Dreimäderlhaus wieder vereint

Nach Viktoria und Adriana wechselt auch Julia Marksteiner zum SC Ferlach.
Fußach Ferlach ist die südlichste Stadtgemeinde Österreichs, durch das Büchsenmacherhandwerk weltweit bekannt – und ab sofort die sportliche Heimat der drei Marksteiner-Schwestern. Nachdem bereits im Sommer Viktoria (18), und Adriana (23) in den Hauptort des Rosentals gewechselt waren, hat sich nun auch Julia, mit 25 Jahren die älteste der Marksteiner-Schwestern, dazu entschlossen, ihre Handballkarriere beim einzigen Vertreter Kärntens in der WHA-Meisterliga ausklingen zu lassen. Ehrgeiziges Ziel der in Fußach beheimateten Schwestern ist der Gewinn des Meistertitels in der höchsten nationalen Spielklasse im Frauenhandball.

Nach einer viermonatigen Stippvisite beim HC Arbon in der Zweiten Schweizer Liga wechselt Julia Marksteiner nach Kärnten zum SC Ferlach. VN/Stiplovsek
Reduziertes Dienstverhältnis
„Nach den Querelen beim SSV Schoren und dem unrühmlichen Abgang habe ich eigentlich nicht mehr gerechnet, jemals wieder mit meinen Schwestern gemeinsam in einem Team zu spielen“, betont Julia Marksteiner. Bedingt durch ihre berufliche Verpflichtung als Polizistin war die 25-Jährige im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern gezwungen, sich in Bezug auf den Handballsport neu zu orientieren. „Eigentlich wollte uns Ferlach-Trainer im Sommer alle drei im Paket haben. Durch meinen Beruf war ich geografisch an Vorarlberg gebunden und bin zunächst zum HC Arbon in die Schweiz gewechselt.“

Dass der Wunsch der universell einsetzbaren Rückraumspielerin, ihre letzte Saison als Aktive gemeinsam mit ihren Schwestern zu Ende zu bringen, doch noch klappte, war eine Verkettung mehrerer Faktoren. „Einerseits hat mich mein Lebensgefährte Ralf (Anm. Bregenz-Goalie Häusle) immer wieder dazu ermutigt, doch einfach einmal die Möglichkeiten auszuloten, ob eine kurzfristige Reduktion meiner Arbeitszeit möglich wäre.“

Als dann vom Arbeitgeber die Zustimmung für ein befristetes reduziertes Dienstverhältnis kam, galt es, die nächste Hürde aus dem Weg zu schaffen. „Schon der Wechsel in die Schweiz war nur mit Einverständnis des SSV Schoren möglich. Als ich dann um die Freigabe für den Wechsel zu Ferlach angefragt habe, hat es knapp drei Wochen gedauert, bis wir auf einen grünen Zweig gekommen sind. Wie schon bei meinen Schwestern musste Ferlach, für die Freigabe eine Ausbildungsentschädigung bezahlen“, erklärt die Frau Inspektor.
Debüt am 10. Dezember

Ab kommenden Mittwoch wird Julia Marksteiner wöchentlich zwischen Fußach und Ferlach pendeln. „Von Montag bis Mittwoch werde ich meinen reduzierten Dienst bei der Polizei versehen und die restlichen Tage in Ferlach den handballerischen Aktivitäten nachgehen. Es wird sicher eine extrem stressige Zeit, doch die bis Juni 2024 begrenzten Strapazen nehme ich dafür gerne in Kauf.“

Bereits am 10. Dezember wird Julia Marksteiner ihr Debüt im Ferlach-Trikot im Topduell in Stockerau geben. Unmittelbar nach der Weihnachtspause wartet dann am 13. Jänner das Gastspiel bei BW Feldkirch.
Die Jüngste zeigt groß auf
Mit ein Grund, warum Ferlach aktuell erster Verfolger von Leader Hypo Niederösterreich ist, sind die Leistungen von Viktoria Marksteiner. Die vor wenigen Tagen 18 Jahr alt gewordene Absolventin des Sportgymnasiums Dornbirn hat bislang in allen neun Ligaspielen getroffen und ist mit 46 Treffern (Schnitt, 5,11 pro Spiel) zweiterfolgreichste Werferin der Kärntnerinnen. Spätestens ab Ende Jänner soll dann das Marksteiner-Trio komplett auf dem Spielfeld agieren. Die 23-jährige Adriana befindet sich aktuell in der Rehaphase.
Während sich Viktoria komplett auf den Handballsport konzentriert, hat Adriana im Oktober mit einem Studium für Zahnmedizinerin der Universität Innsbruck begonnen und pendelt zwischen Tirol und Kärnten.