Starker ÖSV-Auftritt beim Abfahrtssieg von Shiffrin

Sport / 10.12.2023 • 20:00 Uhr
Gewann nach langer Zeit wieder eine Abfahrt: Mikaela Shiffrin.apa
Gewann nach langer Zeit wieder eine Abfahrt: Mikaela Shiffrin.apa

Conny Hütter fuhr in St. Moritz auf den vierten Platz.

St. Moritz Bei einer geschlossen starken Teamleistung hat es für Österreichs Abfahrerinnen in St. Moritz am Samstag knapp nicht zu einem Podestplatz gereicht. Cornelia Hütter schrammte als Vierte um elf Hundertstelsekunden an ihrem zweiten Stockerl en suite vorbei, der Sieg im Abbruch-Rennen ging an Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin verwies in der ersten Saisonabfahrt Italiens Speed-Queen Sofia Goggia (+0,15 Sek.) und deren Landsfrau Federica Brignone (+0,17) auf die Plätze.

Nächster Langzeitausfall

Die Österreicherinnen Mirjam Puchner als Fünfte (+0,39) und Stephanie Venier als Siebente (+0,58) hinter der deutschen Überraschungsfrau Emma Aicher (+0,43), zeigten im zweiten von drei Speed-Rennen an diesem Wochenende ebenfalls auf. Ariane Rädler wurde 16., Christina Ager konnte ihre Trainingseindrücke als 21. nicht bestätigen. Nina Ortlieb fehlte. Die Vize-Weltmeisterin aus Vorarlberg hatte sich am Vortag vor dem Super-G den Unterschenkel gebrochen. Mit Elisabeth Reisinger kam ein weiterer Langzeitausfall hinzu. Die 27-jährige Mühlviertlerin riss sich bei einem Sturz zum bereits dritten Mal das Kreuzband und fällt für die weitere Saison aus. Nach einer längeren Pause wurde das Rennen nach 35 Fahrerinnen wegen schlechter Sicht aus Sicherheitsgründen gestoppt. Das Ergebnis wurde regelkonform gewertet.

„Wenn man als Vierte durchs Ziel fährt, ist man natürlich enttäuscht. Aber dann musste ich mich doch freuen, weil es einfach ein gutes Resultat ist“, sagte die Steirerin am Tag nach ihrem zweiten Platz im Super-G. „Ich wusste, ich bin drei Kurven nicht gnadenlos am Limit gefahren.“ Mit Bestzeit im vierten Sektor machte sie es im Finish noch einmal enorm spannend. Unter dem Strich steht für Österreichs Speed-Primadonna ein Topstart in die Saison.

Kaiserwetter

Shiffrin baute den Vorsprung im Gesamtweltcup mit ihrem ersten Abfahrtssieg seit März 2022 aus. Petra Vlhova ließ das Rennen aus, Lara Gut-Behrami verpasste die Top Ten. Neue Zweite ist die zweifache Saison-Siegerin Brignone, die auch im sechsten Einsatz unter die Top sechs kam. „Es lief so, wie ich gehofft hatte“, bemerkte Shiffrin nach ihrem vierten Sieg im Abfahrtsweltcup, dem insgesamt 91. ihrer schillernden Karriere. „Viele Frauen werden am Renntag noch viel schneller. Ich war nach dem Training nicht sicher, ob alles so bleibt. Ich bin wirklich sehr zufrieden“, erklärte die Zweite des Abschlusstrainings. Das Schlechtwetter verzog sich über Nacht, der Ski-Nobelort glänzte mit Kaiserwetter. Shiffrin spielte ihre Klasse im technischen Mittelteil aus. Puchner konnte mit dieser Topsektorzeit nicht mithalten (+0,71), gehörte dank ihrer Gleitfähigkeiten aber oben und unten zu den Allerschnellsten. „Ich habe zu viel nachgedacht und Tempo rausgenommen in dieser Passage“, sagte die Salzburgerin über ihren Mittelteil. „Es war deutlich besser als gestern. Es passt fürs erste Abfahrtsrennen.“ Luft nach oben sah sie allemal. „Es ist nicht schlecht, aber ich weiß, dass ich absolut mehr draufhabe.“

„Zuerst war ich über Platz vier enttäuscht, doch es ist am Ende ein super Resultat.“