Austria muss in die Höhle des Löwen

Grün-Weiße kämpfen bei Sturm Graz gegen das Gesetz der Serie.
Lustenau Spiel eins nach der Ära Markus Mader für die Grün-Weißen. Und man hätte sich keinen schwereren Gegner als Sturm Graz, noch dazu auswärts, aussuchen können. Blickt man auf die Bilanz der Austria gegen die Blackies aus Graz, könnte man gut und gerne zur Erkenntnis kommen, dass sich der Lustenauer Tross die Reise in Steiermarks Landeshauptstadt gar nicht antun solle. Denn in den bislang 15 Aufeinandertreffen beider Teams im österreichischen Oberhaus gingen die Grazer sage und schriebe 15 Mal als Sieger vom Feld. Der Austria blieb nur ein Remis, beim ersten Duell überhaupt (1997). Wahrlich historisch – das gelang zuvor keinem Team gegen ein anderes in der Bundesliga. Dazu schafften die Austrianer das Kunststück, in den letzten fünf Spielen nicht ein Tor zu erzielen. Dass Sturm nebenbei seit neun Matches in der Liga ungeschlagen ist, sei nur nebenher erwähnt. Ausgangssituationen haben in diesem Fall schon mal besser ausgesehen.
„Ich möchte einen Auftritt sehen, in dem das Team zeigt, auch in Graz was reißen zu wollen.“
Alexander Schneider, Interimstrainer Austria Lustenau

Klare Reaktion gefordert
Als grün-weißen Lichtblick könnte dabei der Umstand herhalten, dass die mickrigen drei Punkte auswärts geholt wurden. Und, dass man in Graz eigentlich gar nichts zu verlieren hat. Doch diesen Fakt lässt Austrias Interimstrainer Alexander Schneider nicht gelten: „Es gibt ein Spiel zu gewinnen. Wir fahren sicher nicht nach Graz, um die Punkte im Vorhinein herzuschenken. Wir wollen, trotz großer Außenseiterrolle, dort punkten.“ Schneider erwartet sich nach der Trainerbeurlaubung nun eine klare Reaktion der Mannschaft, „ich möchte einen Auftritt sehen, in dem die Mannschaft den Willen zeigt, dass sie auch bei Sturm was reißen wollen“, so Schneider weiter. Es soll ein Neustart für die Mannschaft werden, weiß auch Mittelfeldspieler Stefano Surdanovic zu berichten: „In den Trainings war ein Ruck in der Mannschaft zu spüren, wir wissen, dass wir in der Verantwortung stehen. Klar wird es ein hartes Spiel, aber es gilt, trotzdem mit Mut anzutreten und Nadelstiche nach vorne zu setzen.“

Bezüglich Veränderungen in der Startelf ließ sich der Interimstrainer nicht in die Karten blicken, „wobei das System steht. Wer darin agiert, noch nicht.“ Die Ausrichtung im Spiel der Austria soll wieder mehr offensivorientiert aussehen, „zuletzt wollten wir mit einem Bollwerk zu Punkten kommen, was nicht gelang. Heute möchten wir weiter vorne attackieren, aber vor allem über Ballbesitz zum Erfolg kommen“, so Schneider. Getreu dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.