Keine Frage der Emotionen
Nein, dieses Wort (Emotionen) ist bei Österreichs Teamspielern in der Zeit unter Ralf Rangnick öffentlich nie gefallen. Vielmehr waren die 19 Spiele unter ihm geprägt von einer bewussten Wahrnehmung der Ereignisse, sprich Matches. Der 65-jährige Deutsche seine Euphorie ob der Möglichkeit, bei der EURO 2024 für positive Schlagzeilen sorgen zu können, hat seine Emotionen für den Job als Teamchef der rot-weiß-roten Auswahl auf die Spieler übertragen.
Die Messlatte hierfür sind in der Ära Rangnick nicht allein die Ergebnisse, sondern vielmehr der Auftritt seiner Schützlinge. Dazu gehören für den Teamchef sowohl die Trainingslager als auch die Länderspiele. Insbesondere gegen sein Heimatland Deutschland. In nur 17 Monaten ist es ihm gelungen, eine Einheit zu formen, etablierte Spieler wie Alaba oder Arnautovic sowie Jungspunde wie Seiwald oder unerwartete Debütanten wie Entrup auf eine Linie zu bringen. Mentalität, Einstellung, Emotion – all das ist unter Rangnick zur Selbstverständlichkeit geworden. Diesbezüglich ist der Fußball in Österreich dem „großen Bruder“ einen Schritt voraus. Beklagte doch Rangnick-Schützling Julian Nagelsmann vor dem 41. Spiel der beiden Nationen das emotionale Niveau seiner Mannschaft.
Für Rot-Weiß-Rot ist das kein Thema. Dank eines in seinen Aussagen und Handlungen sehr klaren Teamchefs – mit deutschen Wurzeln. Dank der Lernphase der Spieler in Deutschland, wie auch die Startelf zeigte. Deren acht spielen in der Bundesliga. Dazu zwei ehemalige, Alaba nun bei Real und Posch bei Bologna. Nur Alexander Schlager hat noch nicht im Land des vierfachen Weltmeisters gespielt.
Christian Adam
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