Titelverteidiger droht Umweg

Sport / 16.11.2023 • 22:51 Uhr
Luciano Spalletti und Italien stehen gehörig unter Druck.Reuters
Luciano Spalletti und Italien stehen gehörig unter Druck.Reuters

Zwei Jahre nach dem Gewinn des EM-Titels droht Italien EM 2024 zu verpassen.

Rom Es brodelt, und ausgerechnet jetzt heißt der Gegner wieder Nordmazedonien. Jener Gegner, der in ihren Köpfen böse Erinnerungen weckt. Das kleine Balkanland hat Italien aber schon mehrmals geärgert. In bisher vier Duellen setzte sich der vierfache Weltmeister nur einmal durch.

Ein Sieg ist Pflicht

Besonders schmerzhaft war die 0:1-Heimniederlage in der jüngsten WM-Qualifikation, die Italien um die Teilnahme am Turnier in Katar brachte. Heute benötigen die Azzurri im Stadio Olimpico von Rom jedenfalls einen Sieg, um mit den in der Gruppe zweitplatzierten Ukrainern an Punkten gleichzuziehen. Zum Abschluss der EM-Qualifikation am kommenden Montag steht das Gipfeltreffen mit den Osteuropäern in deren Ausweichquartier Leverkusen auf dem Programm.

Den ersten Vergleich mit den Ukrainern hat Italien mit 2:1 gewonnen. Spitzenreiter England hat dank fünf Siegen aus sechs Partien das EM-Ticket bereits gelöst.

Noch gelassen

Luciano Spalletti gab sich vor dem Wiedersehen mit Nordmazedonien betont gelassen. „Angst? Die treibt uns nur an“, sagte der Nachfolger von Roberto Mancini, der vergangene Saison die SSC Napoli zum ersten Meistertitel in der Serie A seit mehr als 30 Jahren geführt hatte. Dabei bekam Spalletti die nordmazedonische Unbeugsamkeit bereits zu spüren: Das 1:1 in Skopje im ersten Duell im September war sein Einstand als „Commissario Tecnico“ der Nationalauswahl. Noch haben die Italiener alles in den eigenen Händen. Außerdem gibt es auch noch die Möglichkeit zur Qualifikation über das Play-off der Nations League.

Dunkle Wolken

Jedoch haben sich dunkle Wolken aufgetürmt über der Squadra, die bei der vergangenen EM mit ihrem untypisch spektakulären, nach vorne gerichteten Spielstil noch die Fans weltweit verzückt hat. Europameister Roberto Mancini trainiert „aus persönlichen Gründen“ plötzlich lieber Saudi-Arabien als sein Heimatland. Die beiden Nationalspieler Sandro Tonali und Nicolo Fagioli wurden wegen illegaler Wetten gesperrt. Der noch nicht sanktionierte Nicolo Zaniolo, der dritte Internationale im Bunde, soll gar aktiver Teil eines Glückspielrings sein. Auf Spalletti lastet erheblicher Druck. Der 64-Jährige gibt sich im Trainingslager nahe Florenz aber trotzdem recht entspannt. „Ein Sieg im ersten Spiel wäre im zweiten Spiel ein schöner Vorteil“, kommentierte er die Lage lakonisch.

„Angst? Die treibt uns nur an. Aber ein Sieg heute wäre sicher von Vorteil für uns.“