Zwei Kopfstöße waren einer zu viel

Sport / 29.11.2023 • 17:20 Uhr
In Innsbruck lieferte sich Cédric Lacroix eine Schlägerei mit Lukas Bär. <span class="copyright">HCI/Papaconstantis</span>
In Innsbruck lieferte sich Cédric Lacroix eine Schlägerei mit Lukas Bär. HCI/Papaconstantis

Cédric Lacroix steht bei den Pioneers vor dem Rauswurf.

Feldkirch „Er ist ein Spieler, gegen den niemand spielen will“, hatte Pioneers-Headcoach Dylan Stanley im Mai bei der Präsentation von Cédric Lacroix als Neuzugang der Feldkircher gesagt. Sieben Monate später will auch keiner mehr mit dem Kanadier spielen. Nach zwei Kopfstößen werden sich die Pioneers aller Voraussicht nach vorzeitig von ihrem Angreifer trennen. „Das ist nicht akzeptabel“, sagte Pioneers-Sportdirektor Michael Lampert.

Cédric Lacroix jubelte über sechs Treffer im Pioneers-Trikot. <span class="copyright">Gepa</span>
Cédric Lacroix jubelte über sechs Treffer im Pioneers-Trikot. Gepa

Sicherungen durchgebrannt

Lacroix kam im Sommer nach Feldkirch und heuerte bei den Pioneers zum ersten Mal in seiner Karriere im europäischen Eishockey an. Nach einigen Spielen Anlaufzeit entwickelte sich Lacroix zu einer wichtigen Stütze in der zweiten Pioneers-Linie. Nach 19 Spielen hält der Center bei sechs Toren und acht Vorlagen. Doch am 1. Oktober wurde der Kanadier mit einem ersten Aussetzer auffällig. Im Duell mit den Graz 99ers streckte er mitten auf dem Eis Michael Schiechl per Kopfstoß nieder. Die Schiedsrichter übersahen damals noch die unfaire Aktion des Pioneers-Angreifers. Das „Department of Player Safety“ (Dops) sprach allerdings im Nachhinein eine Sperre von drei Spielen aus und brummte dem Kanadier zusätzlich 750 Euro Strafe auf. Es folgten zwei Strafen wegen Schlägereien gegen den HC Innsbruck und die Vienna Capitals. In Wien erhielt Lacroix seine erste Matchstrafe in der Ice Hockey League. Am Sonntag kam es dann gegen den HC Bozen zum Eklat. Während einer Spielunterbrechung brannten bei Lacroix die Sicherungen durch und er setzte erneut einen Kopfstoß gegen den Bozener Daniel Mantenuto. Dieses Mal reagierten die Referees umgehend und schickten den Pioneer direkt unter die Dusche.

<p class="caption">Cédric Lacroixs Stärken liegen im physischen Spiel.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="marker">PIV</span></p>

Cédric Lacroixs Stärken liegen im physischen Spiel. PIV

Das Dops reagierte mit einer Sechs-Spiele-Sperre, zwei davon waren auf Bewährung nach dem Vorfall in Graz ausgesetzt gewesen, und einer Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro. Beim Spiel der Feldkircher in der Vorarlberghalle am Dienstag gegen Pustertal war Lacroix schon nicht mehr mit dabei.

Weniger Faustkämpfe

„Ein Blackout kann passieren, aber der zweite Kopfstoß ist ein großes Problem. Wir besprechen gerade die nächsten Schritte“, sagte Lampert am Mittwoch Nachmittag. Auch Trainer Stanley konnte das Vorgehen seines Schützlings nicht verstehen: „Eine Strafe für einen Kopfstoß ist völlig unakzeptabel.“ Allerdings sah der Coach auch bei sich selbst eine Mitverantwortung. Lacroix hatte zuvor nur in Nordamerika gespielt und war gewohnt, dass es dort deutlich mehr Faustkämpfe gibt, um die überschüssigen Emotionen abzulassen. Das ist in Europa nicht der Fall, Stanley hätte Lacroix laut eigener Aussage besser auf die neuen Bedingungen in Europa vorbereiten sollen

Michael Lampert kann den zweiten Vorfall von Lacroix nicht akzeptieren. <span class="copyright">Gepa</span>
Michael Lampert kann den zweiten Vorfall von Lacroix nicht akzeptieren. Gepa

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Damit sind die Pioneers auf der Suche nach einem Ersatz für ihren Zweit-Linien-Center. Auf die Feldkircher warten ab Freitag in acht Tagen nicht weniger als fünf Spiele. Anschließend bleibt aufgrund der zweiten Länderspielpause der Saison mit einer zwölftägigen Ligapause die Chance zur personellen Reaktion. Aktuell hat das Stanley-Team aufgrund von Strafen und Verletzungen mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen.

Dylan Stanley sieht eigene Versäumnisse. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Dylan Stanley sieht eigene Versäumnisse. Stiplovsek

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