Von der Pflicht des Siegens

Im Lager von Austria Lustenau ist man sich bewusst, dass nur ein Derbysieg zählt. Dafür sieht man sich gerüstet.
Lustenau Auf der Pressekonferenz vor dem großen Ländlederby zum Abschluss des Jahres traf man mit Interimstrainer Alexander Schneider und Verteidiger Darijo Grujcic auf zwei Vertreter der Austria, die vor dem Spiel des Jahres in Vorarlberg viel Zuversicht versprühten. Ob dies aufgrund der mageren Ausbeute in der aktuellen Saison (erst drei Punkte, noch kein Sieg) gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Doch Mut kann man bekannterweise nicht kaufen. Diesen habe man sich laut Schneider vor allem in der ersten Halbzeit bei der 0:2-Niederlage bei Sturm Graz letzte Woche geholt: „In meinen Augen war nicht nur die erste Halbzeit stark, sondern insgesamt 60 Minuten. Auf diesen wollen wir aufbauen und gehen dementsprechend motiviert ins Derby.“ Verteidiger Grujcic schlägt in die gleiche Kerbe: „Es war auf dem Rasen richtig erfrischend, wie wir gespielt haben. Klar, haben wir uns nicht belohnt, aber das wollen wir nun in Altach. Das Ziel ist ganz klar: So auftreten wie in Graz, dann schauen wir, was herauskommt.“
„Mut, Wille und Emotionalität gepaart mit einer großen Portion Frechheit. Das hat uns ausgezeichnet, so wollen wir in Altach mehr als nur bestehen.“
Alexander Schneider. Interimstrainer Austria Lustenau

Den Geist wieder aus der Flasche holen
Schneider hat seiner Mannschaft unter Woche bereits eingebläut, wie seine Elf in Altach als Sieger herausgeht: „Indem wir uns auf unsere Stärken besinnen. Die liegen klar im spielerischen Bereich“, so der Deutsche, der eines versprach: „Wir werden keine Abwehrschlacht liefern.“ Klingt im ersten Moment mit Blick auf die bislang gezeigten Leistungen keineswegs als Drohung, doch Schneider will den Geist der letzten Saisonen im Team wecken. „Mut, Wille und Emotionalität gepaart mit einer großen Portion Frechheit. Das hat uns ausgezeichnet, so wollen wir in Altach mehr als nur bestehen“, gibt der 30-Jährige als Marschroute vor.

Fokus auf die spielerische Note
Denn, „konzentrieren wir uns nur darauf, den Altachern in Sachen Körperlichkeit Paroli zu bieten, wird es schwer für uns. Da sehe ich sie im Vorteil, weil mit Spielern wie Lukas Gugganig, Adthe Nuhiu, Gustavo Santos, Paul Koller oder Lukas Jäger in deren Reihen stehen, die an Robustheit kaum zu schlagen sind. Schaffen wir es, dies durch viel Emotion auszugleichen und eine Schippe unserer spielerischen Note draufzulegen, können wir als Sieger herausgehen“, erklärt der Interimscoach. Und einen Sieg braucht es laut Schneider auch, „weil ich es gewinnen will. Alles andere wäre ja gelogen.“


Die Frage des Drucks
Ob nun Altach oder die Austria den größeren Druck verspüre, ist für den 30-Jährigen nicht von Belang. Davon aber zu sprechen, dass die Seinen weniger Last zu tragen haben vor dem Spiel des Jahres, will er aber nichts hören: „Wir sind Letzter, haben noch keinen Sieg in der Tasche, liegen zehn Punkte hinter Altach. Favorit sind wir sicher nicht.“ Doch dem Sportdirektor und Interimscoach in einer Person ist auch bewusst, dass man den großen Konkurrenten mit einem Sieg tief in den Abstiegskampf holen würde. Alleine deshalb ist ein voller Erfolg Pflicht.