Der wilde Westen fängt in Dornbirn an

Chaos pur beim FC Dornbirn. Neuer Trainer Roberto Pätzold nach nur zwei Tagen wieder Geschichte – so wie “Sportberater” Franz Schwaiger.
Dornbirn Jetzt wird es richtig interessant beim FC Dornbirn. Nachdem Präsident Hubert Domig am Montag im Alleingang Trainer Thomas Janeschitz von seinen Aufgaben entbunden und ihn freigestellt hatte, verwies der 62-Jährige darauf, dass am kommenden Samstag in einer großen Präsentation die Rahmenbedingungen zum Umbruch im Verein dargestellt werden. “Es wird einige Überraschungen geben”, prophezeite Domig in der Dienstag-Ausgabe der VN.
“Pätzold hat dem Verein eine Deadline bezüglich Bezahlung gesetzt, die ist am Mittwoch um 12 Uhr Mittags verstrichen. Daher hat er wieder die Heimreise angetreten.”
Hubert Domig, Präsident FC Dornbirn

Neuer Cheftrainer weg, Glaube an Investition da
Die erste Überraschung kam aber bereits heute: Neo-Trainer Roberto Pätzold ist nach nur zwei Tagen im Amt schon wieder Geschichte. Der Grund dafür: “Pätzold hat dem Verein eine Deadline bezüglich Bezahlung gesetzt. Die endete am Mittwoch Mittag. Da kein Geld in seine Richtung geflossen ist, weil wir die versprochene Investition selbst noch nicht bekommen haben, hat Pätzold seine Zelte eben wieder abgebrochen”, erklärt FCD-Präsident Hubert Domig.
Dennoch hält Domig an den Versprechen der Investoren fest, Geld in den Verein zu pumpen. “Das habe ich schwarz auf weiß, wir rechnen damit, dass wir die Gelder nächste Woche anvisieren können. Also alles ist gut”, so der Präsident, der preisgibt, “dass es sich um eine innerösterreichische Firma handelt, die hier in Vorarlberg einen Standort aufbauen will. Mehr sage ich aber nicht dazu.”

Sportlich wird im Frühjahr Co-Trainer Roman Ellensohn das Sagen als Chef haben, soll die Rothosen in der 2. Liga halten. Davon ist Domig vollends überzeugt, “weil wir eine gute Mannschaft haben und Roman hat schon gezeigt, dass er die Fähigkeiten dafür hat. Zudem haben wir Renan wieder verpflichtet, er wird uns sicher weiterhelfen.” Der Brasilianer kommt laut Präsident ablösefrei aus Südkorea zurück.
Dubioser Sportberater wieder Geschichte
Abgelöst wurde aber dafür “Sportberater” Franz Schwaiger. Der ominöse Vermittler des großen Investors, dessen Name Domig noch nicht nennen will, hat mit den Agenden des Klubs nichts mehr zu tun. “Er hat uns den Deal eingefädelt, aber wird in Zukunft nicht mehr für den Klub arbeiten. Da hat es in den letzten Tagen etwas Krach gegeben bezüglich Umgangston seinerseits. Deshalb wird es mit ihm keine Zusammenarbeit mehr geben, “bestätigt der Macher der Rothosen. Entlohnt für die Vermittlung soll Schwaiger von der Investorenfirma werden, “nicht vom FC Dornbirn.”

Schwaiger selbst verhielt sich gegenüber den VN kryptisch. Davon, dass er nicht mehr für den FC Dornbirn tätig wäre, war in dem kurzen Austausch mit ihm per SMS nicht herauszulesen. Zu einem Telefonat mit ihm kam es nie.
Geldstrafe für fehlende Fortbestandsprognose
Der Klub befindet sich also in unruhigen Gewässern, darüber, warum sich Präsident Hubert Domig auf Vermittler wie Franz Schwaiger einließ, kann man nur spekulieren. Fakt ist, der Verein ist finanziell angeschlagen, die 93.000 Euro Schulden aus dem letzten Geschäftsjahr scheinen schwer zu drücken. So ließen die Dornbirner sogar den Termin für die Abgabe einer finanziellen Fortbestandsprognose (Mittwoch, 31. Jänner 2024), die aufgrund der Schulden aus dem letzten Jahr verpflichtend ist, an die Bundesliga verstreichen. Da muss der Klub mit einer Geldstrafe rechnen.