Altach fehlten gegen Rapid die besonderen Momente

Sport / 05.11.2023 • 20:39 Uhr
Er machte den Unterschied: Mit seinem vierten Saisontor brachte Rapid-Kapitän Guido Burgstaller seine Mannschaft auf die Siegerstraße.gepa
Er machte den Unterschied: Mit seinem vierten Saisontor brachte Rapid-Kapitän Guido Burgstaller seine Mannschaft auf die Siegerstraße.gepa

0:2-Niederlage gegen Rekordmeister. Fünftes Ligamatch in Folge ohne Torerfolg.

Altach Viel Leidenschaft war wenige Tage nach dem Cupsieg zu wenig, um Altach ein weiteres Mal einen Sieg einfahren zu lassen. Vielmehr holten die sehr clever agierenden Rapidler drei Punkte. Weil bei den Rheindörflern etwas die Frische fehlte, weil Tore und überraschende Spielzüge ausblieben.

Ein Spiel auf Augenhöhe

Die Enttäuschung nach einer Leistung auf Augenhöhe war dennoch groß. Wenngleich Torhüter Dejan Stojanovic den Ball flach halten wollte. „Die Gegner, mit denen wir uns messen können, sind nicht Rapid, LASK, Sturm oder Salzburg, sondern vielmehr Tirol.“ Da sprach er seinem Trainer aus dem Herzen. „Schade und traurig, dass es passiert ist“, sagte Joachim Standfest nach der Niederlage. „ . . . und es tut weh, aber es ist jetzt nichts dramatisches passiert.“ Auch Abwehrchef Lukas Gugganig sah eine kompakte Gesamtleistung der Mannschaft: „Schade, wieder unglücklich gegen einen Großen verloren.“

Bei Altach gab es die erwarteten Umstellungen. Für den gesperrten Kapitän Lukas Jäger rückte Manuel Prietl in die Mannschaft und im Angriff erhielt Dominik Reiter den Vorzug von Jan Jurcec. Reiter sorgte dann auch für den ersten Aufreger im Spiel, wenngleich ungewollt. Nach einem Pass von Atdhe Nuhiu zog er in den Strafraum und schloss mit rechts ab. Weil er sich voll in den Schuss warf, fiel er mit dem gesamten Gewicht auf das abgewinkelte linke Knie und blieb liegen. Nach einem kurzen Schreckmoment und einer Behandlungspause konnte der 25-Jährige, der nach langer Verletzungspause (Kreuzbandriss) erst wenige Wochen wieder voll im Training ist, weiterspielen. Und er war sofort wieder mitten im Geschehen eines laufintensiven Spiels.

Gute Möglichkeiten

Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken der ersten Halbzeit, wobei Rapid die besseren Abschlussmöglichkeiten verzeichnete. Doch Marco Grüll ließ eine umstrittene Freistoßchance liegen, als er 18 m vor dem Tor den Ball über die Querlatte jagte. Auf der Gegenseite war es Nuhiu, der mit einem satten Schuss Rapid-Goalie Niklas Hedl zu einer Parade (30.) zwang und so nach seiner Direktabnahme zu Beginn des Spiels (10.) zu seiner zweiten Chance kam. Dessen Gegenüber, Dejan Stojanovic, zeigte in der Folge einmal mehr seine Klasse. So, als er einen Flachschuss von Moritz Oswald (44.) entschärfte und kurz vor der Pause, als er zusammen mit dem Abwehrchef Lukas Gugganig einen Querpass von Nicolas-Gerrit Kühn parierte (45.).

Bittere Momente

Die zweite Halbzeit begann mit zwei starken Momenten in beiden Strafräumen. Erst waren es Reiter und Nuhiu, die auf Altacher Seite nach toller Vorarbeit von Lukas Fadinger und Christian Gebauer den Flankenball verpassten (47.). Auf der Gegenseite brachte sich Kühn mit einer unsauberen Ballmitnahme um die Chance allein auf Stojanovic zu ziehen (50.). Und Altachs Torhüter stand wenig später erneut im Mittelpunkt, als er mit einer überragenden Fußabwehr gegen Burgstaller rettete und dann Oswald im Nachschuss erst nur Paul Koller an dessen Hand traf und dann im zweiten Versuch verzog (59.). Auch diese Szene wurde vom VAR auf Strafstoß gecheckt – wie schon vor der Pause, als Gebauer im Duell mit Martin Moormann der Ball an die Hand sprang (23.).

Es waren jedoch nicht die Frustmomente, die bei Burgstallers Führungstreffer eine Rolle spielten. Es war einfach die Klasse des Rapid-Kapitäns, der all seine Wucht in den Linksschuss warf und via Pfosten auf 1:0 für Rapid stellte (65.). Die Antwort der Altacher folgte fast postwendend: Doch Reiter verzog den Abschluss, als er in eine Gebauer-Flanke rutschte (67.). Es kam noch schlimmer, denn Sekunden später schlug der Ball nach einem Abwehrversuch von Nuhiu – der Stürmer war nach einem Freistoß zum Kopfball hochgestiegen – im eigenen Netz ein (69.).
Altachs Coach Joachim Standfest reagierte mit einem Dreierwechsel und seine Elf warf nun alles nach vorne. Damit ergaben sich Lücken in der Abwehr, etwa nach 75 Minuten, als erneut Stojanovic in extremis – gegen Grüll – retten musste. Doch die Gastgeber probierten weiter, allein die Wiener waren an diesem Tag zu souverän. In der Defensive boten sie wenig an, offensiv waren sie im Verbund gefährlicher.

Gutes Cuplos

Im Viertelfinale (2. bis 4. Februar 2024) des Uniqa ÖFB Cups muss Altach reisen, Gegner ist Zweitligist DSV Leoben.

Kurzer Schmerz bei Dejan Stojanovic nach einem Zusammenprall mit Gugganig.apa
Kurzer Schmerz bei Dejan Stojanovic nach einem Zusammenprall mit Gugganig.apa