinderte der Regen ein Weltcup-Comeback

Sport / 06.03.2024 • 18:15 Uhr
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Christian Hirschbühl war bereit, doch Regen in Kranjska Gora verhinderte das Weltcup-Comeback des 33-Jährigen noch in dieser Saison. gepa

“Mach’s gut und viel Spaß.” Mit diesen Worten im Ohr hatte sich Christian Hirschbühl auf den Weg nach Kranjska Gora gemacht. Doch das Wetter machte dem Lauteracher einen Strich durch die Rechnung.

Lauterach Mit Glückwünschen und auch innerer Neugier im Gepäck war Christian Hirschbühl ins Auto gestiegen. Auf den 33-Jährigen warteten nach langer Absenz im Weltcup noch zwei Trainingstage mit dem Team, ehe dann die Anreise nach Kranjska Gora erfolgen sollte. „Sollte“, weil ihn nur wenig später die Absage aus Slowenien erreichte. Anhaltender Regen sorgte nicht nur für das Streichen des Riesentorlaufs, auch der Slalom musste abgesagt werden.

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Zwei Jahre lang waren die Krücken über Monate hinweg Wegbegleiter für Christian Hirschbühl. VN

„Mach’s gut“ und „Viel Spaß“ hatte ihm seine Gattin mit auf den Weg gegeben. Und diesen Spaß wird der Vorarlberger auch wegen seines verhinderten Comebacks nicht verlieren. Auch wenn ihn die Nachricht von der Absage schmerzte. Doch ein Jahr will er noch dranhängen. Weil er in den vergangenen Monaten – am 26. Dezember 2023 stand er nach fast zwei Jahren erstmals wieder auf Skiern – gespürt hat, „dass ich es noch drauf hab‘ “.

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<p class="caption">Christian Hirschbühl kämpft mit dem Ball.</p>

Lange Leidenszeit

Dabei konnte zum Zeitpunkt seiner Verletzung, beim Slalom in Wengen 2022, niemand ahnen, welche Konsequenzen der Bruch des rechten Sprunggelenks nach sich ziehen wird. Hatte er doch nur kurze Zeit davor seinen ersten Weltcupsieg auskosten dürfen. Noch dazu in der Heimat, denn Christian Hirschbühl gewann in Zürs den Parallelbewerb. „Das war schon eine brutale Watsch’n damals“, sagt er heute ohne große Emotionen.

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Der ersten Operation folgte der Weg zurück. Immer begleitet von Schmerzen, wie Hirschbühl erzählt. „Bis Mai bin ich nur auf Krücken gelaufen.“ Dann kam die Sommervorbereitung – und die bittere Erkenntnis: „Es machte keinen Sinn“, blickt er zurück. Hirschbühl musste ein zweites Mal unters Messer und seitens der Ärzte gab es keine Garantie, dass er jemals wieder in den Spitzensport zurückkehren wird können. Das Wichtigste für ihn war jedoch, wieder ohne Gelenkschmerzen normal gehen zu können. Es folgte am 6. Jänner 2023 der zweite Eingriff, der mehr als acht Stunden dauerte und zwei Chirurgen beschäftigte.

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Der ausgebildete Polizist ist der PI Dornbirn zugeteilt. VN

Die Erlösung

Und wieder war Geduld gefragt und wieder waren die Krücken monatelang seine Begleiter. „Da passiert etwas mit dir“, erzählt er von „deprimierenden Stunden“ und davon wie wichtig in dieser Zeit der Rückhalt seiner Familie war. „Vor allem meine Frau hat einiges aushalten müssen. Du stellst dir in einer solchen Situation viele Fragen. Mein Glück war vielleicht, dass ich in meiner Sportler-Naivität immer daran geglaubt habe, es noch einmal schaffen zu können.“ Selbst die Tatsache, „nicht mehr 20“ zu sein, habe ihn nicht an positivem Denken gehindert. Maßgeblichen Anteil daran hätten auch viele Wegbegleiter gehabt, vom Therapeuten bis hin zum Comeback-Trainerteam im ÖSV.

Deshalb verhinderte der Regen ein Weltcup-Comeback

Am 26. Jänner des Vorjahres durfte Hirschbühl endlich wieder das Gefühl, auf Skiern zu stehen, genießen. „Ich hatte im Kopf, in Wengen, wo die Verletzung passiert ist, zurückzukehren. Das ist sich nicht ausgegangen. Auch für Amerika war es noch zu früh.“ Doch es folgten weitere Schneetage („Ich habe etwa zehn Slalomtage, also Stangentraining, in den Beinen“) und das Wiedersehen mit alten Weggefährten. Etwa mit Dominik Raschner, den er in Zürs bei seinem Weltcupsieg noch bezwungen hatte.

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Kranjska Gora nun sollte den Wendepunkt darstellen. Hirschbühl war bereit, wieder anzugreifen, war voller Vorfreude, mit einer Startnummer jenseits der 30 den Vergleich mit der Weltklasse zu wagen. Jetzt muss er sich wieder gedulden. Auf ihn wartet eine lange Vorbereitung über den Sommer hinweg. Doch er ist motiviert, will noch einmal kämpfen. Ohne jetzt zu wissen, wie sich die Kadersituation gestalten wird. Doch er ist vorbereitet, hat sich auch in den letzten beiden Monaten die Skier selbst präpariert. Und er sagt: „Ich glaube an mich.“