Altach überstand Sturmlauf glimpflich

Sport / 10.12.2023 • 21:19 Uhr
Gustavo Santos (gegen Gazibegovic) hatte Pech mit einem Pfostentreffer.gepa
Gustavo Santos (gegen Gazibegovic) hatte Pech mit einem Pfostentreffer.gepa

Zum Jahresausklang setzte es für Altach eine 0:1-Niederlage in Graz. Die Rheindörfler bleiben Tabellenzehnter.

Graz Mit Spiel Nummer 33 endete für den Cashpoint SCR Altach ein überaus emotionales Fußballjahr. Ein versöhnlicher Abschluss blieb aus, denn es setzte gegen Angstgegner Sturm in Graz de 16. Niederlage im Jahr 2023, die fünfte in einem Auswärtsspiel in der laufenden Saison. Mit dem 0:1 waren die Rheindörfler am Ende gut bedient, denn die Steirer dominierten die Partie von der ersten Minute an.

Sturm mit Chancenfestival

Für Altach gab es in Hälfte eins keine Erholungsphasen. Denn nach einem fast überfallsartigen Beginn mit dem schnellen Tor von Seedy Jatta hielt der Druck der Grazer während der gesamten Halbzeit an. Gerade einmal 91 Sekunden waren in der Merkur Arena gespielt, als der 20-jährige Sturm-Angreifer nach seiner Verletzungspause (Muskelfaserriss) ein traumhaftes Comeback feierte. Allerdings mit tatkräftiger Unterstützung der Vorarlberger, deren Defensive nach einem abgefangenen Ball und Pass von David Schnegg völlig aufgelöst war. Auch Paul Koller kam zu spät und Jatta schob das Leder vorbei an Dejan Stojanovic ins kurze Eck – 1:0.

Geschockt vom frühen Rückstand fand Altach nicht mehr seine Linie. Weil praktisch alle zweiten Bälle verloren gingen, weil das Leder in den eigenen Reihen kaum einmal über drei Stationen lief und weil Sturm zielstrebiger und aggressiver auftrat. Und so brannte es im Strafraum der Rheindörfler fast im Dreiminutentakt lichterloh. Ein Stangenkopfball von Gorenc-Stankovic (6.) sorgte für die nächste brenzlige Situation. Und der Grazer Defensivmann sorgte weiter für Unordnung in der SCRA-Abwehrreihe. Doch er verpasste erneut (18.) einen weiteren Treffer, zudem klärte Paul Koller (27.) einmal per Kopf. In der Nachspielzeit war es dann Torhüter Stojanovic, der einen Sarkaria-Schuss sehr gut parierte.

Nur einmal war auch Altach vor dem Seitenwechsel gefährlich. Als sich Gustavo Santos nämlich nach 14 Minuten ein Herz fasste und schoss, die Torumrandung jedoch einem Treffer des Brasilianers im Wege stand.

Zur Pause blieb Christian Gebauer in der Kabine. Nach einem Schlag auf das Sprunggelenk kurz vor dem Halbzeitpfiff entschied sich Standfest für die Vorsichtsmaßnahme und brachte Sandro Ingolitsch für den Tiroler. An der Spielcharakteristik änderte sich jedoch nichts. Sturm agierte, Altach reagierte – und das meist zu spät. So stand Stojanovic noch mehr im Mittelpunkt.

Stojanovic gegen Sturm

Und der 30-jährige Schlussmann hielt seine wankenden Vordermänner am Leben. So rettete er 65 Sekunden nach Wiederanpfiff mit toller Fußabwehr gegen Jatta. Wenig später (49.) verkürzte er den Winkel gegen Tomi Horvat, sodass dieser den Ball neben das Tor setzte. Keine 60 Sekunden später tauchte Manprit Sarkaria allein vor Stojanovic auf – und der Sturm-Spieler vergab in Minute 52 die nächste hochkarätige Möglichkeit der Grazer.

Das 0:1 nach 60 Minuten schmeichelte Altach, auch wenn Dominic Reiter nach Gustavo-Vorarbeit kurz zuvor (57.) mit seinem Abschluss an Keeper Kjell Scherpen scheiterte. Zu dem Zeitpunkt war Mike Bähre auf Altacher Seite schon nicht mehr dabei. Eine Vorsichtsmaßnahme von Coach Standfest, war der Deutsche doch Gelb-Rot gefährdet. Allein der Sturmlauf der Grazer hielt an. Freude daran fand nur Stojanovic, der zur unüberwindbaren Mauer wurde. So hielt er auch den eingewechselten Wlodarczyk in Schach, als dieser vor ihm auftauchte (66.). Und so war es am Ende eine Niederlage, die glimpflich ausfiel.

Nur phasenweise habe man heute sein Können gezeigt, meinte nach dem Spiel Lukas Jäger. Allerdings ärgerte sich der SCRA-Kapitän auch über den Unparteiischen und dessen Gelb-Flut sowie dessen Entscheidungen. „Nicht zum ersten Mal“, meinte Jäger. Für Dejan Stojanovic war es „ein schwieriges Spiel gegen einen guten Gegner, der uns viel abverlangt hat. Und das auf einem schwer zu bespielenden Platz.“ Die Saison habe viele „Auf und Abs gebracht. Wir haben vieles gut gemacht, aber müssen auch noch vieles verbessern.“

Sturms Otar Kiteishvili (links) scheitert mit einer guten Chance an SCRA-Abwehrchef Lukas Gugganig sowie Torhüter Dejan Stojanovic.apa
Sturms Otar Kiteishvili (links) scheitert mit einer guten Chance an SCRA-Abwehrchef Lukas Gugganig sowie Torhüter Dejan Stojanovic.apa