Winterschlaf abschütteln

Torflaute und 2024 noch sieglos. Am Sonntag nun das Heimspiel gegen den Tabellendritten. In Altach aber hält man am Matchplan fest: Mit spielerischen Mitteln will man sich aus der Ergebniskrise verabschieden.
Altach Es ist an der Zeit. Der Blick auf die Punkteausbeute trübt in Altach die nach wie vor spürbare Aufbruchstimmung rund um den sportlichen Output. Es scheint jedoch, dass der Erneuerungsprozess doch mehr Geduld erfordert, um auch nachhaltig – heißt tabellarisch – Niederschlag zu finden. Zuweilen verursacht der Lernprozess Schmerzen, wie zuletzt geschehen im Heimspiel gegen Hartberg.

Die Auswirkungen sind fatal, fehlen Altach im sonntägigen Heimspiel (17 Uhr) gegen den LASK mit Gustavo Santos und Joachim Standfest doch ein wichtiger Stürmer sowie der Cheftrainer wegen Rot- bzw. Gelbsperre. “Ich habe das Regelwerk studiert. Ich darf den Stadion-Innenraum ab 30 Minuten vor Anpfiff nicht mehr betreten und muss das Spiel von der Tribüne aus ansehen”, klärt der Coach auf. Auch eine Kommunikation mit der Bank sei während des Spiels und in der Halbzeit nicht gestattet.
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Der 43-Jährige ist allerdings auch selbstkritisch genug, um seinen emotionalen Auftritt nach dem Spiel nicht zu hinterfragen. “Das war sicherlich nicht mein bester Auftritt”, blickt Standfest auf seinen TV-Auftritt zurück. Sich so von Emotionen leiten zu lassen, sei ein Fehler gewesen. Das betreffe auch die etwas schärfere Tonlage gegen die Mannschaft. “Das ist nicht meine Art und das habe ich mit den Spielern besprochen. Ich hoffe, es war das erste und das letzte Mal”, zieht der 43-Jährige seine Lehren daraus. Und das Thema Schiedsrichter? “Dazu werde ich mich nicht mehr äußern.” Selbst die doch etwas dubiose Klarstellung des VAR zum Ausschluss gegen Gustavo Santos wo von “brutaler Weise . . .” und dann “es liegt kein Treten vor . . .” will er nicht kommentieren. Vielmehr gilt seine Konzentration der eigenen Mannschaft, bzw. liegt der Fokus voll auf dem LASK-Spiel.
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Auch Jan Jurcec fehlt
Personell muss Standfest im Spiel gegen den Tabellendritten gleich zwei Stürmer vorgeben. Neben Gustavo Santos fällt auch Jan Jurcec. Der 23-Jährige liegt mit einer Grippe flach. Damit rückt Routinier Atdhe Nuhiu in den Mittelpunkt. Mit seinen 34 Jahren hat der Angreifer schon so manchen Negativlauf erlebt. Deshalb macht ihn die Torflaute, insbesondere der Stürmer nicht nervös. “Ruhe bewahren”, lautet seine Ansage. Wohl wissend, dass die nackte Statistik – nur vier der 16 Saisontore wurden von Stürmern, Santos (3), Nuhiu (1) erzielt – wenig Hoffnung schürt.
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Die mangelhafte Torausbeute ist das eine, ganz anders erweist sich jedoch das Zahlenspiel bei “Hohen Ballgewinnen”. Nicht weniger als 27 Schüsse stehen nach Balleroberungen innerhalb von 40 Metern vor dem gegnerischen Tor zu Buche. Nur Tabellenführer RB Salzburg (30) wird in dieser Tabelle mit einem besseren Wert geführt. “Wir machen ja doch nicht alles falsch”, findet Nuhiu einen leicht sarkastisch angehauchten Zugang dazu.
Admiral Bundesliga
21. Spieltag
Cashpoint SCR Altach vs LASK Linz Sonntag
Altach, Cashpoint Arena, 17 Uhr, SR Walter Altmann (T)
Teamnews
CASHPOINT SCR ALTACH
AUFSTELLUNG (4-3-1-2) Stojanovic – Ingolitsch, Reiner, Koller, Lukacevic – Demaku, Jäger, Bähre – Fadinger – Gebauer, Nuhiu
ERSATZ Schützenauer – Ouédraogo, Diawara, Lukas Gugganig, Estrada, Bahloul, Felix Strauss
ES FEHLEN Reiter, Prietl (beide rekonvaleszent), Jan Jurcec (krank), Gustavo Santos (gesperrt)
LASK LINZ
AUFSTELLUNG (4-2-3-1) Lawal – Ziereis, Andrade, Talovierov – Flecker, Horvath, Jovicic, Bello – Ljubicic, Valon Berisha, Bello
ERSATZ Siebenhandl – Pintor, Ba, Havel, Luckeneder, Usor, Copado
ES FEHLEN Zulj, Stojkovic (beide gesperrt), Ljubic, Renner, Mustapha (alle verletzt)
Diesen Spielansatz wollen die Altacher auch gegen den LASK praktizieren. Und das wohl mit Nuhiu von Beginn an. Zuletzt musste Altachs Nummer neun zweimal auf der Ersatzbank Platz nehmen. Den Kopf darüber zerbrechen ist jedoch nicht sein Ding. “Wir haben 25 Leute im Kader und jeder will spielen. Der Trainer stellt die bestmögliche Mannschaft auf und das ist zu respektieren. Wir sind da, um Spiele zu gewinnen. Alles andere ist nebensächlich. Wenn man mich braucht, das weiß der Trainer, dann hau’ ich mich zu hundert Prozent rein und das zählt.” Wichtiger, so Nuhiu, sei es, sich damit zu befassen, im Spiel hinter die Pressing-Linie der Linzer zu kommen. “Das ist uns schon in Linz gut gelungen. Das wollen wir wiederholen. Dieses Mal aber die Punkte bei uns lassen.”